Alexander-Newski-Kloster

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Alexander-Newski-Kloster
Blick auf das Kloster vom Flüsschen Monastyrka

Das Alexander-Newski-Kloster (russisch Александро-Невская лавра) ist ein bekanntes russisch-orthodoxes Kloster in Sankt Petersburg. Auf dem Gelände befindet sich der Sitz des Metropoliten ebenso wie das Grab Alexander Jaroslawitsch Newskis, der Lazarus-Friedhof und der Tichwiner Friedhof mit zahlreichen Prominentengräbern. Das Kloster erhielt den Rang eines Lawra, den höchsten Rang, den ein Kloster einnehmen kann. In der russisch-orthodoxen Kirche gibt es nur vier Klöster dieses Rangs.

Geschichte des Klosters[Bearbeiten]

Um die Gründung des Klosters ranken sich zwei Legenden. Die erste besagt, dass Peter der Große es an jener Stelle erbauen ließ, an der angeblich der russische Nationalheld und Heilige der russisch-orthodoxen Kirche, Alexander Newski, die Schweden besiegte. Die zweite Legende nennt Alexander Newskis Sohn, Andrei Newski, als Namenspatron, da dieser 1301 die Schweden geschlagen und deren Festung Landskron zerstört habe, die sich unweit des heutigen Klosters befunden habe. Peter der Große soll daher nach seinem wichtigen Sieg über die Schweden bei Poltawa bewusst diese symbolträchtige Stelle ausgesucht haben und ordnete am 20. Februar 1712 den Bau eines Klosters an. Am 25. März 1713 wurde eine Holzkirche eingeweiht. Geplant und ausgebaut wurde der Komplex in den Jahren 1715 bis 1722 unter Domenico Trezzini. Die Überführung der Gebeine Alexander Newskis ordnete Peter der Große in einem Ukas am 29. Mai 1723 an. Am 30. August 1724, genau drei Jahre nach dem Frieden von Nystad, wurden die Beine des Nationalheiligen in Anwesenheit Peters im Kloster beigesetzt.

Der Ausbau des Komplexes fand in den Jahren 1742 bis 1750 unter Trezzinis Sohn statt. Unter Iwan Jegorowitsch Starow wurde 1778 bis 1790 die Dreifaltigkeitskathedrale fertig gebaut. Die hochklassizistische Kathedrale ist gebaut in Form eines Kreuzes gebildet durch korinthische Säulen und Halbsäulen. Der Kathedrale vorgelagert ist ein klassizistischer Hauptportikus mit sechs Säulen. Die Kathedrale und das Kloster an sich entsprechen in vielerlei Hinsicht nicht dem orthodoxen Kanon. So befindet sich der Klostereingang nicht wie sonst üblich im Osten, sondern im Norden. Statt mit Ikonen ist die Kathedrale mit Werken von Rubens, Bassano und vielen bekannten russischen Malern verziert. Zudem wurde statt der üblichen Ikonostase im Inneren ein Portikus mit einem großen Zarentor angebracht. Ebenfalls unüblich für orthodoxe Kirchen ist der Sakralbau, der gleich zwei Glockentürme besitzt.

Noch unter Peter wurde 1721 eine slawische Schule am Kloster gegründet, die 1726 zu einem slawisch-griechisch-lateinischen Seminar ausgebaut wurde. Unter Katharina II. wurde dieses dann in den Stand eines Hauptseminars gehoben und unter Paul I. schließlich zu einer theologischen Hochschule. Die Erhebung zur Lawra erfolgte 1797 und fortan diente das Kloster als Residenz der hauptstädtischen Kirchenleitung. Zudem diente sie als Wallfahrtsort der Zarenfamilie, da in der Gruft der 1715 erbauten Mariä-Verkündigungs-Kirche wichtige Mitglieder der petrinischen Zarenfamilie (Peters Schwester Natalia Alexejewna und sein Sohn Peter Petrowitsch) sowie der berühmte Feldherr Alexander Suworow beigesetzt wurden.

In der Ära der Sowjetunion wurden die Räume Arbeiter- und Soldatenräten zur Verfügung gestellt. Die Gebeine Alexander Newskis wurden 1922 konfisziert und erst 1989 wiederhergestellt. Die Mariä-Verkündigungs-Kirche auf dem Gelände beherbergte während der Sowjetzeit das städtische Skulpturenmuseum. 1935 wurde das Kloster sogar geschlossen und erst 1946 wieder an die Kirche zurückgegeben. Im Jahre 1957 wurde das Kloster wieder geweiht und ist seitdem in kirchlicher Benutzung, aber trotzdem öffentlich zugänglich.

Der unmittelbar nördlich des Klosters gelegene Alexander-Newski-Platz, unter dem auch die beiden Metro-Stationen Ploschtschad Alexandra Newskowo-1 und Ploschtschad Alexandra Newskowo-2 liegen, bildet das östliche Ende des Newski-Prospekts.

Lazarus-Friedhof, Tichwiner Friedhof[Bearbeiten]

Besonders bekannt wurde das Alexander-Newski-Kloster durch seine beiden Friedhöfe. Der 1716 eingeweihte Lazarus-Friedhof (eigentlich: Nekropolis des 18. Jahrhunderts) beherbergt die Gräber zahlreicher Adliger und Baumeister des russischen Reiches, der 1823 eingeweihte Tichwiner Friedhof (eigentlich: Nekropolis der Künstler) die zahlreicher Künstler. Auf den Friedhöfen liegen unter anderem:

Lomonossow-Grabmal

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander-Newski-Kloster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

59.91947222222230.388361111111Koordinaten: 59° 55′ 10,1″ N, 30° 23′ 18,1″ O