Albrecht II. (Holstein)

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Siegel des Albrecht II. aus der Zeit um 1402

Albrecht II. von Holstein (* ca. 1369, † 28. September 1403 in Dithmarschen begraben in Itzehoe), Sohn des Grafen Heinrich II. von Holstein-Rendsburg und der Ingeborg von Mecklenburg, war ab dem Tode seines Vaters 1381 oder 1384 bis 1397 Graf von Holstein-Rendsburg und 1397-1403 Graf von Holstein-Segeberg.[1]

Nach dem Tod des Vaters koordinierte sein Onkel Graf Nikolaus als Seniorgraf die Zusammenarbeit der Schauenburger. Nach dessen Ableben wurden am 28. August 1397 die Grafschaften Holstein und Stormarn mit Sitz Segeberg zwischen Albrecht und seinem älteren Bruder Gerhard geteilt. Albrecht II. versuchte vergeblich, auch eine Teilung des Herzogtums Schleswig zu erreichen, das Gerhard als Erblehen vom dänischen König Olav II. erhalten hatte, scheiterte aber an den dänischen Rechtsauffassungen.

Ein Raubzug seines Schwiegervaters, Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg, in Dithmarschen bot den Anlass zu der zwischen 1402 und 1404 andauernden Fehde der Holstein-Rendsburger Grafen gegen die Dithmarscher. Hintergrund dieser Auseinandersetzung sind die jahrzehntelangen Versuche der Grafen von Holstein, die zum Erzstift Bremen gehörigen, jedoch von weltlicher Herrschaft unabhängigen Bauerngemeinschaften zu unterwerfen. Da sich Herzog Erich nach begangener Fehde und Plünderungszug über das Einflussgebiets Albrechts zurückgezogen hatte, war der Graf durch die Dithmarscher der Mitwissenschaft beschuldigt worden. Albrecht reinigte sich gegenüber seinen Brüdern durch einen Treueid von selbigen Vorwürfen. Daraufhin angeblich gedrängt durch niederadelige Vertraute und Räte, begannen die Grafen gemeinschaftlich die Fehde gegen die Dithmarscher; energischster Fehdetreibender war indessen Albrecht.

Im Verlauf dieser Fehde verunglückte Graf Albrecht während eines Ausweichmanövers auf der Norderhamme und starb infolge eines Pferdesturzes am 28. September 1403.[2]

Albrecht war mit Agnes († vor 1415), Tochter des Herzogs Erich IV. von Sachsen-Lauenburg († 1412), und der Sophie von Braunschweig-Lüneburg († 1416) vermählt. Albrecht verstarb kinderlos.

Literatur[Bearbeiten]

  • Volquart Pauls (Begründer), Olaf Klose (Hrsg.): Geschichte Schleswig-Holsteins. Band 4, Teil 2: Erich Hoffmann: Spätmittelalter und Reformationszeit. Neue Ausgabe. Wachholtz, Neumünster 1990, ISBN 3-529-02404-X.
  • Georg Waitz: Schleswig-Holsteins Geschichte. In drei Büchern. Erster Band: erstes Buch. Dieterich u. a., Göttingen 1851.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Detlev Kraack: Die frühen Schauenburger als Grafen von Holstein und Stormarn (12.–14. Jahrhundert). In: Carsten Porskrog Rasmussen, Elke Imberger, Dieter Lohmeier, Ingwer Momsen (Hrsg.): Die Fürsten des Landes. Herzöge und Grafen von Schleswig, Holstein und Lauenburg. Wachholtz, Neumünster 2008, ISBN 978-3-529-02606-5, S. 28–51, hier: S. 51 (Stammtafel 2: Die Nachkommen Heinrichs des Eisernen).
  2. Georg Waitz: Schleswig-Holsteins Geschichte. In drei Büchern. Erster Band: erstes Buch. Dieterich u. a., Göttingen 1851, S. 290–291.
Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich II. und
Nikolaus
Graf von Holstein-Rendsburg
1381-1397
Gerhard VI.
keiner
Segeberg (Stormarn) wurde von Rendsburg abgetrennt
Graf von Holstein-Segeberg
1397-1403
keiner
Segeberg fiel an Rendsburg unter Gerhard VI. zurück