Alexander Graf Keyserling

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Alexander Graf Keyserling

Alexander Friedrich Michael Lebrecht Nikolaus Arthur Graf von Keyserling (* 15. Augustjul./ 27. August 1815greg.[1] in Kabillen, Kurland, heute Kabile, Lettland; † 8. Maijul./ 20. Mai 1891greg.[2] in Rayküll, Estland) war ein deutscher Geologe und Paläontologe.

Während seines Studiums in Berlin lernte er den späteren Reichsgründer Otto von Bismarck und dessen Studienfreund John Lothrop Motley kennen, mit denen ihn eine lebenslange Freundschaft verband.

Durch seine im Auftrag des Kaisers Nikolaus I. durchgeführten Expeditionen durch Russland mit geologischen, paläontologischen, botanischen, zoologischen und kartographischen Studien gilt er als Mitbegründer der russischen Geologie.

1847 beendete er seine wissenschaftliche Karriere und zog sich auf das Gut Rayküll zurück, das er als Mitgift durch seine Heirat mit der Tochter des russischen Finanzministers Georg Cancrin erworben hatte. Er übte verschiedene Ämter aus, u. a. als Ritterschaftshauptmann (1857–1863) und Kurator der Universität Dorpat (1862–1869).

Er war der Großvater des Philosophen Hermann Graf Keyserling (1880–1946).

1847 erhielt er den Demidow-Preis.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • mit Johann Heinrich Blasius: Die Wirbelthiere Europas, F. Vieweg und Sohn, Braunschweig, 1840.
  • mit Paul Theodor von Krusenstern (1809–1881): Wissenschaftliche Beobachtungen auf einer Reise in das Petschora-Land, im Jahre 1843 (C. Kray, St. Petersburg, 1846).
  • Fossile Mollusken. St. Petersburg 1848.
  • Geologie des europäischen Rußlands und des Urals / bearb. von Gustav Leonhard. Stuttgart 1848
  • Der nördliche Ural und das Küstengebirge Pai-Choi, untersucht und beschrieben von einer in den Jahren 1847, 1848 und 1850 durch die kaiserlich-russische geographische Gesellschaft ausgerüsteten Expedition… (Buchdruckerei der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg, 1853).
  • Polypodiacea et cyatheacea herbarii bungeani (W. Engelmann, Leipzig, 1873).
  • Genus Adiantum L. Recensuit Alexander Keyserling… (Russische Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg, 1875).
  • Aus dem Tagebuchblättern des Grafen Alexander Keyserling… (Stuttgart, 1894).
Gutshaus Rayküll

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Alexander von Keyserling – Quellen und Volltexte
 Commons: Alexander von Keyserling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Taufregister der Gemeinde Kabillen (lettisch: Kabile)
  2. Eintrag im Beerdigungsregister der Gemeinde Rappel (estnisch: Rapla kogudus)