Alexander Harkavy

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Alexander Harkavy (jiddisch: אַלכּסנדר האַרקאַווי oder אַלעקסאַנדר האַרקאַווי, belarussisch: Аляксандр Гаркавы oder Аляксандар Гаркаві, russisch: Александр Гаркави), * 5. Mai 1863 in Nawahradak (jiddisch: נאַוואַרעדאָק, belarussisch: Наваградак oder Навагрудак; im heutigen Belarus); † 2. November 1939 in New York, war ein jiddischer Schriftsteller, Lexikograph und Linguist, der sich insbesondere nach seiner Emigration in die USA um die Erforschung und Pflege der jiddischen Sprache am YIVO verdient gemacht hat.

Nach den antisemitischen Pogromen von 1880 schloss sich Harkavy der jüdischen Am Olam (Ewiges Volk)- Bewegung an, deren Zielsetzung die Bildung von landwirtschaftlichen Kommunen war. Statt sich nach Palästina zu orientieren, wie die BILU (Beir Ya'ako Leku Ve-neklja, oder "Lass das Haus von Jakob gehen") - Gruppe, orientierte sich die Am Olam Gruppe nach Nordamerika. Harkavy emigrierte deshalb 1882 in die USA, fand jedoch keinen Anschluss an eine erfolgreiche Am Olam Kommune. Stattdessen begab er sich auf seine Wanderjahre, die ihn 1885 nach Paris, 1886 nach New York, 1887 nach Montreal, 1889 nach Baltimore und 1890 wieder nach New York brachten. In diesen Jahren studierte und lehrte er und publizierte seine ersten journalistischen und wissenschaftlichen Arbeiten.

In Montreal gelang es ihm, eine Gruppe von Freunden des Hebräischen und von der Bewegung Hovevei Tsion (Lovers of Zion) um sich zu scharen. Sie gründeten gemeinsam eine Ortsgruppe, deren Leitung Harvaky übernahm. Ihm gelang es auch eine neue Zeitschrift, die erste jiddische in Kanada, herauszugeben: Die Zeit. Ferner schrieb er die erste Geschichte der Juden in Kanada. Zurück in den USA beteiligte er sich bei den Aktivitäten der anarchistischen Gruppe Pionire der Frayhayt (Pioneers of Liberty). In Baltimore gab er 1890 die Zeitschrift Der Idisher Progres (Jüdischer Fortschritt) heraus.

Zwischen 1897-98 editierte er das nicht organisationsgebundene radikale Magazin Der Nayer Gayst (Der neue Geist), das erste ästhetische Journal der amerikanischen Linken.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dovid Katz: Alexander Harkavy and his trilingual dictionary. In: Alexander Harkavy: ייִדיש-ענגליש-העברעאישער ווערטערבוך (Yidish-english-hebreisher verterbukh) / Yiddish-English-Hebrew Dictionary. A Reprint of the 1928 Expanded Second Edition. YIVO Institute for Jewish Research / Schocken Books, New York 1988. ISBN 0-8052-4027-6.
  • Kenyon Zimmer, “THE WHOLE WORLD IS OUR COUNTRY”: IMMIGRATION AND ANARCHISM IN THE UNITED STATES, 1885-1940, Dissertationsschrift University of Pittsburgh 2010, S. 78-81 (PDF)
  • Jonathan D. Sarna, "Our Distant Brethren" - Alexander Harkavy On Montreal Jews - 1888 (engl.), in: Canadian Jewish Historical Society - Journal Vol. 7 no 2, S. 59-61 (PDF)
  • Alexander Harkavy, The Jews in Canada, Montreal 1887; reprinted in: Canadian Jewish Historical Society - Journal Vol. 7 no 2, S. 59-61 (PDF)
  • Alexander Harkavy, Autobiographie, Kapitel 1 (in engl.) "Chapters From My Life," (translated and edited) American Jewish Archives 33 (April 1981), reprinted in Uri D. Herscher, The East European Jewish Experience in America (Cincinnati, 1983), 52-73. (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]