Albert Haberer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert Haberer

Albert Haberer (* 14. November 1933 in St. Ingbert) ist ein deutscher Bildender Künstler und Kunstpädagoge.

Biografie[Bearbeiten]

Haberer verbrachte seine Kindheit und Jugend in der saarpfälzischen Stadt St. Ingbert. 1954 legte er am dortigen Realgymnasium sein Abitur ab. Von 1954 bis 1960 studierte er das Fach "Malerei" am Saarbrücker Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung bei Boris Kleint. Parallel dazu studierte an der Universität des Saarlandes Kunstgeschichte und Geschichte, u.a. bei Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth. Seine Staatsexamensarbeit [1] widmete er dem religiösen Aspekt im Werk des St. Ingberter Malers Albert Weisgerber. Von 1960 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 war Haberer im höheren Lehramt als Kunsterzieher und Geschichtslehrer tätig, 35 Jahre davon am Cusanus-Gymnasium in St. Wendel.

Neben seiner Lehrtätigkeit bekleidete Haberer etliche ehrenamtliche Positionen. Ab 1975 war er vier Jahre lang als Landesvorsitzender seiner Standesorganisation, des Bundes Deutscher Kunsterzieher, tätig. Von 1975 bis 1985 war er Vorsitzender der saarländischen "Lehrplankommission Kunst", bis 1996 Vorsitzender der Landesfachkonferenz "Bildende Kunst für das Gymnasium". Haberer war einer der Initiatoren der St. Wendeler "Galerie im Zwinger", einem Zusammenschluss regionaler Künstler mit einer Kunstgalerie in einem alten städtischen Gebäude, dem mittelalterlichen "Zwinger". Neben Haberer waren die ersten Galeristen unter anderem Leo Kornbrust, Axel Büttner und Aloys Ohlmann.

1964 heiratete Haberer Maria Feichtner, mit der er drei Töchter und einen Sohn hat. Der Künstler lebt und arbeitet in St. Wendel.

Werk[Bearbeiten]

Haberer unternahm zahlreiche Studienreisen, vor allem in die mediterranen Regionen. Die Eindrücke von diesen Reisen inspirieren Haberer zu Zyklen und Serien in seinem künstlerischen Schaffen. In gleicher Weise eignete er sich im Laufe der Jahre seine favorisierte Region Lothringen an. Der eigene Anspruch in seiner Kunst begründet sich auf das Humboldt'sche Postulat des universellen Wissens. Seine breit angelegten Kenntnisse in unterschiedlichen Bereichen ermöglichen ihm nicht nur die intellektuelle Auseinandersetzungen mit Literatur, Musik und Geschichte; auch aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft reizen ihn zur kritischen künstlerischen Umsetzung. Dazu sein Berufskollege Carsten Mayer[2]: "Haberers Werk zeugt von differenzierter Bewusstheit der Probleme des künstlerischen Schaffens, ist von Reflexionen durchsetzt, die andeutungsweise den reichen Wissenshorizont durchscheinen läßt." Seinen Ärger über Politik und gesellschaftliche Ungereimtheiten verarbeitet er immer wieder in seinem Schaffen; so ließ er schon einmal einen Kampf-Jet in die St. Wendeler Basilika einschlagen oder den saarländischen "Napoleon" Oskar Lafontaine seinen eigenen Kopf im Schoß halten.

Ein Themenbereich, der breiten Raum in seinem Schaffen einnimmt, ist das weibliche Geschlecht. In zahlreichen Arbeiten greift Haberer dieses Thema auf, überzeichnet die gängigen Klischees und führt mit übertriebenen Darstellungen weiblicher Reize konservative Weltbilder vor und ad Absurdum.

Haberer besitzt ausgeprägte Fähigkeiten im Bereich der Komposition. Insofern ist sein Hang zur Verarbeitung architektonischer Elemente besonders ausgebildet. In seinen Bildern von Landschaften und Gebäudeensembles oder in Stilleben zeigt sich sein feines Empfinden für Architektur und Kompositorik. Der Künstler ordnet seine Arbeiten, er legt sie an wie ein Architekt; dies ist seine unverwechselbare Handschrift. Haberers Werke sind in ihrer Fläche häufig zweigeteilt. Ein ruhiger, flächiger Bereich, oft monochrom angelegt, tritt in Bezug zu den abgebildeten Objekten und erzeugt so den vom Künstler angestrebten Spannungsbogen.

Albert Haberer benutzt in seinen Arbeiten sowohl die Technik der Collage als auch das Instrumentarium der Malerei in Öl, Acryl und Kasein.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1962 Kulturhaus der Stadt St. Ingbert
  • 1970 Cusanus-Gymnasium (St. Wendel)
  • 1979 Galerie Renate Treinen (St. Ingbert)
  • 1980 Galerie Française (Saarbrücken)
  • 1983 Domgalerie (St. Wendel)
  • 1985 Rathausgalerie (St. Ingbert); Galerie Oeil (Forbach); Galerie im Zwinger (St. Wendel)
  • 1989 Dom-Galerie (St. Wendel) Zykjus "Der Tod und das Mädchen"
  • 1993 Kunstforum Leismann, später Kunstforum Baden-Badener Versicherung, St. Ingbert
  • 2001 Museum St. Wendel
  • 2003 Galerie Pfeiffer (St. Wendel)
  • 2008 Museum St. Wendel "Reiseerinnerungen und Anderes" (1998-2008)
  • 2013 Galerie im Rathaus "Arbeiten aus 50 Jahren" (St. Ingbert)

Kunst im Öffentlichen Raum (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1960 Bildfries (Südschule St. Ingbert)
  • 1962 Altarbild (Mosaik) (Mathildenstift St. Ingbert)
  • 1964 Wandmosaik (Mühlwaldschule St. Ingbert)
  • 1968 Betonglasfenster (Volksbank St. Ingbert)
  • 1973 Betonglasfenster (Einsegnungshalle St. Wendel-Bliesen)
  • 1975 Wandmosaik (Volksbank St. Ingbert-Rentrisch)
  • 1988 Wandbild (Brasseriee Desaverne, Saverne)
  • 1996 Wandbild (Amtsgericht St. Wendel)
  • 1997 Wandbild (Sparda-Bank, Neunkirchen (Saar))

Auszeichnungen / Preise[Bearbeiten]

  • 1999 Mia-Münster-Preis der Stadt St. Wendel

Literatur[Bearbeiten]

  • Haberer, Albert: Die Gestaltung des religiösen Themas im Werke Weisgerbers. [Staatsexamensarbeit]. Saarbrücken: Kunsthistorisches Institut der Univ., 1959.
  • Albert Haberer - Gemälde-Ausstellung. Kulturhaus der Stadt St. Ingbert. [Katalog]. St. Ingbert: Kulturamt der Stadt, 1962.
  • Galerie im Zwinger St. Wendel - künstlereigenes Forum. Dokumentation von 1976 - 1981. Zsstell.: Albert Haberer, Aloys Ohlmann. St. Wendel: Eigenverl., 1982. 88 S., zahlr. Ill.
  • Albert Haberer: Albert Weisgerber. Begleitheft zur gleichnamigen Dia-Serie. Mit 24 Farbdias von Werken Weisgerbers. Hrsg.: Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM). Dudweiler: LPM, 1992. ISBN 3-928189-05-0 (Begleitheft) ISBN 3-928189-09-3 (Diaserie)
  • Heiße Themen in Collagen verpackt - Albert Haberer hat seinen eigenen Stil entwickelt. In: Saarbrücker Zeitung / Ausg. St. Wendel. (Nr.267 vom 17. November 1995).S. L2, Ill.
  • Mayer, Carsten: Albert Haberer mit dem Mia-Münster-Preis ausgezeichnet; Laudatio auf den vierten Preisträger. In: Heimatbuch des Landkreises St. Wendel; 28(1999/2000), S. 50-55, Ill.
  • Albert Haberer - Bilder aus vier Jahrzehnten. Retrospektive anlässlich der Verleihung des Mia-Münster-Preises der Stadt St. Wendel im Februar 1999. [Katalog zur Ausstellung]. Hrsg.: Museum St. Wendel. Bearb.: Katja Hanus, Cornelieke Lagerwaard, Brigitte Maaß-Spielmann. St. Wendel: Selbstverl. d. Museums, 2001. 48 S., zahlr. Ill. ISBN 3-928810-41-3
  • Albert Haberer - Reiseerinnerungen und Anderes 1998 - 2008. [Katalog zur Ausstellung]. Hrsg.: Stadtmuseum St. Wendel. Red.: Cornelieke Lagerwaard. St. Wendel: Selbstverl., 2008. 16 S., Farbabb. ISBN 978-3-928810-70-8

Quellen[Bearbeiten]

  1. Haberer, Albert: Die Gestaltung des religiösen Themas im Werke Weisgerbers
  2. Laudatio bei der Verleihung des Mia-Münster-Preises der Stadt St. Wendel 1999

Weblinks[Bearbeiten]