Alberto Ginastera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alberto Ginastera

Alberto Evaristo Ginastera (* 11. April 1916 in Buenos Aires; † 25. Juni 1983 in Genf) war ein argentinischer Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Ginastera studierte am Konservatorium in Buenos Aires. Danach leitete er das von ihm gegründete Konservatorium von La Plata. Bis 1962 unterrichtete er an der Kunst- und Musikfakultät der Katholischen Universität von Buenos Aires, danach am Centro Latinoamericano de Altos Estudios Musicales (CLAEM). 1971 übersiedelte er in die Schweiz nach Genf.

Ginastera komponierte vier Opern, zwei Ballette, drei Motetten, Lieder, Bühnen- und Filmmusiken, außerdem eine Sinfonie, eine Ouvertüre, drei Streichquartette, ein Harfen- und ein Violinkonzert, zwei Klavier- und zwei Cellokonzerte, drei Klaviersonaten und weitere Instrumentalmusik.

Über die klassische Musik hinaus wurde seine "Toccata" bekannt (aus dem 4. Satz seines "Piano Concerto No. 1") in der Adaption der Musikgruppe Emerson, Lake and Palmer auf deren Album "Brain Salad Surgery" (1973).

Im Popul Vuh, dem "Buch des Rates", erzählen die Mayas ihre Version von der Schöpfung der Welt. Ginastera ließ sich durch diesen Text zu seiner Komposition gleichen Namens inspirieren und begann mit der Arbeit an einem achtteiligen Orchesterwerk. Sein Tod verhinderte die Fertigstellung des letzten Abschnitts.

Grab Alberto Ginasteras in Genf

Alberto Ginastera liegt auf dem Friedhof Cimetière des Rois in Genf begraben.

Musik[Bearbeiten]

Alberto Ginastera verband in seiner Musik traditionelle Rhythmen argentinischer Folklore (z.B.: Chacarera und Malambo) mit der Harmonik moderner klassischer Musik; eine Kombination, die aufgrund der rhythmischen Prägnanz und der freien Tonalität an die Musik von Béla Bartók erinnert. In Ginasteras Musik spielen Dissonanzen und die modale Tonalität nicht die gleiche Rolle wie beispielsweise in der 12-Ton-Musik von A. Schönberg. So zeigen seine Kompositionen meist einen klaren Aufbau, den meist auch ein Laie zumindest intuitiv nachvollziehen kann, sei dies motivisch, melodisch oder harmonisch. Ein gutes Beispiel dafür ist der dritte Satz der drei Danzas argentinas Op. 2 aus dem Jahr 1937.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Klaviersonate No. 1 Op. 22 [1952]
  • Klaviersonate No. 2 Op. 53 [1981]
  • Klaviersonate No. 3 Op. 55 [1982]
  • Danzas argentinas Op. 2 [1937] (Danza del viejo boyero - Danza de la moza donosa - Danza del gaucho matrero)
  • 3 Danzas de la Estancia Op. 8 [1941]
  • 12 Preludios Americanos Op. 12 [1944]
  • Piano Concerto No. 1
  • Piano Concerto No. 2
  • Barabbas, Oper
  • Obertura para el "Fausto" Criollo
  • Panambí, Ballett, 1934-1937
  • Malambo, 1940
  • Estancia, Ballett, 1941
  • String Quartet Nr. 1 op. 20, 1948
  • Don Rodrigo, Oper, 1963/64
  • Bomarzo, Oper, 1966/67
  • Beatrix Cenci, Oper, 1971
  • Popul Vuh, 1975-83

Weblinks[Bearbeiten]