Albert Kahn (Architekt)

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Dieser Artikel behandelt den Architekten, für den gleichnamigen Bankier, siehe Albert Kahn
General Motors Building, Detroit (1923)
Traktorenwerk Dserschinski (1930) in Stalingrad (heute Wolgograd)
Albert Kahns Haus in Detroit
Detroit Police Headquarters

Albert Kahn (* 21. März 1869 in Rhaunen; † 8. Dezember 1942 in Detroit) war ein deutschstämmiger amerikanischer Architekt, der als einer der bedeutendsten Industrie-Architekten seiner Zeit hervortrat. Neben seinen zahlreichen Bauten für die Automobilindustrie in Detroit und Michigan wurde er später auch weltweit tätig.

Biographie[Bearbeiten]

Die Familie Kahn wanderte bereits 1880, als Albert gerade 11 Jahre alt war, in die Vereinigten Staaten aus. Sein Vater Joseph war Rabbiner in Rhaunen, seine Mutter Rosalie war musisch-künstlerisch begabt. Bereits als Heranwachsender arbeitete er zwischen 1885 und 1895 im Architekturbüro Mason & Rice in Detroit, absolvierte jedoch keine regelrechte Ausbildung. 1891 gewann er ein Reisestipendium der Zeitschrift American Architect and Building News für eine einjährige Studienreise nach Europa zusammen mit dem Architekten Henry Bacon, der später das Lincoln Memorial erbauen sollte.

Wirken[Bearbeiten]

1895 gründete Kahn die Firma Albert Kahn Associates in Partnerschaft mit George W. Nettleton und Alexander B. Trowbridge, die er ab 1902 alleine führte, und der auch seine Brüder Julius und Moritz beitraten.[1] Er brachte in den amerikanischen Industriebau das von Julius Kahn weiterentwickelte Armierbetonverfahren ein, das die Industrieanlagen sicherer, vor allem auch feuersicherer, machte. Ein erster Großauftrag mit dem neuen Bauverfahren wurde von ihm 1903-04 für die Packard Motor Car Company realisiert. Dabei wurde Henry Ford auf ihn aufmerksam.

Für Kahns Architektur ist ein an Europa orientierter historisierender Stil kennzeichnend. Seine Bauten in Michigan machten ihn auf der ganzen Welt bekannt. So baute er zwischen 1929 und 1932 mit seinem Moskauer Büro auch 521 Fabriken in der damaligen Sowjetunion, darunter einige Fahrzeug- und Flugzeugwerke, beginnend 1929-30 mit dem Traktorenwerk Felix Dserschinski in Stalingrad und dem Tscheljabinsker Traktorenwerk in Tscheljabinsk. Daneben war Kahn aber auch in Brasilien, Schweden, Frankreich, China, Japan und Australien tätig.

Während des Zweiten Weltkrieges stellte er sich und sein 600-Personen-Büro Präsident Franklin Delano Roosevelts Plan zur Schaffung eines Arsenals für Demokratie zur Verfügung und baute zahlreiche Flughäfen und Marinestützpunkte.

Clements Library, University of Michigan

Er schuf aber nicht nur Industrie- und Militärbauten sondern auch zahlreiche zivile Bauten. Alleine für die University of Michigan gestaltete er zwischen 1903 und 1938 etwa 23 Bauwerke. 2006 waren etwa 60 seiner Bauwerke auf der US-Liste bedeutender historischer Orte verzeichnet.

Die von Kahn gegründete Firma praktiziert noch heute mit globalem Ansatz und Büros in Detroit, Birmingham (Alabama), und São Paulo.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Federico Bucci, Albert Kahn - Architect of Ford, Princeton Architectural Press, 2003. ISBN 978-1-56898-343-1

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Dieter Marcello: Albert Kahn Architekt der Moderne[3], Dokumentarfilm, 1993, 35mm/Video, ca. 80 Min. Farbe/s-w ; Kamera: Christian Lehmann.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Zukowsky (Hrsg.), Chicago architecture and design, 1923-1993, Ausstellungskatalog des Art Institute of Chicago, München, Prestel-Verlag, 1993
  2. Fa. Albert Kahn, USA
  3. online
  4. Video bei Filmlexikon 2001