Alejandro Valverde

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Alejandro Valverde Straßenradsport
Alejandro Valverde
Alejandro Valverde
zur Person
Geburtsdatum 25. April 1980
Nation SpanienSpanien Spanien
zum Team
Aktuelles Team Movistar Team
Disziplin Straße
Funktion Fahrer
Doping
2009–2011 Dopingskandal Fuentes
Team(s)
2002–2004
2005–2010
seit 2012
Comunidad Valenciana-Kelme
Caisse d'Epargne
Movistar
Wichtigste Erfolge
Grand Tours

Goldenes Trikot Gesamtwertung Vuelta a España 2009
vier Etappensiege Tour de France
sieben Etappensiege Vuelta a España

Weltmeisterschaften

Silber Straßenrennen 2003 und 2005
Bronze Straßenrennen 2006, 2012, 2013 und 2014

Spanische Meisterschaften

Spanischer Meister Spanischer Meister – Straßenrennen 2008
Spanischer Meister Spanischer Meister – Einzelzeitfahren 2014

Klassiker

Lüttich–Bastogne–Lüttich 2006 und 2008
Flèche Wallonne 2006, 2014

UCI ProTour

UCI-ProTour-Leadertrikot Einzelwertung 2006, 2008

UCI World Tour

Union-Cycliste-Internationale-Logo.svg Einzelwertung 2014

Infobox zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2014

Alejandro Valverde Belmonte (* 25. April 1980 in Las Lumbreras, Murcia) ist ein spanischer Radrennfahrer. Zu seinen größten Erfolgen zählte der Gesamtsieg der Vuelta a España 2009 und zwei Siege beim Klassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich. Im Jahr 2010 wurde er wegen Doping für zwei Jahre gesperrt.

Karriere[Bearbeiten]

Erste Erfolge und Höhepunkte[Bearbeiten]

Seine Profikarriere begann Valverde 2002 beim spanischen Radsportteam Kelme-Costa Blanca. 2003 konnte der damals erst 23-jährige Valverde zwei Etappensiege sowie den dritten Platz der Gesamtwertung bei der Vuelta a España erreichen. Bei der Straßen-Radweltmeisterschaft in Hamilton platzierte er sich hinter einem weiteren Spanier, Igor Astarloa, auf dem zweiten Rang. 2004 siegte er bei mehreren kleineren spanischen Etappenrennen, der Murcia-Rundfahrt, der Valencia-Rundfahrt und der Burgos-Rundfahrt, bei der er drei der vier Etappen gewann. Außerdem erreichte Valverde bei der Spanienrundfahrt trotz eines schweren Sturzes auf der elften Etappe[1] den vierten Gesamtrang.

Im Jahr 2005 wechselte Valverde zur Mannschaft Illes Balears, die eine Lizenz als ProTeam in der neu geschaffenen UCI ProTour erhielt. Er bestritt für dieses Team die Tour de France 2005, bei der er die Bergankunft der 10. Etappe in Courchevel im Zweiersprint vor Lance Armstrong gewann, aber auf der 13. Etappe wegen Kniebeschwerden aufgab.[2] Im Herbst wurde Valverde bei den Straßenweltmeisterschaften 2005 im Sprint einer 23-köpfigen Spitzengruppe hinter Tom Boonen Vizeweltmeister.[3]

Im folgenden Jahr konnte Valverde die Gesamtwertung der UCI ProTour gewinnen. Zu diesem Erfolg trugen insbesondere seine Klassikersiege bei der Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich sowie der zweite Platz bei der Vuelta a España bei. Die Tour de France 2006 musste er jedoch auf der 3. Etappe von Esch-sur-Alzette nach Valkenburg nach einem Sturz rund 20 km vor der Zieleinfahrt, bei dem er sich das Schlüsselbein brach, aufgeben.[4] Zum Saisonabschluss belegte Valverde bei den Straßenweltmeisterschaften in Salzburg den dritten Platz.

Den ProTour-Sieg konnte Valverde 2008 nach Siegen bei Lüttich-Bastogne-Lüttich dem Etappenrennen Critérium du Dauphiné Libéré und der Clásica San Sebastián wiederholen. Bei der Tour de France 2008, die in diesem Jahr wie auch die Vuelta a España 2008 nicht zur ProTour gehörte, gewann er die erste Etappe, übernahm das Gelbe Trikot und wurde am Ende Gesamtneunter – Achter nach der nachträglichen Disqualifikation von Bernhard Kohl – und konnte damit den sechsten Rang aus dem Vorjahr nicht ganz bestätigen. Einen weiteren Sieg erzielte Valverde bei der 2. Etappe der Spanienrundfahrt, bei der er zwischenzeitlich Gesamtwertung anführte und schließlich Fünfter wurde.

Den bis dahin größten Karriereerfolgt erzielte Valverde mit dem Gesamtsieg der Vuelta a España 2009, die er mit 55 Sekunden Vorsprung vor Samuel Sánchez gewann, nachdem er die Gesamtführung auf der neunten Etappe übernahm. Er gewann zwar keine Etappe, gab das Goldene Trikot aber bis zur Schlussetappe in Madrid nicht mehr ab.

Dopingsperre[Bearbeiten]

Nachdem bereits Valverdes ehemaliges Team Kelme (späterer Name: Comunidad Valenciana) sowie weitere ehemalige Fahrer des Teams wie Oscar Sevilla, Santiago Botero und José Enrique Gutierrez in den Verdacht geraten waren, Blutdoping unter der Leitung von Eufemiano Fuentes betrieben zu haben, wurde am Tag des abschließenden Zeitfahrens der Vuelta am 16. September 2006 bekannt, dass auch Alejandro Valverde auf der Dopingliste von Fuentes stehen soll. Auf einem Dokument, das im Rahmen der im Mai 2006 durchgeführten Hausdurchsuchungen im Dopingskandal Fuentes beschlagnahmt worden war, soll das Kürzel „Valv. (Piti)“ gestanden haben, wobei „Piti“ der Name von Valverdes Hund war. Das Dokument sei ein Inhaltsverzeichnis für einen Kühlschrank, in dem Blutkonserven aufbewahrt wurden.[5]

Die Vorwürfe in der Süddeutschen Zeitung vom 19. Juni 2006 wurden vom spanischen Radsportverband dementiert, doch im Mai 2007 tauchten genauere Angaben und Dokumente auf.[5] Des Weiteren dienten Blutproben, die Valverde nach der Zielpassage anlässlich des Italienabstechers auf der 15. Etappe der Tour de France 2008 abgenommen und mit dem Fuentes-Material verglichen wurden, als Beweis. Am 11. Mai 2009 wurde Valverde vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens für zwei Jahre gesperrt. Diese Strafe galt für alle Rennen auf italienischem Boden.[6] Somit durfte er auch nicht die Tour de France 2009 fahren, da diese wieder über italienische Straßen führte.

Valverdes Anwälte legten gegen das Urteil erfolglos Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein, so dass er bis zum 10. Mai 2011 für alle italienischen Rennen gesperrt war.[7] Am 31. Mai 2010 sprach der CAS eine zweijährige Sperre gegen Valverde aus. Damit war er wegen seiner Verstrickung in den Blutdopingskandal um den Madrider Frauenarzt Eufemiano Fuentes bis zum 31. Dezember 2011 weltweit gesperrt.[8]

Comeback[Bearbeiten]

Nach Ablauf seiner Dopingsperre knüpfte Valverde unmittelbar an seine bisherigen Erfolge an: Er gewann bei den Straßenweltmeisterschaften 2012, 2013 und 2014 jeweils die Bronzemedaille. Er wiederholte 2014 seine Siege bei der Flèche Wallonne und der Clásica San Sebastián. Bei der Vuelta a España 2012 wurde er Zweiter, 2013 und 2014 jeweils Dritter. Er gewann die Einzelwertung der UCI World Tour 2014.

Erfolge[Bearbeiten]

2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2012
2013
2014

Platzierungen bei den Grand Tours[Bearbeiten]

Grand Tour 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Pink jersey Giro
Yellow jersey Tour DNF DNF 6 8 20 8 4
red jersey Vuelta DNF 3 4 2 5 1 2 3 3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alejandro Valverde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. radsport-news.com vom 15. September 2004: Valverde - die Knochen sind heil
  2. radsport-news.com vom 15. Juli 2005: Dritter Etappensieg für McEwen
  3. radsport-news.com vom 25. September 2005: Tom Boonen neuer Weltmeister
  4. radsport-news.com vom 4. Juli 2006: Valverde nach Sturz draußen
  5. a b sueddeutsche.de vom 7. Mai 2007: Der Nächste, bitte!
  6. radsport-news.com vom 11. Mai 2009: CONI sperrt Valverde für zwei Jahre
  7. radsport-news.com vom 16. März 2010: „CAS weist Valverdes Einspruch zurück“
  8. radsport-news.com vom 31. Mai 2010: CAS stoppt Valverde