Albert Pfeiffer

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Albert Pfeiffer (* 24. Juni 1880 in Rheinzabern; † 19. Dezember 1948 in Gleisweiler) war ein deutscher Archivar.

Leben[Bearbeiten]

Albert Pfeiffer studierte von 1899 bis 1904 Rechtswissenschaften an den Universitäten München und Würzburg. Als Student wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindungen K.St.V. Ottonia München und K.St.V. Walhalla Würzburg im KV.[1] 1904 legte er die juristische Staatsprüfung ab und promovierte ein Jahr später an der Universität Erlangen. 1908 legte er eine weitere Staatsprüfung als Archivar ab und arbeitete ab 1908 im Landesarchiv Speyer. Unterbrochen wurde diese Tätigkeit nur durch den Ersten Weltkrieg, in dem er als Offizier diente.

1919 wurde er Schriftleiter der Zeitschrift Pfälzisches Museum. Als einziger Deutscher beteiligte er sich an einer französischen Archivkomission von Charles Schmidt, die Quellen mit Frankreichbezug in den rheinischen Archiven suchte. Das sogenannte Rheinland-Inventar war umstritten und noch in seinem Nachruf 1948 wurde seine Beteiligung kritisiert.[2]

1925 wurde er Generalsekretär der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (PGFW). Ein Jahr später wurde er zum Amtsvorstand des Speyrer Staatsarchivs ernannt und 1930 zum Staatsarchivdirektor. Diese Stellung behielt er bis 1937, danach wurde er auf Druck der Nationalsozialisten ins Staatsarchiv Landshut versetzt. Er fiel in Ungnade, weil sein Bruder Maximilian Pfeiffer ein bekannter Zentrumspolitiker war. Albert Pfeiffer beantragte daraufhin die Mitgliedschaft in der NSDAP, die ihm auch bewilligt wurde. 1940 durfte er kriegsbedingt nach Speyer zurückkehren.

Im Zweiten Weltkrieg diente er als Oberkriegsverwaltungsrat. Wegen seiner angeblichen politischen Unzuverlässigkeit und da er mit einer Französin verheiratet war, wurde er jedoch aus der Gruppe Archivwesen in Frankreich abgezogen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er Berater in Archivfragen und Bibliotheksangelegenheiten des Oberregierungspräsidium Pfalz. Gesundheitlich angeschlagen verstarb er vier Monate nach seinem 40-jährigen Dienstjubiläum.

In Speyer wurde eine Straße nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Freund: Volk, Reich und Westgrenze. Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925–1945 (= Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung. Nr. 39). Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung, 2006, ISBN 3-939150-00-2, S. 178–179.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographisches Lexikon des KV Band 7 S. 114 f
  2.  Wolfgang Hans Stein: Archive als Objekte von Lulturimperialismen: Französische Archive in Deutschland – deutsche Archive in Frankreich. In: Michael Espagne, Katharina Middell, Matthias Middell (Hrsg.): Archiv und Gedächtnis. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2000, ISBN 9783934565302, S. 115.