Albersweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Albersweiler
Albersweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Albersweiler hervorgehoben
49.228.0322222222222165Koordinaten: 49° 13′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Annweiler am Trifels
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 10,85 km²
Einwohner: 1884 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76857
Vorwahl: 06345
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 001
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Messplatz 1
76855 Annweiler am Trifels
Webpräsenz: www.albersweiler.de
Ortsbürgermeister: Ernst Spieß (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Albersweiler im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Maikammer Sankt Martin (Pfalz) Herxheim bei Landau/Pfalz Herxheimweyher Rohrbach (Pfalz) Insheim Bornheim (Pfalz) Essingen (Pfalz) Hochstadt (Pfalz) Offenbach an der Queich Billigheim-Ingenheim Birkweiler Birkweiler Böchingen Böchingen Böchingen Eschbach (Pfalz) Frankweiler Frankweiler Göcklingen Heuchelheim-Klingen Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Impflingen Knöringen Leinsweiler Ranschbach Siebeldingen Siebeldingen Walsheim Walsheim Walsheim Bad Bergzabern Barbelroth Birkenhördt Böllenborn Dierbach Dörrenbach Gleiszellen-Gleishorbach Hergersweiler Kapellen-Drusweiler Kapsweyer Klingenmünster Niederhorbach Niederotterbach Oberhausen (bei Bad Bergzabern) Oberotterbach Oberschlettenbach Pleisweiler-Oberhofen Schweigen-Rechtenbach Schweighofen Steinfeld (Pfalz) Vorderweidenthal Albersweiler Albersweiler Annweiler am Trifels Annweiler am Trifels Dernbach (Pfalz) Eußerthal Gossersweiler-Stein Münchweiler am Klingbach Ramberg (Pfalz) Rinnthal Silz (Pfalz) Völkersweiler Waldhambach (Pfalz) Waldrohrbach Wernersberg Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Burrweiler Burrweiler Edenkoben Edenkoben Edesheim Edesheim Edesheim Edesheim Flemlingen Flemlingen Flemlingen Freimersheim (Pfalz) Gleisweiler Gleisweiler Gommersheim Gommersheim Gommersheim Großfischlingen Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Kleinfischlingen Rhodt unter Rietburg Rhodt unter Rietburg Roschbach Roschbach Venningen Venningen Venningen Weyher in der Pfalz Weyher in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landkreis Germersheim Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz FrankreichKarte
Über dieses Bild

Albersweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels an. Albersweiler ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort Albersweiler liegt auf etwa 170 m ü. NN in einer Senke des Queichtals zwischen der Haardt und dem Wasgau. Der Ort hat eine Ausdehnung von etwa 1,3 Kilometer in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Etwa 10 km nordwestlich der Ortslage liegt die Exklave „Albersweiler Wald“. Von der gesamten Gemeindefläche von 10,85 km² sind 73 % Wald.[2]

Südwestlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Auf dem Kirchberg, nördlich des Hauptortes das kleinere Naturschutzgebiet Auf dem Schoeb. Östlich des Ortes befindet sich die Weinlage Albersweiler Latt. Südlich des Naturschutzgebiets Kirchberg liegt eine 418 Meter hohe Erhebung.

Am Westausgang des Ortes befindet sich ein Gneissteinbruch, der im 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Albersweiler Arbeitsplätze war.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Orte sind Nachbargemeinden von Albersweiler; in Klammern die jeweilige ungefähre Entfernung (Luftlinie) von der Ortslage Albersweiler: Dernbach (3,6 km), Frankweiler (2,4 km), Siebeldingen (2 km), Birkweiler (1,5 km), Stadt Annweiler am Trifels (4,5 km) mit dem Ortsteil Queichhambach (2,5 km). Der „Albersweiler Wald“ grenzt an den Stadtwald von Landau in der Pfalz, Waldgebiete von Frankweiler und Siebeldingen sowie den „Annweiler Stadtwald“. Alle genannten Wälder sind Exklaven.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Albersweiler sowie dem Ortsteil Sankt Johann. Zu Albersweiler gehören auch die Wohnplätze Langenscheiderhof und Ziegelhütte.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Albersweiler erscheint mit Eberhardus de Albrehteswilre in einer auf 1150 datierten Urkunde des Klosters Eußerthal.[4][5] Ob das um 1065 bezeugte Adelbresddeswilare mit Albersweiler identisch ist, wird kontrovers diskutiert. [6][7]. Samuel, Abt des im Elsass gelegenen Klosters Weißenburg, vermachte damals den Altären des Erlösers und der Muttergottes mehrere mit eigenem Geld erkaufte Knechtshöfe. Einer dieser Höfe lag in Adelbresddeswilare bzw. Albrahteswilre.

Das Kloster Weißenburg verlor im Lauf des Hochmittelalters fast seinen gesamten Grundbesitz und so wechselte auch Albersweiler den Besitzer. Im Jahr 985 eignete sich Herzog Otto I. im Rahmen des salischen Kirchenraubs auch den Weißenburger Besitz in Albersweiler und 67 weiterer Orte an. Von den Saliern kam der Ort später an die Staufer und nach dem Aussterben der staufischen Dynastie meldeten verschiedene Adlige und Klöster Rechte und Besitz in der Gemeinde an. Die Stadt Annweiler hatte seit 1219 den Südteil von Albersweiler inne, wurde aber durch die Stadt Landau nach und nach aus diesen Rechten verdrängt. Landau, seit 1274 Reichsstadt und in Konkurrenz zu Annweiler, konnte nach 1300 in Albersweiler den Steinbruch nutzen, aber auch den Schultheißen und das Dorfgericht einsetzen. Albersweiler war zu einem „Stadtdorf“ von Landau geworden.

Im 15. Jahrhundert bildeten sich klarere Verhältnisse aus: Der Südteil des Dorfes, das seit 1219 quasi zu Annweiler gehört hatte, fiel durch eine Verpfändung im Jahre 1330 an die Kurpfalz, 1410 durch eine Erbteilung an das neu entstandene Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Der nördliche Teil des Dorfes mit dem heutigen Ortsteil St. Johann gelangte an das Geschlecht von Scharfenberg, nach deren Aussterben an das Haus von Löwenstein-Scharfeneck. Damit gehörte Albersweiler also zwei verschiedenen Herrschaften und die Hauptstraße des Dorfes bildete eine Staatsgrenze.
siehe auch Urnsburg

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Das Löwensteiner Amtsschloss, in Albersweiler-St. Johann

Während der Reformationszeit kam die konfessionelle Grenze hinzu, denn die jeweiligen Landesherren bestimmten die Religion ihrer Untertanen, und ein Wechsel der Konfession im Herrscherhaus verlangte diesen auch vom Volk. Im Dreißigjährigen Krieg brannten die katholischen Truppen 1622 den protestantischen Südteil des Dorfes nieder. Nach dem Aussterben der ebenfalls protestantischen Grafen von Löwenstein-Scharfeneck als Ortsherren des nördlichen Dorfteiles St. Johann, übertrug der Kaiser 1634 diesen Besitz dem Grafen Johann Dietrich aus dem verwandten, katholischen, später gefürsteten Familienzweig Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Er war bis zur französischen Besetzung 1794 die "Hauptstadt" der linksrheinischen, Löwensteiner Herrschaft Scharfeneck, die nur wenige Dörfer umfasste und zunächst von Wertheim am Main, dann aus Schloss Löwenstein in Kleinheubach regiert wurde. Die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ließen in Albersweiler-St. Johann als Verwaltungssitz das bis heute erhaltene Amtsschloss im Rokokostil erbauen (jetzt BASF-Studienhaus). Dieser katholische Löwensteiner Ortsteil wurde 1634 von den auf protestantischer Seite kämpfenden Schweden zerstört. 1645 war der zweibrückische Südteil fast vollständig entvölkert, 1651 lesen wir über den Löwensteiner Nordteil, dass er „gantz öd und wüst“ war.

Nach dem Westfälischen Frieden stieg die Bevölkerungszahl, auch bedingt durch mehrere Pestepidemien, nur langsam an und erst nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, der für die Albersweiler vor allem Kontributionen und Einquartierungen bedeutete, konnte die Ortschaft wieder wachsen. 1736 entstand die lutherische Kirche und 1764 wurde der Grundstein zu dem schon genannten Löwensteiner Amtsschloss in St. Johann gelegt.

Nach der französischen Revolution besetzten die Franzosen 1794 das gesamte linksrheinische Gebiet, für Albersweiler bedeutete dies die Einführung der Errungenschaften der Revolution und die Aufhebung der alten Ordnung. Albersweiler wurde zur selbständigen Commune innerhalb des Kantons Annweiler, der zum Arrondissements Zweibrücken im französischen Département Donnersberg (Mont-Tonnerre) gehörte. Nach dem Wiener Kongress (1815) fiel die Pfalz an das Königreich Bayern und Albersweiler gehörte nun zum Landkommissariat Bergzabern, aus dem später das Bezirksamt Bergzabern entstand (1939 in Landkreis Bergzabern umbenannt) und sollte auch über das Ende der bayerischen Zeit (1946) hinaus dort bleiben.

Seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Synagoge (Bildmitte mit gekuppeltem Fenster)

Das Dorf zeigte sich im 19. Jahrhundert als Bauerndorf, das vornehmlich durch den Weinbau geprägt war. 1843/45 wurde die katholische Pfarrkirche St. Stephan erbaut, 1846 die protestantische Bergkirche. Beide Kirchen wurden von dem bekannten bayerischen Architekten August von Voit geplant. 1865 errichtete die jüdische Gemeinde in Albersweiler eine Synagoge, die 1938 zerstört wurde. 1832 erbauten die Bürger ein katholisches Schulhaus, im selben Jahr wurde auch das protestantische Schulhaus bezogen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Albersweiler zum Industriestandort und es siedelten sich eine Zündholzfabrik, eine Porzellanfabrik, eine „Schwefelküche“, eine Handschuhfabrik und eine Schuhfabrik an. Die Absatzmöglichkeiten der Betriebe vor Ort wurde durch die 1875 eröffnete Bahnlinie Landau–Zweibrücken verbessert. 1910 wurde eine Wasserleitung verlegt, 1925 war die Installation des örtlichen Stromnetzes abgeschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ortskern wegen der Stationierung eines Eisenbahngeschützes im Eisenbahntunnel unterhalb der Bergkirche von alliierten Flugzeuge mehrfach bombardiert. In den Nachkriegsjahren wurden die Schäden behoben, 1954/55 baute die Gemeinde ein Kanalsystem und durch Ausweisung von Neubaugebieten konnten Neubürger gewonnen werden. 1978 konnte der kommunale Kindergarten eingeweiht werden, 1984 wurde durch die Einweihung der Umgehungsstraße die zuletzt sehr starke Verkehrsbelastung aus dem Ort genommen. Albersweiler gehört seit 1969 zum Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Albersweiler, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 1.912
1835 2.180
1871 2.067
1905 2.327
1939 2.343
Jahr Einwohner
1950 2.533
1961 2.606
1970 2.368
1987 1.948
2005 2.014

Religionen[Bearbeiten]

2012 waren 45,2 Prozent der Einwohner katholisch und 34,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[8]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Albersweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[9]

Wahl SPD CDU LFW Gesamt
2009 7 7 2 16 Sitze
2004 8 7 1 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ernst Spieß (SPD) ist Ortsbürgermeister von Albersweiler.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild oben in Schwarz ein wachsender linksgewendeter rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, unten von Silber und Blau gerautet“.

Es wurde 1937 genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1531.[10]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Albersweiler 2010

Die Bahnstrecke Landau–Rohrbach schließt Albersweiler an das Schienennetz an. Zwischen 1687 und 1975 verlief der ursprünglich schiffbare Albersweilerer Kanal zwischen Albersweiler und Landau. Südlich von Albersweiler verläuft die Bundesstraße 10 Richtung Landau in der Pfalz und Annweiler am Trifels.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Hamm: Albersweiler. Beiträge zur tausendjährigen Geschichte eines pfälzischen Dorfes. Gemeindeverwaltung, Albersweiler 1969.
  • Hans Bosch (Schriftl.): 1000 Jahre Albersweiler-St. Johann. 991–1991. Ortschronik zur 1000-Jahrfeier. Festtage vom 2.–12. August 1991. Gemeinde, Albersweiler–St. Johann 1991.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albersweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 100 (PDF; 2,3 MB)
  4. Stephan Alexander Würdtwein: Nova subsidia diplomatica, Bd. 12, Heidelberg 1789, S. 91
  5. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 310
  6. rhein-zeitung.de vom 16. Februar 2012
  7. Bericht der Pirmasenser Zeitung. Vgl. dagegen Martin Burkart: Zur urkundlichen Ersterwähnung von Albersweiler. In: Pfälzer Heimat 64 (2013) 54-58
  8. rlpdirekt.de Gemeindestatistik. Stand 31 Oktober 2012.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3