Alcatel-Lucent

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Alcatel-Lucent
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Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000130007
Gründung 1. Dezember 2006
Sitz Paris, Frankreich
Leitung Michel Combes CEO,
Mitarbeiter 62.311 (2013)[1]
Umsatz 14,4 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Telekommunikation
Website www.alcatel-lucent.com

Alcatel-Lucent S.A. ist einer der weltweit führenden Hersteller und Anbieter im Bereich Telekommunikations- und Netzwerkausrüstung. Das Unternehmen entstand 2006 aus der Fusion des französischen Konzerns Alcatel und des US-amerikanischen Konzerns Lucent Technologies.

Alcatel-Lucent bietet Telekommunikationsnetzbetreibern, Internetdienstanbietern, sowie Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen integrierte Netzlösungen zum Aufbau von Sprach- und Datennetzen. Die Alcatel One Touch-Mobiltelefone werden nicht von Alcatel-Lucent, sondern von TCL hergestellt.[2]

Der Hauptsitz des neuen Unternehmens befindet sich in Paris, Frankreich. Der Unternehmenssitz in den Vereinigten Staaten ist der bisherige Lucent-Hauptsitz in Murray Hill, New Jersey.

Gründung[Bearbeiten]

Historisches Logo

Bereits 2001 unternahmen die beiden Konzerne den ersten Anlauf zu einer Fusion. Sie scheiterte jedoch zunächst an der Bewertung der amerikanischen Lucent Technologies.

Am 2. April 2006 wurde erneut die Fusion bekanntgegeben.[3] Der Alcatel-Verwaltungsrat billigte die Übernahme von Lucent am 30. November 2006 mit Wirkung zum 1. Dezember 2006.

Operativ wurde der Konzern zunächst von der bisherigen Lucent-Chefin Patricia Russo als CEO geführt. Sie war damit die erste Amerikanerin an der Spitze eines französischen Großkonzerns. Alcatel-Chef Serge Tchuruk übernahm als Präsident des Verwaltungsrates eine Aufsichtsfunktion. Die Übernahme durch die französische Alcatel bedurfte der Genehmigung des US-Präsidenten George W. Bush, da Lucent als amerikanisches Hightech-Unternehmen galt, das mit den Bell Labs an militärischen Forschungen arbeitet.

Vom 2. September 2008 bis 31. März 2013 wurde das Unternehmen von Ben Verwaayen als CEO geführt, diese Aufgabe wurde am 1. April 2013 von Michel Combes übernommen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Fusion wurden die Bereiche Sicherheits- und Signaltechnik im Januar 2007 an Thales abgegeben und im Gegenzug die Beteiligung am französischen Rüstungsunternehmen von 9,46 % auf 20,95 % erhöht. Im April folgte das Satellitengeschäft, das ebenfalls an Thales abgegeben wurde. Im Frühjahr 2009 verkaufte Alcatel-Lucent ihren Thales-Anteil an Dassault Aviation.[4]

Das erste Geschäftsjahr des neuen Unternehmens war durch Schwierigkeiten bei der Restrukturierung und hohem Druck durch die Konkurrenz am Telekommunikationsmarkt geprägt.[5] Gleich mehrfach mussten Gewinnwarnungen wegen hoher Verluste in den Quartalsbilanzen ausgesprochen werden. Der Finanzvorstand wurde ausgewechselt. Statt der ursprünglich angekündigten 12.500 sollten bis 2009 weitere 4000 Stellen gestrichen werden[6]. Weitere Restrukturierungsmaßnahmen folgten.

Im Juni 2009 bildet Alcatel-Lucent mit Hewlett-Packard (HP) eine „globale Allianz“.[7]

Organisationsstruktur von Alcatel-Lucent[Bearbeiten]

Alcatel-Lucent ist in drei geografische Regionen eingeteilt: Eine Region umfasst Asia-Pacific & China (APAC), die zweite Europe Middle East & Africa (EMEA) und die dritte die amerikanischen Kontinente Americas, bestehend aus North America Region (NAR) und Carribbean and Latin America (CALA). Zu den drei Geschäftsfeldern gehören die Carrier Product Group, für den Betreibermarkt, die Enterprise Product Group für Unternehmenskunden und die Services Group als Dienstleistungssparte für alle Kundensegmente. Zusätzlich gibt es verschiedene zentrale Funktionen im Unternehmen wie zum Beispiel das weltweit integrierte Supply-Chain- und Beschaffungswesen, Finanzwesen, Informationstechnologie, Marketing, Personal-, Rechts- und Kommunikationsabteilungen.

Forschung und Innovationen[Bearbeiten]

Nach Unternehmensangaben sind rund 23.000 Mitarbeiter von Alcatel-Lucent in der Forschung und Entwicklung tätig[8] (einschließlich eines Kernforschungsteams von 1.000 Wissenschaftlern und Forschern in acht Ländern). Dazu gehören die Bell Labs mit Sitz in New Jersey, USA. Alcatel-Lucent hat im Jahr 2009 rund 2,4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert und hält 27.600 aktive Patente. Damit betrachtet sich Alcatel-Lucent als einer der Innovationstreiber in der weltweiten Kommunikationsforschung und -entwicklung. Rund 500 Experten von Alcatel-Lucent sind in über 100 weltweiten Standardisierungsgremien vertreten.

Anwendungen[Bearbeiten]

  • Lösungen für Sprach- und Datennetze für Unternehmen und Netzbetreiber (vom LAN und WLAN bis hin zu Metronetzen inklusive ISDN, SDH, PDH, Telefonvermittlungsstellen, DSLAM-Technik für xDSL Zugangstechnologien, ATM/IP-Switches und Router)
  • Mobilfunknetze (GSM GPRS, UMTS, LTE, CDMA2000, WiMAX)
  • Lösungen für die Kommunikation in Unternehmen und Behörden (TK-Anlagen, IP-Telefonie mit SIP, IP-Netzinfrastruktur, Netzmanagement, Sicherheitslösungen, Contact Center und Unified Communications)
  • Multimedia-Dienste für Netzbetreiber (Triple-Play-Lösungen, IPTV-Applikationen und -Systemintegration, Mobile TV)

Corporate Design[Bearbeiten]

Das Logo von Alcatel-Lucent ist ein stilisiertes Unendlichkeitssymbol. Darin eingebettet sind ein „A“ und ein „L“. Der Entwurf stammt von Euro RSCG, einer Werbeagentur der französischen Havas-Gruppe.

Alcatel-Lucent in Deutschland[Bearbeiten]

Hauptartikel: Alcatel-Lucent Deutschland

Alcatel-Lucent ist in Deutschland durch verschiedene Vorgängergesellschaften und Firmenübernahmen seit über 100 Jahren aktiv. Die Zentrale befindet sich in Stuttgart; weitere Standorte sind Berlin, Bonn, Düsseldorf, Hannover, München, Neu-Isenburg und Nürnberg. Geschäftsstellen in größeren Städten betreuen die Unternehmenskunden vor Ort. Außerdem betreibt Alcatel-Lucent in Deutschland seit März 2007 das E-Plus-Netz und seit 1. Juli 2010 das BOS-Digitalfunknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Polizeibehörden, Rettungsdienste, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr.

Zu den wichtigen Kunden von Alcatel-Lucent in Deutschland zählen: BT Global Services, Deutsche Telekom, E-Plus, Netcologne, O₂ Germany, QSC, Vodafone sowie die Bundeswehr und Unternehmenskunden wie z. B. E.ON, die Henkel-Gruppe oder das Pharmaunternehmen Merck.

Alcatel-Lucent in der Schweiz[Bearbeiten]

Alcatel-Lucent ist in der Schweiz seit über 70 Jahren aktiv. Der Hauptsitz liegt in Zürich, weitere Standorte befinden sich in Bern und Genf. Mit der Übernahme des ersten Carrier-Netzwerk-Outsourcing in der Schweiz für das Mobilfunknetz von Orange stießen zum 1. Januar 2008 146 Orange-Mitarbeiter zu Alcatel-Lucent Schweiz. Zum 1. August 2008 lagerte Sunrise ebenfalls seinen Netzbetrieb aus und 290 Mitarbeiter wechselten zu Alcatel-Lucent.[9] Per 1. August 2008 arbeiten 693 Mitarbeitende bei Alcatel-Lucent Schweiz, der Umsatz im Jahr 2007 betrug 180 Millionen CHF.

Zu den Kunden von Alcatel-Lucent Schweiz zählen unter anderem Swisscom, Cablecom, SBB, BLS, Nestlé, Swatch, die Kantonalbanken, Manor, CERN und Calida.

Unter anderem hat Alcatel-Lucent in der Schweiz die Infrastruktur für die IP-Telefonie des größten Kabelnetzbetreibers Cablecom (rund 250.000 "digital phone"-Kunden) sowie den Breitband-Zugang von Swisscom (rund 1,5 Millionen ADSL-Kunden) aufgebaut.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bilanz/GUV in finanzen.net
  2. alcatelonetouch.com: Wir über uns
  3. http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/telekommunikation_aid_107066.html
  4. Alcatel-Lucent verkauft Thales-Anteil an Dassault Aviation. boersen.manager-magazin.de. 8. Dezember 2008. Abgerufen am 4. Juli 2009.
  5. Der Standard, 10. Dezember 2007, Dunkle Wolken über Geburtstagsfeier
  6. heise online, 31. Oktober 2007 ,Alcatel-Lucent will weitere 4000 Stellen abbauen
  7. HP und Alcatel-Lucent schließen globale Allianz. alcatel-lucent.com. 18. Juni 2009. Abgerufen am 4. Juli 2009.
  8. Pressemitteilung vom 30. November 2006 (PDF; 19 kB) Abgerufen am 15. September 2010.
  9. Sunrise konzentriert sich aufs Kerngeschäft. Sunrise, 3. Juni 2008, abgerufen am 8. August 2012.