Alberto-di-Giussano-Klasse

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Die Alberto-di-Giussano-Klasse war eine Klasse Leichter Kreuzer der italienischen Marine. Die Klasse bestand aus vier Ende der 1920er Jahre in Genua und Castellammare di Stabia bei Neapel gebauten Schiffen:

Diese vier Schiffe bildeten den Anfang der so genannten Condottieri-Klassen. Sie zeichneten sich durch ihre hohe Geschwindigkeit aus, die durch eine sträfliche Vernachlässigung der Panzerung erreicht werden konnte. Alle vier Schiffe dieser Klasse wurden durch britische Torpedos versenkt. Die folgenden vier Klassen (Cadorna-Klasse, Montecuccoli-Klasse, Duca-d’Aosta-Klasse, Duca-degli-Abruzzi-Klasse; jeweils zwei leichte Kreuzer) stellten bis 1937 vor allem im Bereich der Panzerung eine kontinuierliche Verbesserung der Giussano-Klasse dar. Die Höchstgeschwindigkeiten konnten durch verbesserte Antriebsanlagen gehalten werden, nur bei der Abruzzi-Klasse machte man für die zusätzliche Panzerung kleinere Zugeständnisse bei der Geschwindigkeit.

Technische Daten[Bearbeiten]

Hauptabmessungen[Bearbeiten]

  • Länge über alles: 169,3 m
  • Breite über alles: 15,5 m
  • Tiefgang: 5,3 m
  • Verdrängung: 6.954 ts (maximal)

Antriebsanlage[Bearbeiten]

  • 6 Dampfkessel, 95.000 PS
  • 2 Turbinen, 2 Schrauben
  • Höchstgeschiwindigkeit: 37 kn (bis zu 42 bei der Erprobung)
  • Reichweite: 3.800 sm bei 18 kn

Panzerung[Bearbeiten]

  • Vertikal: 24 mm
  • Horizontal: 20 mm
  • Artillerie: 23 mm
  • Aufbauten: 40 mm

Besatzung und Bewaffnung[Bearbeiten]

  • Besatzung: 507 Mann
  • 8x 152 mm in vier Doppeltürmen
  • 6x 100/47 mm in drei Doppeltürmen
  • 8x 37/54 mm Flak
  • 8x 13,2 mm MG
  • 4x 553 mm Torpedorohre

Einsätze[Bearbeiten]

Alberto di Giussano[Bearbeiten]

Der Kreuzer Alberto di Giussano operierte während des Spanischen Bürgerkriegs im westlichen Mittelmeer. Am 10. Juni 1940 war das Schiff Teil des 4. Kreuzergeschwaders (Tarent), mit dem es im Juli an der Seeschlacht bei Punta Stilo teilnahm. Im August verlegte der Kreuzer bei Pantelleria Seeminen, danach sicherte er Konvois nach Nordafrika. Im Dezember 1941 brachten die Kreuzer Alberto di Giussano und Alberico da Barbiano 2.000 Tonnen Flugzeugtreibstoff von Palermo nach Tripolis. Die britische Führung wusste dank des Ultra Secret von dem Einsatz und entsandte ein aus vier mit Radar ausgestatteten Schiffen bestehendes Zerstörergeschwader, um die beiden italienischen Kreuzer abzufangen. Die vier Zerstörer überraschten die italienischen Schiffe am 13. Dezember 1941 um 3.25 Uhr bei Cap Bon und versenkten sie. Der Flugzeugtreibstoff verursachte ein Flammeninferno, dem über 900 italienische Seeleute zum Opfer fielen. Auch der Kommandeur der 4. Kreuzerdivision, Admiral Toscano, kam ums Leben.

Alberico da Barbiano[Bearbeiten]

Dieser Kreuzer war ebenfalls Teil der 4. Kreuzerdivision und teilte die Geschicke des Kreuzers Alberto di Giussano, mit dem es am 13. Dezember 1941 bei Cap Bon unterging.

Bartolomeo Colleoni[Bearbeiten]

Der Kreuzer Bartolomeo Colleoni operierte bis November 1938 im Mittelmeer und wurde dann nach Shanghai entsandt, wo er den Kreuzer Montecuccoli im italienischen Ostasiengeschwader ablöste. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beorderte man das Schiff nach Italien zurück, wo es 1940 zusammen mit dem Kreuzer Giovanni dalle Bande Nere die 2. Kreuzerdivision (La Spezia) bildete. Ab Juni 1940 wurde die Bartolomeo Colleoni zu Minenlege- und Konvoisicherungsaufgaben verwendet. Am 17. Juli 1940 war die 2. Kreuzerdivision auf dem Weg von Tripolis nach Leros in der Ägäis. Am 19. Juli um 7.30 Uhr stießen die beiden italienischen Kreuzer bei Kreta auf vier britische Zerstörer und nahmen die Verfolgung auf. Die britischen Zerstörer zogen sich in nördlicher Richtung zurück, um die Italiener zum australischen Kreuzer HMAS Sydney und zu einem Begleitzerstörer zu locken. Um 8.29 Uhr eröffnete der australische Kreuzer das Gefecht. Um 9.23 Uhr erhielt der Kreuzer Bartolomeo Colleoni einen Treffer, durch den er manövrierunfähig wurde. Die britischen Zerstörer konnten den auch in dieser Lage weiter feuernden Kreuzer um 9.59 Uhr torpedieren und versenken. 121 italienische Seeleute kamen dabei ums Leben. Der Kreuzer Giovanni dalle Bande Nere wurde beschädigt und zog sich nach Banghazi zurück. Neben einem britischen Zerstörer wurde auch HMAS Sydney leicht beschädigt. Der australische Kreuzer zog sich wegen Munitionsmangel zurück.

Giovanni dalle Bande Nere[Bearbeiten]

Dieser Kreuzer war ebenfalls Teil der 2. Kreuzerdivision und teilte bis zum 19. Juli 1940 die Geschicke des Kreuzers Alberto di Giussano. Danach operierte er in der Regel zusammen mit dem Schlachtschiff Littorio, mit dem es am 22. März 1942 am zweiten Syrtegefecht teilnahm. Kurze Zeit danach versenkte ihn das britische U-Boot HMS Urge bei Stromboli.

Siehe auch[Bearbeiten]