Alberto Cantino

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Alberto Cantino (* 15. Jahrhundert; † 16. Jahrhundert) war offiziell ein Diplomat des italienischen Handelshauses von Herzog Ercole I. d’Este aus Ferrara (1471–1505) am Hof des portugiesischen Königs Emanuel dem Glücklichen.

Wirken[Bearbeiten]

Cantinos inoffizielle Hauptaufgabe dürfte das Beschaffen von Informationen über die portugiesischen Entdeckungen gewesen sein. So hat er über die von Gaspar Corte-Real bei dessen Entdeckungsfahrt entführten und nach Portugal verbrachten Menschen berichtet.[1] Diesbezüglich sind zwei Briefe an den Herzog vom 17. und 18. Oktober 1501 erhalten.

Bekannt ist Cantino heute durch die nach ihm benannte Cantino-Planisphäre. Er hat diese Karte jedoch nicht selbst gezeichnet. Da die Portugiesen die nautischen Details ihrer Fahrten geheim hielten, bestand seine Leistung darin, dass es ihm gelang, diese Karte heimlich zu beschaffen bzw. anfertigen zu lassen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernesto Milano (Verf.), Ministero per i beni culturali, Ufficio centrale per i beni librari e gli istituti culturali, Biblioteca estense e universitaria di Modena (Hrsg.): La carta del Cantino e la rappresentazione della terra nei codici e nei libri a stampa della Biblioteca estense e universitaria. Schriftenreihe: Il giardino delle Esperidi; 1. Modena: Il Bulino, 1991.
  • Gérard Vindt: Le planisphère d'Alberto Cantino, Lisbonne 1502. Éd. Autrement Littératures, Paris 1998, ISBN 2-86260-809-2.
  • Guarino Alves d'Oliveira: A costa setentrional do Brasil na carta de navegar de Alberto Cantino: (charta del navigare); exame crítico e paleográfico exornado com o cimélio de Nicolò de Cavério para servir à história das viagens de Gaspar de Lemos e Gonçalo Coelho; (1501–1503). Ed. A Fortaleza, Fortaleza (Ceará, Brasil) 1968.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urs Bitterli in Urs Bitterli, Eberhard Schmitt (Hrsg.): Die Kenntnis beider „Indien“ im frühneuzeitlichen Europa. 1991, S. 67.
  2. Gerald Sammet in Die Welt der Karten: Historische und moderne Kartografie im Dialog. 2008, S. 10.

Weblinks[Bearbeiten]