Albrecht von Hagen

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Albrecht von Hagen (Mitte, sitzend)

Albrecht von Hagen (* 11. März 1904 in Langen (Pommern); † 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Jurist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus im Attentat vom 20. Juli 1944.

Leben[Bearbeiten]

Albrecht von Hagen wurde auf dem hinterpommerschen Rittergut des neumärkisch-pommerschen Uradelsgeschlechts geboren, dem er entstammte. Er studierte Rechtswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und an der Albertus-Universität Königsberg. Seit 1922 war er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.[1] Nach dem Referendariat war er als Syndikus bei der Osthilfe und einer Privatbank beschäftigt. 1935 nahm er an freiwilligen Offizierslehrgängen der Wehrmacht teil, so dass er zu Beginn des Zweiten Weltkrieges als Leutnant der Reserve eingezogen wurde. Bei einer Verwendung während des Afrikafeldzuges lernte er Claus Schenk Graf von Stauffenberg kennen und schloss sich unter dessen Einfluss dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten an. Die Verschwörer erreichten seine Versetzung zum Oberkommando der Wehrmacht, wo er für den Kurierdienst zwischen den Dienststellen in Berlin und dem Führerhauptquartier Wolfsschanze zuständig war. Im Mai 1944 besorgte Albrecht von Hagen gemeinsam mit Joachim Kuhn Sprengstoff für ein Attentat auf Adolf Hitler. – Den Sprengstoff für den 20. Juli 1944 beschaffte Wessel Freiherr von Freytag-Loringhoven.

Von Hagen wurde unmittelbar nach dem gescheiterten Umsturzversuch verhaftet. Wenige Tage später wurde seine gesamte Familie in Sippenhaft genommen. Am 8. August 1944 wurde von Hagen vom Volksgerichtshof in einem Schauprozess zum Tod verurteilt und noch am selben Tag in Plötzensee auf ausdrücklichen Befehl Hitlers durch Erhängen hingerichtet.[2] Im Abschiedsbrief Albrecht von Hagens an seine Frau findet sich die Zeile: „... mit meinem Schicksal kann ich nicht hadern.“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1996, 140, 1376
  2. Gerd R. Ueberschär: Stauffenberg. Der 20. Juli 1944. S. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-10-086003-9, S. 156

Literatur[Bearbeiten]

  • Dagmar Albrecht: „Mit meinem Schicksal kann ich nicht hadern“. Sippenhaft in der Familie Albrecht von Hagen. Berlin (Dietz) 2001 (ISBN 3320020188)

Weblinks[Bearbeiten]