Albrecht von Graefe (Politiker)

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Albrecht von Graefe

Albrecht von Graefe (* 1. Januar 1868 in Berlin; † 18. April 1933 in Goldebee; vollständiger Name: Karl Albrecht von Graefe) war ein deutscher Politiker (DNVP, DVFP) in der Weimarer Republik. Graefe war der Sohn des bekannten Augenarztes Albrecht von Graefe. Zur Unterscheidung nannte er sich Graefe-Goldebee.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur auf dem Joachimsthaler Gymnasium in Berlin 1887 studierte er an der dortigen Universität zwei Semester Rechtswissenschaften und ging dann zum Militär, wo er bis 1900 in verschiedenen Husarenregimentern diente. Bereits 1899 übernahm er das ritterschaftliche Gut Goldebee in Mecklenburg-Schwerin. Daneben war er Mitarbeiter der Zeitung Mecklenburger Warte in Wismar. Von 1896 bis 1907 wirkte Graefe als Diplomat, u.a. in Istanbul. Im Ersten Weltkrieg war er, zuletzt als Major, Bataillonschef des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 und des Jäger-Regiments Nr. 9.

Partei[Bearbeiten]

Von Graefe, der im Kaiserreich der Deutschkonservativen Partei angehört hatte, beteiligte sich 1918 an der Gründung der DNVP. Im Sommer 1922 beteiligte er sich u.a. mit Reinhold Wulle und Wilhelm Henning an der Gründung der Völkischen Arbeitsgemeinschaft in der DNVP, die im Dezember 1922 die Partei verließ und die Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP) gründete, deren Vorsitzender von Graefe bis 1928 war. Mit anderen Führungsfiguren der DVFP beteiligte er sich am 9. November 1923 am Hitler-Ludendorff-Putsch in München, bei dem er in der ersten Reihe marschierte.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Seit 1899 war Graefe Rittergutsbesitzer auf Goldebee und als solcher bis 1918 Mitglied des Ständetags von Mecklenburg-Schwerin. Von 1912 bis 1918 war er Abgeordneter des Wahlkreises Güstrow-Ribnitz im Reichstag für die Deutschkonservative Partei.[1] Nach der Novemberrevolution vertrat Graefe die neu gegründete Deutschnationale Volkspartei 1919 in der Weimarer Nationalversammlung und ab 1920 im Reichstag. Während der zweiten Legislaturperiode des Reichstags der Weimarer Republik war er Abgeordneter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei und nach dem Zerfall der Verbindung von Völkischen und Nationalsozialisten bis 1928 wieder Reichstagsabgeordneter für die DVFP. Dann zog er sich aus der Politik zurück.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Die Anklage gegen die Revolutions-Regierung. Rede des Abgeordneten Albrecht von Graefe in der Nationalversammlung am 25. Juli 1919. In: „Tägliche Rundschau“, Juli 1919
  • Die Abrechnung mit Erzberger. Reden des deutschnationalen Abgeordneten Albrecht von Graefe in der Nationalversammlung in Weimar am 25. Juli 1919 und des deutschnationalen Abgeordneten Georg Schultz in der Nationalversammlung in Weimar am 28. Juli. Deutschnationale Schriftenvertriebsstelle, Berlin 1919
  • Die Totengräber des deutschen Reichsheeres. Deutschnationale Schriftenvertriebsstelle, Berlin 1919
  • Die Revision von Versailles. Deutschnationale Schriftenvertriebsstelle, Berlin 1920
  • Damals in Weimar 1919. Ein Blick hinter die Kulissen. Der Verrat am deutschen Volk. Erinnerungen aus der Nationalversammlung - ein Appell an alle Deutsche. Deutsche Buchdruck- u. Verlags-A.G., Berlin 1929
  • In Harmonie von deutschem Stolz und Demut vor Gott. Erwiderung eines deutschen Christen auf Frau Mathilde Ludendorff's „Erlösung von Jesu Christo“. Rethra-Verlag, Rostock 1931

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaiserliches Statistisches Amt (Hrsg.): Die Reichstagswahlen von 1912. Heft 2. Berlin: Verlag von Puttkammer & Mühlbrecht, 1913, S. 101 (Statistik des Deutschen Reichs, Bd. 250)