Alberto Sordi

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Alberto Sordi (* 15. Juni 1920 in Rom; † 25. Februar 2003 ebenda) war ein italienischer Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler sowie Regisseur, Drehbuchautor und Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten]

Als Kind einer musischen Familie – sein Vater war Musikprofessor – fing Sordi bereits in der Grundschule mit dem Theater an, zunächst mit der Inszenierung von Marionettenstücken. Daneben sang er auch im Chor der Sixtinischen Kapelle. Die Mailander Schauspielakademie musste er aufgrund seines römischen Dialektes nach kurzer Zeit aufgeben.

Wieder in Rom fing Sordi 1937 als Komparse in Cinecittà an und wurde bald Synchronsprecher für Oliver Hardy, Robert Mitchum und Anthony Quinn. Daneben arbeitete er am Theater und als Hörspielsprecher.

Sordi trat vor allem in komischen Rollen hervor. Berühmt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Federico Fellini, in dessen Filmen wie Die bittere Liebe (1952), Die Müßiggänger (1953) und Fellinis Roma (1971) er Hauptrollen verkörperte. Erfolg war ihm mit der Rolle des nach außerehelichen Liebesabenteuern suchenden Amedeo in Gian Luigi Polidoros Komödie Amore in Stockholm beschieden, die ihm einen Golden Globe Award als Bester Komödiendarsteller einbrachte. Daraufhin folgte die Rolle des vermögenden Bruchpiloten Graf Emilio Ponticelli in der englischsprachigen Produktion Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten (1965).

Sordi erschien als Darsteller in über 150 Film- und Fernsehproduktionen. Bei den Filmfestspielen von Venedig 1995 wurde er mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Nach seinem Tod im Alter von 82 Jahren wurde der Sarg des beliebten Schauspielers im Rathaus von Rom aufgebahrt.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

Regie[Bearbeiten]

  • 1966: Fumo di Londra
  • 1969: Amore mio (Amore mio aiutami)
  • 1980: Ich und Katharina (Io e Caterina)
  • 1982: Ich weiß, daß du weißt, daß ich weiß (Io so che tu sai che io so)
  • 1984: Ab in den Knast (Tutti dentro)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1954: Nastro d’Argento für Die Müßiggänger (Bester Nebendarsteller)
  • 1956: Nastro d’Argento für Die Freuden der Junggesellen (Bester Hauptdarsteller)
  • 1960: David di Donatello für Man nannte es den großen Krieg (Bester Darsteller)
  • 1960: Nastro d’Argento für Man nannte es den großen Krieg (Bester Hauptdarsteller)
  • 1961: David di Donatello für Der Weg zurück (Bester Darsteller)
  • 1964: Golden Globe Award für Amore in Stockholm (Bester Komödiendarsteller)
  • 1966: David di Donatello für Fumo di Londra (Bester Darsteller)
  • 1969: David di Donatello für Il medico della mutua (Bester Darsteller)
  • 1969: Globo D’Oro für Il medico della mutua (Bester Darsteller)
  • 1972: Silberner Bär der Internationalen Filmfestspiele Berlin für Untersuchungshaft (Bester Darsteller)
  • 1972: David di Donatello für Untersuchungshaft (Bester Darsteller)
  • 1973: David di Donatello für Teuflisches Spiel (Bester Darsteller)
  • 1977: Nastro d’Argento für Un borghese piccolo piccolo (Bester Hauptdarsteller)
  • 1982: Globo D’Oro für Ich und Katharina (Bester Darsteller)
  • 1983: Globo D’Oro für Die tolldreisten Streiche des Marchese del Grillo (Bester Darsteller)
  • 1983: Spezialpreis der Jury des Internationalen Filmfestivals Moskau für Die Geheimnisse meiner Frau („Für den Beitrag zum Kino“)
  • 1990: David di Donatello (Ehrenpreis für sein Lebenswerk)
  • 1994: David di Donatello (Ehrenpreis für sein Lebenswerk)
  • 1999: David di Donatello (Ehrenpreis für sein Lebenswerk)
  • 2003: Nastro d’Argento (Postumer Spezialpreis)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Heilige der Pizzeria: Zum Tode des Schauspielers Alberto Sordi. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Februar 2003, Nr. 48, S. 34.