Albert de Dion

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Albert de Dion am Steuer seines motorgetriebenen Dreirads
Graf Albert de Dion und Georges Bouton, ca. 1895

Albert Jules Graf de Dion, eigentlich Jules-Félix Philippe Albert Compte De Dion (* 1856 in Carquefou, Dept. Loire-Atlantique; † 19. August 1946 in Paris) gehörte dem französischen Hochadel an und war ein französischer Automobilpionier und -produzent.

Leben[Bearbeiten]

Albert de Dion gründete 1881 in Paris mit Georges Bouton (1847–1938) als Partner die Automobilfirma De Dion-Bouton. Zunächst baute die Firma dampfbetriebene Wagen. Es wird behauptet, er habe beim Anblick eines Dampfspielautos im Schaufenster eines Spielwarengeschäfts die Idee bekommen, selbst Dampfwagen zu konstruieren, aber es fehlte ihm ein geeigneter Techniker, der sich hiermit auskannte. Diesen Techniker fand er in Georges Bouton, einem Mechaniker für Dampfspielzeug, der seinen Schwager Charles A. Trepardoux, welcher ebenfalls Mechaniker für Kesselbau und Dampfmaschinen war, ebenfalls für diese Idee begeistern konnte.

Albert de Dion galt als amouröser Playboy, aber auch als aufgeschlossen und begeistert gegenüber neuen Techniken. Bekannt ist heute noch die 1893 patentierte De-Dion-Achse, eine besondere Form der Starrachse, bei der die zwei Antriebsräder mit einem einfachen Profil/Rohr verbunden sind und das Differential fest mit dem Fahrgestell (oder der Karosserie) verbunden ist.

Diese Achse ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erfindung Trepardoux', nicht von De Dion selbst, der nur Geldgeber für die Konstruktionen und spätere Firma war. Der Erfinder Trepardoux, Verfechter von Dampfmotoren, verließ 1894 enttäuscht das Unternehmen, als sich de Dion nach Misserfolgen bei seinen Rennen für den Einsatz von Benzinmotoren entschied. Die weitere Entwicklung sollte ihm recht geben, denn schon um 1905 fertigte De Dion-Bouton mehr als 40.000 Benzin-Motoren, welche auch von anderen Herstellern für ihre Fahrzeuge verwendet wurden. Um 1900 war die Firma der größte Automobilhersteller der Welt.

Auf einem dampfbetriebenen Wagen gewann de Dion das Rennen Paris–Rouen 1894, eines der ersten Autorennen überhaupt, bei dem er allerdings disqualifiziert wurde. Außerdem war De Dion 1895 maßgeblich an der Gründung des französischen Automobilclubs Automobile Club de France (ACF) und an der Abhaltung der ersten Autoausstellung in Paris 1898 beteiligt. Die zunehmende Konkurrenz deutscher Hersteller wie Daimler-Motoren-Gesellschaft zwang De Dion zu neuen Wegen. So richtete er 1899 ein metallurgisches Labor ein, was man als erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum der Automobilwelt werten kann. Die Firma hat entscheidenden Anteil an der Massenmotorisierung Europas. Mit dem Tod seines Vaters Albert am 26. April 1901 erbte er den Titel eines Marquis.

1932 musste de Dion die Produktion von Automobilen als Folge der Weltwirtschaftskrise einstellen – die Produktion von Nutzfahrzeugen lief noch bis 1952.

Politisch eher rechts eingestellt war er während der Dreyfus-Affäre ein entschiedener Befürworter der Verurteilung von Dreyfus als Schuldigem.