Alessandro Nannini

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Alessandro Nannini
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: ItalienItalien Italien
Erster Start: Großer Preis von Brasilien 1986
Letzter Start: Großer Preis von Spanien 1990
Konstrukteure
1986–1987 Minardi • 1988–1990 Benetton
Statistik
WM-Bilanz: WM-Sechster (1989)
Starts Siege Poles SR
77 1 2
WM-Punkte: 65
Podestplätze: 9
Führungsrunden: 21 über 133 km
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Alessandro Nannini
DTM
Nation ItalienItalien
Erstes Rennen Zolder 1993
Letztes Rennen Suzuka 1996
Teams (Hersteller)
1993–1996 Alfa Romeo
Statistik
Rennen Siege Poles SR
88 14 4 12
Podien 19
Gesamtsiege
Punkte 511

Alessandro „Sandro“ Nannini (* 7. Juli 1959 in Siena) ist ein ehemaliger italienischer Automobilrennfahrer. Er startete zwischen 1986 und 1990 bei 77 Grand-Prix-Rennen in der automobilen Königsklasse Formel 1 und gewann eines davon. Anschließend war Nannini u.a. in der DTM aktiv. Seine Schwester ist die Rockmusikerin Gianna Nannini.

Karriere als Rennfahrer[Bearbeiten]

Karriereverlauf[Bearbeiten]

Nannini startete seine Motorsportlaufbahn bei Rallyes mit einem Citroën Dyane und einem Lancia Stratos. 1980 wechselte er in den Formelsport und trat zunächst in der italienischen Nachwuchsklasse Formula Fiat Abarth an, die er 1981 als Meister abschloss. Nannini stieg in die Formel 2 auf und startete dort für das Minardi-Team, das mit BMW-Motoren antrat. Der Italiener zeigte gute Leistungen, errang jedoch kaum große Erfolge, weil seine Fahrzeuge zu anfällig waren; in drei Jahren Formel 2 erreichte er lediglich zwei zweite Plätze. Als Minardi sich für einen Einstieg in die Formel 1 entschied, folgte Nannini seinem Team. Allerdings kam er 1985 noch zu keinem Renneinsatz, stand dem Rennstall aber als Testfahrer zur Seite.

Nannini im Benetton B188, GP Kanada 1988

1986 bekam Nannini das Cockpit neben Andrea de Cesaris und gab sein Formel-1-Debüt in Rio de Janeiro, wo er auf Platz 19 liegend mit Getriebeschaden ausfiel. Auch in allen weiteren Rennen der Saison - bis auf den Grand Prix in Mexiko (Platz 14) - fiel er aus, machte jedoch in der Qualifikation im Vergleich zum erfahreneren De Cesaris die bessere Figur. 1987 startete Nannini erneut für Minardi und schaffte als beste Platzierung zweimal Platz elf in Ungarn und Portugal. Für 1988 verpflichtete ihn das italienische Benetton-Team, wo er neben dem Belgier Thierry Boutsen startete. Damit saß Nannini erstmals in einem konkurrenzfähigen Formel-1-Auto und rechtfertigte seinen Einsatz mit zwei dritten Plätzen in Silverstone und Jerez de la Frontera sowie dem zehnten Rang in der Fahrerwertung.

Nach Boutsens Wechsel zu Williams bekam Nannini auch für 1989 einen Vertrag bei Benetton und erhielt in dem britischen Nachwuchstalent Johnny Herbert einen neuen Teamkollegen. Dieser hatte jedoch nach einem schweren Unfall 1988 in der Formel 3000 und mehrfach gebrochenen Füßen Probleme mit dem Bremsen und brachte nicht die Leistungen, die sich der neue Teamchef Flavio Briatore vorgestellt hatte. Herbert wurde durch Emanuele Pirro ersetzt, der in zehn Rennen lediglich zwei WM-Punkte sammelte. Nannini hingegen fuhr während der Saison 32 Punkte ein und wurde Sechster der Fahrerweltmeisterschaft. Am 22. Oktober 1989 gewann er überraschend den Großen Preis von Japan, bei dem sich die McLaren-Piloten und WM-Rivalen Alain Prost und Ayrton Senna ein geschichtsträchtiges Duell lieferten, das sieben Runden vor Schluss in einer Kollision endete. Senna hatte sich zwar noch einmal anschieben lassen und war vor Nannini über die Ziellinie gefahren, wurde jedoch unmittelbar nach dem Rennen disqualifiziert.

Nannini blieb auch 1990 bei Benetton und bekam nun den dreifachen Weltmeister Nelson Piquet als Teamkollegen. Der Italiener konnte Piquet Paroli bieten und ihn einige Male schlagen. Bis zum Großen Preis von Spanien sammelte Nannini nur fünf Punkte weniger als der Brasilianer und hatte einen Podestplatz mehr vorzuweisen. In Ungarn hatte er gute Chancen auf seinen zweiten Formel-1-Sieg, wurde jedoch auf Platz zwei und direkt hinter dem Führenden liegend von Ayrton Senna torpediert.

1996er Alfa Romeo 155 V6 TI für die DTM

Eine Woche nach dem Grand Prix von Spanien wurde Nannini bei einem Hubschrauberabsturz bei Siena die rechte Hand abgetrennt. Die Hand konnte ihm zwar wieder angenäht werden, allerdings kann er sie seither nur noch sehr eingeschränkt bewegen. Seine Formel-1-Karriere musste Nannini dadurch unfreiwillig beenden, da die auf die Hände wirkenden Kräfte in einem F1-Rennwagen zu groß sind. Sein Comeback gab Nannini 1992 in der Italienischen Tourenwagen-Meisterschaft (CIVT) auf einem Alfa 155 GTA. Ab 1993 wechselte Nannini in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, wo er für das Team Alfa Corse einen Alfa Romeo 155 pilotierte, der speziell auf sein Handicap angepasst wurde. Der Wagen besaß zwei Schalthebel für das sequentielle Getriebe, einen zum Hoch-, den anderen zum Herunterschalten, da Nannini infolge seiner Verletzung die Hebel nur noch nach vorn schieben, jedoch nicht mehr ziehen konnte. Bereits in seinem ersten Rennen im April 1993 im belgischen Zolder stand Nannini auf dem Podest, insgesamt gewann er 14 Rennen und wurde 1996 Gesamtwertungsdritter der Serie. Nach dem Aus der ITC Ende 1996 wechselte Nannini für die Saison 1997 in die FIA-GT-Meisterschaft, wo er für das Team AMG Mercedes einen CLK-GTR pilotierte. Am Ende der Saison zog sich Nannini vom aktiven Rennsport zurück.

Erfolgsstatistik[Bearbeiten]

Grand-Prix-Siege[Bearbeiten]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1983 ItalienItalien Martini Racing Lancia LC2 ItalienItalien Paolo Barilla FrankreichFrankreich Jean-Claude Andruet Ausfall Motorschaden
1984 ItalienItalien Martini Racing Lancia LC2/84 FrankreichFrankreich Bob Wollek Rang 8
1985 ItalienItalien Martini Racing Lancia LC2 FrankreichFrankreich Bob Wollek AustralienAustralien Lucio Cesario Rang 6

Karriere als Unternehmer[Bearbeiten]

Nanninis Großvater Guido gründete 1911 in Siena eine Konditorei und eröffnete ein Café unter dem Namen Bar Ideale, in dem die erste Espressomaschine Sienas zum Einsatz kam. Alessandros Vater Danilo und sein Onkel Aldo übernahmen das Geschäft und expandierten erfolgreich mit Eisdielen, einer Kaffeerösterei und einem weltweiten Handel. Inzwischen hat Alessandro die Geschäftsleitung der Nannini-Gruppe übernommen.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Zu den Kommunalwahlen am 15. und 16. Mai 2011 präsentierte sich Nannini als Bürgermeisterkandidat in Siena für die Liste Io amo Siena im Bündnis mit Silvio Berlusconis Partei (PdL). Er scheiterte mit 18,23 % jedoch klar gegen den Kandidaten der Linken Ceccuzzi. Nannini wurde jedoch zum Gemeinderat seiner Heimatstadt gewählt.[1].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alessandro Nannini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. La Repubblica, Speciale elezioni 2011, Siena - Elezioni Comunali 2011, abgerufen am 17. Mai 2011