Alexander Dix

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Alexander Dix (dritter von links)

Alexander Dix (* 13. Januar 1951 in Bad Homburg vor der Höhe) ist ein deutscher Jurist und der derzeitige Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit des Landes Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Dix studierte von 1969 bis 1977 Rechtswissenschaften in Bochum, Hamburg und in London, wo er 1977 den Titel des Master of Laws (LL.M.) erwarb. Von 1980 bis 1982 war Dix wissenschaftlicher Referent am Hans-Bredow-Institut für Rundfunk und Fernsehen an der Universität Hamburg, wo er auch 1984 zum Doktor der Rechte promovierte. 1982 bis 1985 war Dix als juristischer Referent bei der Stadt Heidelberg und von 1985 bis 1990 beim Berliner Datenschutzbeauftragten tätig. Zwischen 1990 und 1998 war er dann Stellvertretender Berliner Datenschutzbeauftragter. Vom 1. Juni 1998 bis 1. Juni 2005 hatte er das Amt des Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht des Landes Brandenburg inne. Als er dieses Amt 1998 antrat, war er der erste Beauftragte für Informationsfreiheit in Deutschland. Am 2. Juni 2005 folgte ihm die bisherige Stellvertreterin des Berliner Datenschutzbeauftragten, Dagmar Hartge, im Amt nach.

Dix ist seit dem 3. Juni 2005 der Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit des Landes Berlin und damit Nachfolger des langjährigen Landesdatenschutzbeauftragten Hansjürgen Garstka. In dieser Funktion leitet er auch die International Working Group on Data Protection in Telecommunications – bekannt auch als Berlin Group.

Dix erregte öffentliche Aufmerksamkeit mit der geäußerten Auffassung, die Kontrolle der von Schülern in die Schule mitgebrachten Handys nach Gewaltdarstellungen und Pornos durch Lehrkräfte widerspreche dem Fernmeldegeheimnis.[1] Im Februar 2014 schrieb Dix in einem Gastbeitrag in der Zeit, dass die Vorratsdatenspeicherung überflüssig sei und zudem die Gefahr der schleichenden Zweckentfremdung (function creep) berge.[2] Dix ist Mitherausgeber des Jahrbuchs für Informationsfreiheit und Informationsrecht.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

(Auszug)

  • Gleichberechtigung durch Gesetz. Die britische Gesetzgebung gegen die Diskriminierung der Frau im Arbeitsleben – ein Modell für die Bundesrepublik Deutschland? (= Veröffentlichungen aus dem Institut für Internationale Angelegenheiten der Universität Hamburg. Band 15). Nomos, Baden-Baden 1984, ISBN 3-7890-1059-6 (zugleich Dissertation, Universität Hamburg 1983/84).
  • ECHELON auf dem parlamentarischen Prüfstand. In: Datenschutz und Datensicherheit, 24. Jg., Nr. 11, Braunschweig 2000, ISSN 0724-4371, S. 659–661 (PDF; 44,3 KB).
  • Die Novelle zum Stasi-Unterlagen-Gesetz. In: Zeitschrift für Vermögens- und Immobilienrecht (VIZ), Nr. 1/2003, ISSN 1432-8933, S. 1–5.
  • Datenschutz und Informationsfreiheit. Landes-, Bundes-, Europa- und Völkerrecht. Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6695-9.
  • The EU Commission's Data Reform After Snowden's Summer. In: Intereconomics, 48. Jg., Nr. 5, September/Oktober 2013, S. 268–271.
  • Menschenrechte als Grenze der Geheimhaltung. In: Alexander Dix u. a. (Hrsg.): Informationsfreiheit und Informationsrecht Jahrbuch 2013. Lexxion, Berlin 2014, ISBN 978-3-86965-232-0, S. 249–250.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hannes Heine: Privatsache Gewaltvideos. In: Der Tagesspiegel, 3. Februar 2007. Abgerufen am 4. Februar 2014.
  2. Alexander Dix: Vorratsdatenspeicherung ist überflüssig. In: Die Zeit, 8. Februar 2014. Abgerufen am 15. Februar 2014.