Albert Uderzo

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Albert Uderzo (2012)

Albert Uderzo (alˈbɛːʀ ydɛʀˈzo) (* 25. April 1927 in Fismes bei Reims, Frankreich; Taufname Alberto Alessandro Uderzo) ist der Zeichner und Mit-Autor der bekannten Comic-Serie Asterix.

Leben[Bearbeiten]

Uderzo wuchs als Sohn italienischer Einwanderer auf, die 1934 die französische Staatsbürgerschaft erhielten. Schon im Kindergartenalter zeigte er ein ausgeprägtes zeichnerisches Talent. Durch Anleitung beispielsweise von Edmond-François Calvo, inspiriert von den Figuren Walt Disneys, eignete er sich teils autodidaktisch das Handwerkszeug eines Comic-Zeichners an.

Erste Zeichnungen veröffentlichte er 1948 bis 1954 mit Jean-Michel Charlier als Texter des Comics Belloy, Ritter ohne Rüstung. Ebenfalls zusammen mit Charlier entstanden in den 60ern die ersten acht Geschichten von Mick Tangy. 1951 trafen sich Uderzo und René Goscinny, der ebenfalls Comics zeichnete, aber vor allem ein talentierter Geschichtenschreiber war. Goscinny schrieb nun Geschichten, die Uderzo illustrierte. Sie produzierten mehrere Serien zusammen:

  • über den Kaperkapitän Pitt Pistol (ab 1952)
  • über den jungen Reporter Luc Junior und seinen Hund (1954/57) – Die Ähnlichkeit mit Tim und Struppi ist nicht zufällig, handelte es sich doch um eine Auftragsarbeit, die 1957 an Greg abgegeben wurde.
  • Benjamin & Benjamine (1956–1959)
  • über den Indianer Umpah-Pah (1958–1962 im Tintin-Magazin)
  • ihr größter Erfolg Asterix, von 1959–1974 jeweils zuerst in der Zeitschrift Pilote erschienen, danach direkt als Album bei Dargaud bis 1978, danach im eigenen Verlag.

In den 1980ern veröffentlichte der Ehapa-Verlag die 'Collection Uderzo'. Ziel dieser Edition war es, erstmals in deutscher Sprache das gesamte Jugendwerk von Albert Uderzo herauszubringen.

1974 gründeten Goscinny und Uderzo ihr Zeichentrick-Filmstudio „idefix“ in Paris und produzierten dort Asterix erobert Rom und den Lucky-Luke-Zeichentrickfilm Lucky Luke – Sein größter Trick. 1978 musste das Filmstudio aufgrund der schlechten Auftragslage geschlossen werden.

Seit dem Tod Goscinnys im Jahr 1977 produziert Uderzo die Asterix-Abenteuer allein. Im Oktober 1979 gründete er in Paris hierfür zusammen mit der Tochter von Goscinny ein eigenes Unternehmen, das fortan als Herausgeber von Asterix fungierte: „Les Éditions Albert René“. Verlegt werden die Asterix-Abenteuer in Frankreich von dem Verlag Hachette. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit Dargaud sind inzwischen die Rechte aller früheren Hefte auf den Verlag Hachette übergegangen. 1980 erschien dort der erste nur von Uderzo erstellte Asterix-Band „Der große Graben“. Trotz anhaltenden kommerziellen Erfolgs ist die Qualität der neuen Alben im Vergleich zu den von Goscinny getexteten wiederholt kritisiert worden.[1][2] Im Jahr 2008 verkaufte Uderzo, zusammen mit der Tochter von Goscinny, seine Anteile an Éditions Albert René an Hachette. Nur noch Uderzos Tochter Sylvie behält ihre Anteile an Les Éditions Albert René. Damit hat sich Uderzo weitgehend aus der unternehmerischen Verantwortung für die Vermarktung von Asterix zurückgezogen.

1999 gewann er den Spezialpreis „Prix du Millénaire“ beim Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême.[3][4] Am 12. Juni 2004 wurde Uderzo auf dem 11. Internationalen Comic-Salon Erlangen der Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk verliehen.

Uderzo hat eine Rot-Grün-Sehschwäche.[5] Er kommt jedoch eigenen Aussagen zufolge gut mit dieser Einschränkung zurecht. Früher (und gelegentlich auch noch heute) arbeitete er deshalb mit nummerierten Farbtuben. Ansonsten werden die Zeichnungen heute nach seinen Vorgaben von Spezialisten koloriert.

Albert Uderzo ist seit 1953 mit Ada Milani verheiratet und hat mit dieser eine Tochter.

Werke[Bearbeiten]

Albert Uderzo, 2005

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albert Uderzo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Pannor: Neuer Asterix-Band: Viel Nichts um Lärm. Spiegel Online. 14. Oktober 2005. Abgerufen am 8. November 2012: „Wie man überhaupt den Brachialhumoristen Uderzo nicht mit dem feinsinnigen Goscinny gleichsetzen sollte, auf dessen enormen Gespür für Pointen wohl ein Großteil des weltweiten "Asterix"-Erfolges beruht.“
  2. Carsten Scheibe: Asterix Band 33: Gallien ist wirklich in Gefahr. Stern (Zeitschrift). 16. Oktober 2005. Abgerufen am 8. November 2012: „Uderzo ist ein genialer Zeichner, aber ein schlechter Erzähler.“
  3. Numa Sadoul: Astérix et Cie : Entretiens avec Albert Uderzo. Hachette Jeunesse, 2001, ISBN 978-2012101104.
  4. L'Histoire du festival, édition par édition - 1999 (Französisch) FIBD. 2009. Abgerufen am 8. November 2012.
  5. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28530404.html