Albion (Computerspiel)

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Albion
Logo Albion Bluebyte big.jpg
Entwickler DeutschlandDeutschland Blue Byte
Publisher DeutschlandDeutschland Blue Byte
Erstveröffent-
lichung
DeutschlandDeutschland 1995
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 31. August 1996
Plattform MS-DOS
Genre Computer-Rollenspiel
Thematik Science-Fiction, Fantasy
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
Medium 1 CD-ROM
Sprache Deutsch, Englisch
Aktuelle Version 1.38
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Albion ist ein Rollenspiel von Blue Byte. Es wurde 1995 für MS-DOS-PCs veröffentlicht. Das Spiel wurde als inoffizieller Nachfolger von Amberstar und Ambermoon angepriesen, da die Entwickler der Amber-Spiele daran mitgearbeitet hatten.[2]

Handlung[Bearbeiten]

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Tom Driscoll, einem Crewmitglied des Bergbau-Raumschiffs Toronto.[1] Vor der Landung der Toronto auf einem noch unerforschten, scheinbar lebensfeindlichen Planeten, soll er zur Erkundung mit einem Inspektor der Erdregierung zur Oberfläche fliegen, dieser stirbt jedoch bei einem Unfall. Stattdessen wird der Wissenschaftler Rainer Hofstedt angewiesen, Tom zu begleiten. Als das Shuttle in die Atmosphäre des Planeten eintaucht, versagt jedoch die Shuttlesteuerung und sie stürzen ab.

Als sie aus dem Shuttle aussteigen, müssen sie feststellen, dass sie in einem blühenden Dschungel gelandet sind. Kurz darauf explodiert das Shuttle, Tom und Rainer werden bewusstlos. Jedoch werden sie gerettet von den Iskai, katzenartigen Humanoiden, die einen Teil des Planeten bewohnen. Um den Landeplatz der Toronto zu finden, begeben sich die beiden auf eine Reise durch diese fremde Welt. In deren Verlauf entdecken sie, dass auch Menschen auf dem Planeten leben, die an die Kelten der Erde erinnern, aber magiebegabt sind.

Schlussendlich muss Tom feststellen, dass der Planet durch den Rohstoffabbau der Toronto zerstört wird und versucht, dies zu verhindern. Man erfährt, dass der Inspektor herausgefunden hatte, dass der Planet Leben birgt und von der Künstlichen Intelligenz ermordet wurde, als er versuchte Kontakt zur Erde aufzunehmen. In einem letzten Kampf gegen die Künstliche Intelligenz des Raumschiffes werden Tom und seine Gefährten besiegt, jedoch gelangt ein magischer Samen in den Reaktor der Toronto. Das Schiff wird daraufhin von Pflanzen überwuchert und zerstört. Die Menschen an Bord beginnen ein neues Leben auf Albion.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Albion ist ein Computer-Rollenspiel, allerdings darf der Spieler keine eigenen Charaktere entwerfen. Die Hauptfigur Tom Driscoll und alle im Verlauf des Spiels hinzukommenden Begleitcharaktere werden dem Spieler vom Programm vorgegeben. Nach dem Beitritt eines Charakters zur Gruppe hat der Spieler jedoch volle Kontrolle über die Ausstattung und bestimmt die Weiterentwicklung der Figur. Die Gruppe besteht aus maximal sechs Personen.

Die Charakterentwicklung basiert auf Erfahrungspunkten, die durch erfolgreiche Kämpfe, aber auch durch das Lösen von Rätseln erworben werden können. Die Punkte können nicht direkt auf die Fähigkeiten vergeben werden, man benötigt dafür einen Lehrer. Das Training verbessert dabei aber nicht die eigentliche Stärke in den ausbaubaren Fähigkeiten wie Nahkampf oder Fernkampf, sondern die Treffsicherheit. Attribute wie Stärke oder Intelligenz können nur schwer und langwierig beeinflusst werden, sie sind bei jedem Charakter nahezu unveränderlich festgesetzt, allerdings steigt die Anzahl der Angriffe pro Runde mit dem Levelaufstieg.

Das Spiel wird abwechselnd in drei Ansichten gespielt: für Überlandkarten und neutrale Orte v. a. aus einer zweidimensionalen isometrischen Überblicksperspektive und in Dungeons aus einer 3D-Egoperspektive. Beide Abschnitte werden in Echtzeit gespielt, es existiert ein Tag-Nacht-Zyklus. Für die rundenbasierten Kämpfe wird ein sechs mal sechs Felder großes, schachbrettartigen Spielfeld eingeblendet, auf dem die Kampftaktik festgelegt werden kann. Vor jeder Runde werden die Aktionen jeder Person der Gruppe vom Spieler festgelegt. Dabei wählt man zwischen Nah- oder Fernkampf, Zauberei, einer Bewegung, Flucht oder nichts tun. Nachdem der Spieler alle Aktionen seiner Runde festgelegt hat, werden diese nach Bestätigung vom Computer ausgeführt. In welcher Reihenfolge die Aktionen ausgespielt werden, ergibt sich aus dem Geschwindigkeitswert der eigenen und gegnerischen Figuren. Die optische Wiedergabe der Rundenaktionen erfolgt schließlich in der 3D-Dungeon-Ansicht, bevor zur Planung der nächsten Runde erneut der Taktikbildschirm aufgerufen wird.

Der Spieler interagiert mit der Spielwelt über ein Point&Click-Interface. Die rechte Maustaste ruft bei Bedarf ein kontextsensitives Menü auf, in dem verschiedene Interaktionsmöglichkeiten zur Auswahl stehen. Dialoge werden über eine Textbox eingeblendet. Oftmals stehen dem Spieler verschiedene vorgegebene Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Zusätzlich kann der Spieler gezielt nach selbstgewählten Begriffen fragen. Die Eingabe erfolgt über die Tastatur.

Entwickler[Bearbeiten]

  • Produzent: Thomas Hertzler
  • Projektleitung: Erik Simon
  • Programmierer: Jurie Horneman, Marcus Pukropski
  • Grafiker: Thorsten „GOGO“ Mutschall, Tobias Richter
  • Musiker: Matthias Steinwachs

Technik[Bearbeiten]

Albion wurde für DOS und Windows 95 entwickelt, für die zur damaligen Zeit typische Bandbreite an PC-Hardware. Es läuft auch auf neueren Windows-Betriebssystemen, jedoch mit Problemen bei der Leistung oder bei der Unterstützung aktueller Grafik- oder Audiohardware. Ein Austausch des beiliegenden DOS4GW DOS-Extender durch den alternativen DOS/32A[3] kann die Performance verbessern wie auch die Verwendung eines DOS-Emulators wie DOSBox,[4] der auch das Problem von Hardware-Inkompatibilitäten löst. Für den Amiga existiert nur eine kostenlose Demoversion von Albion[5].

2011 wurde eine von Fans aus der x86 Version durch statisches Rekompilieren gewonnene und für die ARM-Architektur angepasste Version für das Pandora Handheld verfügbar.[6][7]

Rezeption[Bearbeiten]

Petra Schlunk von der Computer Gaming World vergab 3,5 von 5 Punkten. Sie bezeichnete das Spiel als etwas altmodisch mit einem langatmigen Kampfsystem und teils zu groß gestalteten Leveln, dafür biete es jedoch im Kontrast zu The Elder Scrolls II: Daggerfall und Diablo ein inhaltlich umfangreiches und tiefgründiges Rollenspiel, dass für Genreliebhaber empfehlenswert sei.[8]

Als besonders erfrischend empfand man die Kombination von Sci-Fi- und Fantasy-Elementen in Albion, sowie die detaillierte Ausarbeitung der einzelnen Rassen und Kulturen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Albion. BlueByte.de. Archiviert vom Original am 21. Februar 2001. Abgerufen am 17. November 2010.
  2. a b Ulrich Smidt: Albion. (Artikelscan) In: Power Play. Nr. 4, 1996. Abgerufen am 10. Oktober 2011.
  3. DOS/32A – Alternativer DOS-Handler
  4. DOSBox, Version 0.73 unterstützt Albion. 2009. Abgerufen am 18. November 2010.
  5. Amiga Demo von Albion
  6. M-HT: Albion (englisch) openpandora.org. 6. November 2011. Abgerufen am 3. April 2014.
  7. M-HT: Albion (englisch) repo.openpandora.org. 11. Juni 2011. Abgerufen am 2. April 2014: „This is a port of the game's executable for Pandora (using static recompilation/binary translation).
  8. Petra Schlunk: Space Quests. (Artikelscan) In: Computer Gaming World. 01/1997, Nr. 150, Januar 1997, S. 156-160.
  9. Monika Stoschek: Albion. (Artikelscan) In: PC Player. Nr. 4, 1996, S. 146-148. Abgerufen am 10. Oktober 2011.