Alessandro Torlonia

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Wappen der Fürsten Torlonia in der Villa Torlonia in Rom

Alessandro Raffaele Torlonia (* 1. Januar 1800 in Rom; † 7. Februar 1886 in Rom) war ein italienischer Adeliger, Bankier, Unternehmer und Kunstsammler.

Familie[Bearbeiten]

Alessandro entstammt der Familie Torlonia, die im 18. und 19. Jahrhundert u.a. die vatikanischen Finanzen verwaltete und zu großem Vermögen gekommen war. Er war der zweite Sohn des Bankiers Giovanni Torlonia und trug den Titel Herzog von Ceri, Fürst von Fucino. Verheiratet war er mit Teresa Colonna-Doria (1823–1875) mit der er zwei Töchter hatte, Anna Maria (1855–1901) und Giovanna Carolina (1856-1875).[1] Anna Maria Torlonia heiratete 1872 Giulio Borghese, der durch Heirat zweiter Fürst von Fucino wurde und 1873 den Namen Torlonia annahm. Nach seinem Tod fielen seine Titel an Augusto Torlonia, den Enkel seines älteren Bruders Giulio Torlonia.

Leben[Bearbeiten]

Alessandro war der Erbe eines großen Vermögens. Nach dem Tod des Vaters setzte er den Ausbau der Villa Torlonia in Rom fort und ließ Teile des Gartens nach dem Muster eines englischen Landschaftsgartens umgestalten. Auch erweiterte er den Kunstbesitz der Torlonia, erbaute 1859 das Museo Torlonia und erwarb 1866 die Villa Albani.

Der Lago Fucino nach der Trockenlegung

Zu seinem Erbe gehörte der Lago Fucino in der Provinz L’Aquila, der durch wechselnde Wasserstände immer wieder Überflutungen der umliegenden Dörfer verursachte und eine Brutstätte der Malaria war. Torlonia beauftragte den Schweizer Ingenieur Franz Mayor de Montricher mit der Trockenlegung des Sees und übernahm die vollständige Finanzierung des Projekts. Der Schweizer begann 1862 mit dem Bau eines 6,3 km langen Kanals, der 1878 vollendet war. In den ersten Phasen der Trockenlegung wurden einige antike römische Skulpturen, Reliefs und andere Relikte gefunden, die die Sammlung der Torlonia bereicherten. Für die Trockenlegung und Rekultivierung des Sees wurde Torlonio von Vittorio Emmanuele II. mit dem erblichen Titel eines Fürsten von Fucino und einer goldenen Medaille ausgezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogie Teresa Colonna Doria

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniela Felisini: «Quel capitalista per ricchezza principalissimo». Alessandro Torlonia principe, banchiere imprenditore nell'Ottocento romano. Rubbettino, Soveria Mannelli 2004, ISBN 88-4980949-2.

Weblinks[Bearbeiten]