Albert Fraenkel (1848–1916)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert Fraenkel. Foto von 1901.

Albert Fraenkel (* 10. März 1848 in Frankfurt (Oder); † 6. Juli 1916 in Berlin) war ein deutscher Mediziner.

Familie[Bearbeiten]

Fraenkel wurde als Sohn des jüdischen Eisenwarenhändlers David Fraenkel geboren. Seine Mutter war die Nichte Ludwig Traubes, eines Professors für Innere Medizin. Möglicherweise durch die verwandtschaftliche Beziehung wurde bereits früh Fraenkels Interesse für die Medizin geweckt.

Sein Sohn war der Linguist Ernst Fraenkel.

Leben[Bearbeiten]

In Berlin besuchte er das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium.

1866 begann er sein Medizinstudium und wurde bereits vier Jahre später über die Nebennierenerkrankung Morbus Addison promoviert. 1872 erhielt er die Approbation als Arzt. Später war er Assistent bei Ludwig Traube an der Charité und, nach dessen Tod, von 1876 bis 1887 bei Nachfolger Ernst Viktor von Leyden. 1877 habilitierte er sich und wurde 1884 zum Professor ernannt. 1890 wurde er neben Werner Körte Direktor des neu erbauten Krankenhauses Am Urban in Berlin-Kreuzberg und leitete zugleich dessen Innere Abteilung. Im Jahr 1891 wurde Fraenkel zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Im Januar 1916 verstarb Fraenkels Frau; ein halbes Jahr später erlag er selbst einem Herzinfarkt. Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee.

Bedeutung[Bearbeiten]

Fraenkel entdeckte Diplococcus pneumoniae lanceatus, den Erreger der Kruppösen Lungenentzündung, der später nach ihm benannt wurde. Weiterhin beschäftigte er sich mit der Caisson-Krankheit von Tauchern, den klinischen Erscheinungen der Arteriosklerose, der Lungentuberkulose, verschiedenen Bluterkrankungen und dem Asthma bronchiale.

Seit Juli 1947 trägt das Fraenkelufer am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg seinen Namen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]