Alberich (Mythologie)

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Darstellung des Alberich von Arthur Rackham (1910)
Oberon auf Briefmarke

Alberich ist in der germanischen Mythologie der König des gleichnamigen Elfen- bzw. Zwergengeschlechts, der dem nordischen Andwari entspricht.

In der Stammsage der Merowinger verschaffte er seinem älteren Sohn Walbert die Hand der Prinzessin Konstantinopels. Durch die aus dem 14. Jahrhundert stammende Sage von Huon de Bordeaux wird Alberich als Auberon, schließlich als Oberon, in den Kreis der Sagen um König Artus aufgenommen, wo er als Elfenkönig große Verbreitung erlangt. Zudem wird er auch in dem mittelhochdeutschen Heldenepos Ortnit genannt.

Im Nibelungenlied hütet Alberich den Nibelungenhort. Mittels einer Tarnkappe (eigentlich ein Mantel) kann er sich unsichtbar machen; Siegfried kann ihm aber die Tarnkappe entwenden und gelangt so an den Schatz der Nibelungen.

Davon abgewandelt existieren literarische Figuren, die bekannteste in Richard Wagners Nibelungen-Tetralogie (Der Ring des Nibelungen), wo Alberich einen tyrannischen Zwergenkönig aus dem Geschlecht der Schwarzalben, der Nibelungen, verkörpert.

Der deutsche Rückzug in die Siegfriedstellung im Ersten Weltkrieg wurde mit dem Namen „Unternehmen Alberich“ versehen. Unter dem Decknamen "Alberich" wurden ab 1943 Versuche mit U 480 zur akustischen Tarnung von U-Booten gemacht. (Gummibeschichtung zur Absorption von unterseeischen Ortungssignalen)

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Borrmann: Lexikon der Monster, Geister und Dämonen. Die Geschöpfe der Nacht aus Mythos, Sage, Literatur und Film. Das (etwas) andere Who is Who. 2. Auflage. Berlin 2000, ISBN 3-89602-233-4
  • Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Auflage. München 2003, ISBN 3-406-49451-X, Seite 18