Albrecht Erlenmeyer

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Friedrich Albrecht Erlenmeyer (* 9. März 1849 in Bendorf; † 7. Juli 1926 daselbst) war ein deutscher Psychiater und Graphologe.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Psychiaters Adolph Erlenmeyer und Neffe von Emil Erlenmeyer legte am Gymnasium in Koblenz das Abitur ab. Im Anschluss daran studierte er in Bonn, Halle, Würzburg und Greifswald Medizin. Während des Studiums wurde er Mitglied der Landsmannschaften Teutonia Bonn, Teutonia Halle sowie Makaria Würzburg. 1872 wurde Erlenmeyer in Greifswald mit einer Arbeit Über das cicatricielle Neurom promoviert. Hernach nahm er die Tätigkeit als dirigierender Arzt der Erlenmeyer'schen Anstalten für Gemüts- und Nervenkranke in Bendorf auf.

Erlenmeyer veröffentlichte eine Vielzahl neurologischer und psychiatrischer Arbeiten sowohl in in- als auch ausländischen Zeitschriften. 1878 gründete er das Centralblatt für Nervenheilkunde, Psychiatrie und gerichtliche Psychopathologie, dessen Redaktion er 12 Jahre führte. 1895 gab er mit William Thierry Preyer und Wilhelm Langenbruch (1860–1932) die Die Handschrift, Blätter für wissenschaftliche Schriftkunde und Graphologie heraus.

Besondere Aktivitäten entwickelte Erlenmeyer auch als Freimaurer. Er ist am 18. Oktober 1877 in die Koblenzer Loge Friedrich zur Vaterlandsliebe aufgenommen worden und war zeitweise deren Meister vom Stuhl. Er war Ehrenmitglied zahlreicher anderer Logen und als freimaurerischer Autor tätig.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Die Schrift: Grundzüge ihrer Physiologie und Pathologie, Stuttgart 1879
  • Über statische Reflexkrämpfe, Leipzig 1885
  • Die Principien der Epilepsiebehandlung, Wiesbaden 1886
  • Die Morphiumsucht und ihre Behandlung, Neuwied 1887
  • Unser Irrenwesen, Studien und Vorschläge zu seiner Reorganisation, Wiesbaden 1896
  • Erste Hilfe bei Geisteskranken, Bonn 1919
  • Die Entmündigung wegen Trunksucht nach dem BGB

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Gantter: Der letzte vom Zwingenberg. Landsmannschafter Zeitung, 40 (1926), S. 211.
  • Julius Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Urban & Schwarzenberg, Berlin, 1901, S. 469 f.
  • Max Mechow: Namhafte CCer. Historia Academica, Band 8/9, S. 48 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Albrecht Erlenmeyer: Die Gründung der St. Johannis-Loge Friedrich zur Vaterlandsliebe im Or.: zu Coblenz; Ein Beitrag zur Geschichte der rheinischen Freimaurerei. W. Büxenstein, Berlin 1901.