Aleksandar Ranković (Politiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aleksandar Ranković (um 1960)

Aleksandar „Leka“ Ranković (serbisch-kyrillisch Александар Лека Ранковић; * 28. November 1909 in Draževac bei Obrenovac, Königreich Serbien; † 20. August 1983 in Dubrovnik, Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien, heute Kroatien) war ein führender Politiker der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, jugoslawischer Innenminister und bis zu seiner Absetzung 1966 Chef des jugoslawischen Geheimdienstes.

Ranković war seit 1940 Mitglied der kommunistischen Partei und während des Zweiten Weltkriegs Teil des kommunistischen Widerstands. Sein Deckname innerhalb der Partei lautete Marko.[1]

Nach dem Krieg bekleidete Ranković das Amt des Innenministers des neu gegründeten Staates Jugoslawien. Er war zudem Chef des jugoslawischen Geheimdienstes OZNA und oberster Befehlshaber der politischen Polizei UDBa.

In den 1960er Jahren opponierte Ranković im Bund der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ) gegen den Umbau der politischen Strukturen Jugoslawiens, der die föderalen Elemente stärkte. Er verhinderte insbesondere die Erweiterung der bereits in der jugoslawischen Verfassung von 1946 bestehenden Autonomierechte für die beiden serbischen Provinzen Kosovo-Metochien und Vojvodina[2] und ließ durch die UDBa Kosovo-Albaner als mögliche Staatsfeinde verfolgen und auf bloßen Verdacht hin liquidieren.[3]

Reformer innerhalb der kommunistischen Partei erreichten im Juli 1966 die Entlassung Rankovićs aus seinen politischen Ämtern. Ihm wurde vorgeworfen die UDBa zu einem Staat im Staate ausgebaut zu haben, die sogar Tito mit Abhöranlagen überwacht habe.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Milovan Djilas: Jahre der Macht: Kräftespiel hinter dem Eisernen Vorhang: Memoiren 1945-1966, Molden 1983, ISBN 3-88919-008-1, S. 275.
  2. Holm Sundhaussen: Experiment Jugoslawien. von der Staatsgründung bis zum Staatszerfall (Ausgabe 10 von Meyers Forum), Mannheim u. a. 1993, ISBN 3-411-10241-1, 117.
  3. „Vergiftete Brunnen“, Der Spiegel, 30. Juni 1986.