Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg

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Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg
AMG-Logo.svg
Schulform Gymnasium
Adresse

Hans-Sachs-Straße 2

Ort Regensburg
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 1′ 23,9″ N, 12° 4′ 32,9″ O49.02331944444412.0758Koordinaten: 49° 1′ 23,9″ N, 12° 4′ 32,9″ O
Schüler ca. 1050
Leitung Sebastian Thammer
Website www.amg-regensburg.de
Albertus Magnus vor seinem Regensburger Gymnasium

Das Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg (kurz: AMG) ist eine traditionsreiche Schule in Bayern. Benannt ist sie nach Albertus Magnus, einem mittelalterlichen Gelehrten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Albertus-Magnus-Gymnasium geht auf das 1505 von Joseph Grünbeck gegründete protestantisch-reichsstädtische Gymnasium Poeticum sowie auf das 1589 eröffnete Jesuitengymnasium St. Paul zurück. 1811 vereinigte König Maximilian I. von Bayern beide Schulen zum Königlich-Bayerischen Gymnasium. Ab 1875 bezog es ein neues Domizil am Ägidienplatz. In Abgrenzung zu dem 1880 eröffneten Neuen Gymnasium (heute: Albrecht-Altdorfer-Gymnasium) wurde die Schule in Altes Gymnasium umbenannt. Ein großer Teil der Schüler rekrutierte sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem bischöflichen Studienseminar St. Wolfgang. 1962 erhielt es den Namen des bedeutenden mittelalterlichen Scholastikers Albertus Magnus, der von 1260 bis 1262 Bischof von Regensburg war. 1965 bezog es einen Neubau im Westen der Stadt. Dem ursprünglich humanistischen Gymnasium wurde 1964 ein neusprachlicher, 1993 schließlich ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig hinzugefügt.

Der Kunstmaler Josef Altheimer (1860–1913) wirkte hier von 1891 bis 1912 als Zeichenlehrer.

„Stoppt-Strauß“-Zwischenfall[Bearbeiten]

Bundesweit für Aufsehen sorgte das Albertus-Magnus-Gymnasium während des Bundestagswahlkampfs 1980 mit der Entscheidung der Schulleitung am 17. Juli 1980, die 18-jährige Schülerin Christine Schanderl wegen Tragens einer gegen Franz Josef Strauß gerichteten „Stoppt-Strauß“-Plakette des Gymnasiums zu verweisen. Die Schulleitung berief sich dabei auf eine Ministerialverordnung von 1973, nach der „politische Werbung durch Wort, Bild, Schrift und Emblem“ innerhalb der Schule mit einem Verweis oder auch der Relegation bestraft werden konnte.

Trotz eines für sie positiven Urteils des Verwaltungsgerichtes Regensburg verwehrte ihr mit dem Hinweis auf die eingelegte Berufung der Leiter der Schule weiterhin den Zutritt zum Unterricht. Am 27. Mai 1981 entschied indes der Bayerische Verfassungsgerichtshof,[1] Schanderl habe das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung auch in der Schule ausüben dürfen. Dennoch hoben die Richter die Schulordnung nicht mit sofortiger Wirkung auf, sondern verlangten eine gesetzliche Regelung durch den Landtag.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Mit etwa 1050 Schülern, die in 25 Klassen, 10 Leistungs- und 20 Grundkursen unterrichtet werden, zählt das Albertus-Magnus-Gymnasium zu den mittelgroßen Gymnasien. In der fünften und sechsten Klasse belegen die Schüler Latein und Englisch als Fremdsprachen; die Reihenfolge kann gewählt werden. Ab der achten Klasse werden dann alternativ drei Ausbildungszweige angeboten:

  • Humanistischer Zweig (Altgriechisch als dritte Fremdsprache)
  • Neusprachlicher Zweig (Französisch als dritte Fremdsprache)
  • Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Zweig (keine dritte Fremdsprache)

In der Unterstufe werden die Instrumentalisten in einer Streicherklasse gefördert, talentierte Sänger in der Chorklasse.

Schüleraustausch findet mit Schulen in Aberdeen, Pilsen, Clermont-Ferrand, Tempe (Arizona), Schio (Italien) und Qingdao (China) statt.

Schulmotto[Bearbeiten]

Das Schulmotto des AMGs lautet "sapere aude!", was so viel wie "wage zu denken" heißt.

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. BayVerfGH, NJW 1982, 1089ff.

Weblinks[Bearbeiten]