Alexander Geljewitsch Dugin

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Alexander Dugin (2012)

Alexander Geljewitsch Dugin (russisch Александр Гельевич Дугин, wiss. Transliteration Aleksandr Gel'evič Dugin; * 7. Januar 1962 in Moskau) ist ein russischer Politiker und Politologe, Traditionalist und Publizist. Er propagiert das geopolitische Konzept eines „Neo-Eurasismus“ auf der Basis eines in Opposition zu den USA stehenden großrussischen Reiches.

Als Einflüsse für Dugins Ideologie gelten die (west-)europäische Neue Rechte, die Konservative Revolution, der Panrussismus und das esoterisch-metaphysische Denken von René Guénon und Julius Evola.

Dugin war 1994 Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei Russlands. Nachdem er diese 1998 verlassen hatte, gründete er 2002 die Eurasischen Partei. Er führt außerdem die Organisation Arktogaeja inklusive angeschlossenem Verlagshaus und verfügt über Zugang zu höchsten Regierungs- und Parlamentskreisen. 2008 wurde er Professor an der Lomonossow-Universität.

Im Juni 2014 gab er bekannt, dass sein Vertrag als Lehrstuhlinhaber an der Lomonossow-Universität wegen seiner „politischen Position zu Noworossija“ nicht mehr verlängert werde. Zuvor hatte eine Petition mit mehr als 10.000 Unterzeichnern seine Entlassung gefordert, nachdem Dugin anlässlich gewaltsamer Zusammenstöße in der ukrainischen Stadt Odessa zwischen prorussischen und proukrainischen Demonstranten dazu aufgerufen hatte, das Blut der dort gewaltsam Gestorbenen Russen „mit Blut der Kiewer Junta“ zu reinigen und die „schrecklichen Leute“, die in Kiew an der Macht seien, zu töten.[1][2][3][4] Die Entlassung Dugins wurde als Zeichen seines schwindenden Einflusses interpretiert.[5]

Positionen[Bearbeiten]

  • „Nach dem Kollaps der marxistischen Ideologie und dem Sieg des Westens im Kalten Krieg … kam als Ablösung des Marxismus keine schlüssige und stabile Ideologie, die fähig war mit dem Liberalismus (der heute von den USA verkörpert wird) zu konkurrieren… In diesem Moment wandten sich die wissbegierigsten Geister, die reinsten Herzen und die glühendsten Seelen dem Erbe der Eurasier zu.“[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. The rector of the Moscow State University dismissed Alexander Dugin. In: Russian News. 29. Juli 2014
  2. Catherine A. Fitzpatrick: Russia This Week: Dugin Dismissed from Moscow State University? (23-29 June). In: The Interpreter. 29. Juni 2014
  3. Fred Weir: With Ukraine rebels on the ropes, some Russians ask: Where is Putin?. In: Christian Science Monitor. 7. Juli 2014
  4. Julia Smirnova: Russland: Putins Vordenker, ein rechtsradikaler Guru. In: Die Welt. 11. Juli 2014
  5. Kriegsfraktion in Russland verliert an Einfluss, Wiener Zeitung vom 14. Juli 2014
  6. Dugin 2001, zitiert nach einem Vortrag von Karl Schlögel 2009, abgedruckt im Sammelband Grenzland Europa. Quelle: Putin und das dritte Imperium. In: Badische Zeitung. 30. April 2014