Albert Fink

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert Fink

Albert Fink (* 27. Oktober 1827 in Lauterbach (Hessen); † 3. April 1897 in Ossining, New York) war ein deutsch-amerikanischer Bauingenieur. Er ist bekannt für den Entwurf von Eisenbahnbrücken, wo der Finkträger[1] (auch verwendet zum Beispiel als Dachträger) nach ihm benannt ist.

Leben[Bearbeiten]

Fink studierte Bauingenieurwesen und Architektur am Polytechnikum in Darmstadt mit dem Abschluss 1848. Ein Jahr später wanderte er in die USA aus, wo er Zeichner und später Assistent des Chef-Ingenieurs Benjamin H. Latrobe bei der Baltimore and Ohio Railroad wurde, zuständig für den Entwurf und den Bau von Gebäuden und Brücken. Er war wesentlich am Bau der Eisenbahnlinie von Cumberland (Maryland) nach Wheeling (West Virginia) beteiligt mit einigen der ersten eisernen Brücken in den USA wie 1852 die über den Monongahela River in Fairmont (West Virginia), damals mit 305 Fuss die längste eiserne Eisenbahnbrücke in den USA, realisiert mit dem von ihm erfundenen Fink Träger. Auch an der Linie zwischen Grafton (Virginia) und Parkersburg (West Virginia) beaufsichtigte er den Bau vieler Brücken und Tunnel. In der gleichen Zeit war er als beratender Ingenieur am Bau der Eisenbahnbrücke in Norfolk (Virginia) beteiligt für die Norfolk and Petersburg Railway. Ab 1857 war er Assistent des Chefingenieurs der Louisville and Nashville Railroad George McLeod. Dort war er unter anderem für den Bau der Green River Bridge (1859) in Kentucky verantwortlich (damals die längste eiserne Brücke in den USA und in Nordamerika nur von der Victoria Bridge in Montreal übertroffen[2]), eine Brücke über den Cumberland River in Nashville und über den Ohio River in Louisville (Kentucky) (nach dem Bürgerkrieg 1874), damals mit einer Länge von einer Meile die längste Fachwerkbrücke. Sie wurde ebenfalls mit Fink-Trägern gebaut. 1860 wurde er leitender Ingenieur bei der Louisville and Nashville Railroad.

Im Sezessionskrieg wurden viele seiner Brücken zerstört, und er verbrachte das anschließende Jahrzehnt mit dem Wiederaufbau.

1865 wurde er leitender Ingenieur der Louisville and Nashville Railroad und 1869 deren Vizepräsident und General Superintendent. 1875 ging er in den Ruhestand und wollte zunächst nur schriftstellerisch tätig sein, erhielt dann aber den Auftrag die Southern Railway and Steamship Association in Atlanta aufzubauen, die die heftige Konkurrenz unter den dortigen rund 25 Eisenbahngesellschaften regulieren sollte, wofür man eine allgemein anerkannte Persönlichkeit suchte. 1879/1880 war er deren Präsident. Es gelang ihm die Frachttarife zu standardisieren und zu stabilisieren. Als er 1877 durch New York City kam (er wollte Deutschland besuchen), wurde er von den vier Präsidenten großer Eisenbahnlinien in New York (Vanderbilt, Jewett, Scott, Garrett) beauftragt, dort ebenso zu schlichten. Er gründete die Trunk Line Association und wurde deren Leiter.

Fink ist bekannt als einer der ersten, der genau die tatsächlichen Transportkosten von Eisenbahnen in den USA untersuchte. Anlass war die Finanzkrise von 1873. Er veröffentlichte den Fink Report über Transportkosten (1874).

1878 wurde er Präsident der American Society of Civil Engineers (ASCE). 1889 ging er endgültig in den Ruhestand (nachdem zuvor 1887 mit dem Interstate Commerce Act die staatliche Regulierung einsetzte, die seine Mediation weniger dringlich machte) und wohnte in Kentucky. Er war zweimal verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fink Träger
  2. Sie wurde 1861 während des Bürgerkriegs gesprengt