Albert Ahn

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Albert Ahn

Albert Ahn (* 28. Januar 1867 in Köln; † 8. Juli 1935 in Lugano, Schweiz) war ein deutscher Verleger und Industrieller.

Familie[Bearbeiten]

Albert Ahn war ein Sohn des Verlagsbuchhändlers und Druckereibesitzers Albert Ahn sen. (1840–1910) und dessen Ehefrau Gertrud Ahn, geb. Hesemann. 1891 heirateten Albert Ahn jun. und Henriette Esser, Tochter des Geheimen Justizrats Robert Esser (1833–1920) aus Köln und dessen Ehefrau Adelheid Karoline Josefine Esser, geb. von Kaufmann-Asser (1845–1919).

Leben[Bearbeiten]

Ahn besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Köln und studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, München und Bonn. Seit 1886 gehörte er dem Corps Rhenania Heidelberg an. Die Promotion zum Dr. jur. legte er in Leipzig ab.

Nach Beendigung seiner Studien trat Ahn in den väterlichen Verlag ein, den er später als Ahn & Simrock Bühnen- und Musikverlag fortführte. Als Verleger nahm er zahlreiche Ämter und Funktionen in Fachverbänden wahr. Er war u.a. Vorsitzender des Vereins Rheinischer Zeitungsverleger, des Landesverbandes Rheinland des Arbeitgeberverbandes für das Deutsche Zeitungsgewerbe, der Bezirksarbeitsgemeinschaft der Rheinischen Presse, des Verwaltungsrats der Versorgungsanstalt der Reichsarbeitsgemeinschaft der Deutschen Presse GmbH (Berlin), sowie Mitglied des Vorstandes des Vereins Deutscher Zeitungsverleger (Berlin) und des Arbeitgeberverbandes für das Deutsche Zeitungsgewerbe (Berlin).

Als er 1931 vom Vorsitz des Vereins Rheinischer Zeitungsverleger zurücktrat, wurde er in Anerkennung seiner Verdienste um das Zeitungswesen zum Ehrenmitglied des Gesamtvorstandes ernannt.

Neben seiner verlegerischen Tätigkeit engagierte er sich auch in anderen Industriezweigen. Als Vorsitzender gehörte er dem Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft für chemische Industrie (Gelsenkirchen-Schalke) und der Walther & Cie. AG (Köln-Dellbrück) an. Er war stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Adler-Brauerei AG (Köln-Ehrenfeld), Mitglied des Aufsichtsrates der Concordia Lebensversicherungs-Bank AG (Köln), der Hirschbrauerei AG (Köln), der Kölner Verlagsanstalt und Druckerei-AG (Köln), der Köln. Rückversicherungsgesellschaft (Köln), der Kurfürstenbad Godesberg AG (Godesberg), der Patria Allgemeine Lebensversicherungs AG (Budapest), der Rheinischen Wasserwerks-Gesellschaft (Köln), der Rheinisch-Westfälischen „Revision“ Treuhand AG (Köln) und der Westafrikanischen Pflanzungsgesellschaft „Victoria“ (Berlin). 1904 beteiligte er sich an der Gründung der Kautschuk-Pflanzung "Meanja" AG, die Plantagenbau in Kamerun betrieb, und wurde auch hier Mitglied des Aufsichtsrats.

Als Vorstandsmitglied des Vereins der Industriellen des Regierungsbezirks Köln e.V. und des Verbandes Rheinischer Industrieller war er auch in der branchenübergreifenden Verbandsarbeit tätig.

Im August 1933 emigrierte Albert Ahn wegen der politischen Verhältnisse im Dritten Reich und der jüdischen Herkunft seiner Frau in die Schweiz und lebte fortan in Lugano.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Erster Band (A–K), Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, S. 11.