Albert von Thurn und Taxis (1983)

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Albert von Thurn und Taxis in Assen 2011
Albert von Thurn und Taxis beim Norisring-Rennen 2008

Albert von Thurn und Taxis (* 24. Juni 1983 in Regensburg) ist ein deutscher Unternehmer und Rennfahrer.

Albert Maria Lamoral Miguel Johannes Gabriel (Taufname) Prinz von Thurn und Taxis (amtlicher Familienname) folgte 1990 nominell seinem Vater gemäß den traditionellen Richtlinien des Adelsrechtsausschusses als „Chef“ des Hauses Thurn und Taxis nach und führt als solcher das Aristonym Fürst von Thurn und Taxis als einen traditionellen Titel.[1]

Leben[Bearbeiten]

Albert von Thurn und Taxis ist das jüngste Kind von Johannes und Gloria von Thurn und Taxis, geborene Gräfin von Schönburg-Glauchau. Er hat noch zwei ältere Schwestern, Maria Theresia und Elisabeth. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1990 erbte er gemeinsam mit seinen Schwestern und der Mutter dessen Privatvermögen[2], dessen Verwaltung er als Familienoberhaupt – bis 2001 unter der Vormundschaft seiner Mutter – übernahm, seitdem sind sie mit einem Besitz von ca. 36.000 Hektar die größten privaten Großgrundbesitzer Deutschlands[3][4] sowie mit ca. 28.000 Hektar Wald in Deutschland[5] (nach Angabe seiner Mutter (2010) nach einem größeren Verkauf an Adolf Merckle immer noch 20.000 Hektar)[6] die größten Privatwaldbesitzer Europas.[4][7]

Er verbrachte seine Kindheit in Regensburg, absolvierte die Deutsche Schule Rom und studierte nach Beendigung des Wehrdienstes bei der Deutsch-Französischen Brigade[8] an der University of Edinburgh Volkswirtschaft und Theologie. Seit dem Jahr 2009 wohnt er in Zürich in der Schweiz.[9]

Er fährt Autorennen und ist Vize-Meister (2007&2008) und Meister (2010) in der ADAC GT Masters. Durch den Erfolg des Rennteams von Reiter Engineering stieg er 2009 mit dem Team in die Le Mans Series auf. Dort war er auf einer GT2-Version des Lamborghini Gallardo gemeldet. Allerdings wurde das Projekt seitens Reiter bereits nach einem Meisterschaftslauf eingestellt. Thurn und Taxis wechselte daher zu JMB und pilotierte für ein weiteres Rennen der Serie einen Ferrari F430 GT in derselben Rennkategorie, bevor er sich aus der Saison vorzeitig zurückzog. Auch sein Engagement bei Reiter in der FIA GT3-Europameisterschaft mit Klaus Ludwig war nach zwei Rennen vorzeitig beendet. Im Jahr 2010 gewann er mit seinem Partner Peter Kox die ADAC GT Masters in einem Reiter Lamborghini.

Das von ihm verwaltete Vermögen des Familienunternehmens Thurn und Taxis wird auf der Liste der reichsten Menschen der Welt des Forbes Magazine auf 2,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das Magazin führte ihn 2009 als den jüngsten Milliardär der Welt.

Nach dem Genealogischen Handbuch des Adels wäre seine traditionelle Anrede in der Monarchie: Seine Durchlaucht der 12. Fürst von Thurn und Taxis, Fürst zu Buchau und Fürst von Krotoszyn, Herzog zu Wörth und Donaustauf, gefürsteter Graf zu Friedberg-Scheer, Graf zu Valle-Sássina, auch zu Marchtal, Neresheim usw., Erbgeneralpostmeister.[10] Mit dem Artikel 109 WRV (Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919) wurde festgelegt, dass die öffentlich-rechtlichen Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes aufzuheben sind. Adelsbezeichnungen gelten seitdem als Teil des Namens, jedoch nicht der vordem in Primogenitur gewährte Erstgeburtstitel wie hier Fürst. So ist diese Bezeichnung als Fürst mehr als traditionelle und interne Bezeichnungen des Hauses Thurn und Taxis zu verstehen. Die Anrede „Durchlaucht“, die eine angeborene Privilegierung verdeutlichen soll, wird zwar weiterhin von manchen Kreisen der Gesellschaft als Höflichkeitsform verwendet, sind jedoch seit der Abschaffung der Monarchie ohne rechtliche Relevanz.

Er ist Träger des Haus-Orden De Parfaite Amitié. Seit dem 15. November 2007 ist er auch Rechtsritter des Konstantinischen Militärischen Ordens des Heiligen Georg. Bereits 2005 wurde er als Sodale in die Marianische Männer-Congregation Regensburg aufgenommen, in der zuvor schon zahlreiche frühere Fürsten von Thurn und Taxis Mitglieder waren.[11]

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten]

Vorfahren[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl August Prinz von Thurn und Taxis (1898–1982)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johannes Prinz von Thurn und Taxis (1926–1990)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Anna von Braganza (1899–1971)
Herzogin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albert Prinz von Thurn und Taxis (* 1983)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Joachim Graf von Schönburg-Glauchau (1929–1998)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gloria Gräfin von Schönburg-Glauchau (* 1960)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beatrix Maria Gräfin Széchenyi de Sárvár-Felsövidék [12](* 1930)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albert Prinz von Thurn und Taxis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thurn und Taxis: Impressum (Herausgeber)
  2. Informationen zu Elisabeth von Thurn und Taxis bei Wetten Dass, 7. November 2009, Letzter Abruf 5. Dezember 2009
  3. Prominente Neuzugänge in der Liste der Reichsten, SF Tagesschau, 3. Dezember 2009, letzter Abruf 5. Dezember 2009
  4. a b Milliardäre in Deutschland, marx-forum.de, letzter Abruf am 5. Dezember 2009
  5. Waldprinz.de am 20. Juli 2012: Waldbesitzer: Wem gehört der Wald?
  6. Christine Mattauch am 26. Dezember 2010 in der Wirtschaftswoche: Gloria von Thurn und Taxis: "Wir sind das Land der Bedenkenträger"
  7. Karl-Reinhard Volz: Waldeigentum im Spannungsfeld von privatem und allgemeinem Interesse, in Der Deutsche Wald, Heft 1, 2001.
  8. Manager Magazin: Familie von Thurn und Taxis - Donner und Gloria, abgerufen am 8. Dezember 2009.
  9. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Zwei-Milliardaere-sind-nach-Zuerich-gezogen/story/28963113
  10. Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser Band XV, Limburg/Lahn 1997, S. 474
  11. http://www.mmc-regensburg.de/ Marianische Männer-Congregation Regensburg
  12. Online Gotha der Familie Széchényi
Vorgänger Amt Nachfolger
Johannes Chef der Familie Thurn und Taxis
seit 1990
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