Alexander Lippisch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Modell der DFS 39
Messerschmitt Me 163B
Modellphoto von DM1 (rechts) und P13a (links) auf Startwagen
Convair XF-92A im Flug
Dornier Aerodyne E1 auf dem Transportgestell, Flugwerft Schleißheim

Alexander Martin Lippisch (* 2. November 1894 in München; † 11. Februar 1976 in Cedar Rapids, Iowa, USA) war ein in Deutschland und in den USA tätiger Flugzeugkonstrukteur.

Leben[Bearbeiten]

Lippisch hatte seine ersten Erfahrungen im Segelflugbereich unter anderem als Leiter des Konstruktionsbüros der Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) gesammelt und sich dort auf die Entwicklung schwanzloser Flugzeuge spezialisiert. Während er, neben seinen schwanzlosen Entwürfen, zahlreiche Normalsegelflugzeuge hervorbrachte, hatte sein Assistent Hans Jacobs die Aufgabe, die Detailkonstruktionen auszuarbeiten. Eins der von ihm betreuten Projekte bei der RRG war der „Delta IV“-Flugzeugtyp, der 1935 als Versuchsflugzeug DFS 39 abhob. Da die schwanzlose Auslegung, wie bei seiner Ente schon 1928 anschaulich bewiesen, ideal für Raketenflugzeuge erschien, entwarf Lippisch aufbauend auf seinen Erfahrungen einen raketengetriebenen Einsitzer mit Deltaflügeln für die Rolle eines Jagdflugzeuges. Für die Serienfertigung dieses Raketenjägers wurde Lippischs Konstruktionsbüro an die Messerschmitt-Werke angegliedert, die seinen Entwurf als Messerschmitt Me 163 produzierten. Lippisch experimentierte darüber hinaus mit dem Konzept des Deltaflügels und entwarf einen wegweisenden Prototypen die Lippisch P.13a.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lippisch im Rahmen der Operation Overcast von den USA rekrutiert. Er wurde dort als Berater für das Air Materiel Command eingesetzt. Zwar taucht sein Name auf keinem offiziellen NACA-Dokument auf, doch hat er mit großer Wahrscheinlichkeit an den Windkanalversuchen mit der DM-1 in Langley mitgewirkt.[1]

1950 wechselte Lippisch zur Collins Radio Company, die zu der Zeit eine eigene Flugzeugabteilung unterhielt und blieb dort bis 1964. 1963 beim Collins Hydrodynamic Laboratory war er der Erste, der teilweise erfolgreiche Versuche mit einem Bodeneffektfahrzeug X-112 unternahm. 1969 setzte Lippisch seine Versuche in Deutschland bei Rhein-Flugzeugbau fort, und 1970 unternahm sein Entwurf RFB X-113 den ersten erfolgreichen Flug eines Bodeneffektfahrzeuges. 1972 flog der unbemannte Dornier Aerodyne, welcher unter Beteiligung von Lippisch bei Dornier entwickelt wurde. Kurz nach Lippischs Tod nahm 1977 die RFB X-114 die Erprobung auf. Nach Lippischs Tod wurden seine Erkenntnisse für die Entwicklung und Erprobung von neuen Bodeneffektflugzeugen weiterverwendet. Gegenwärtig werden weltweit mehrere Projekte verfolgt, deren Form auf den ersten Prototyp X-112 zurückgehen.

Wirkung[Bearbeiten]

Seine Entwürfe und konzeptionellen Vorstellungen beeinflussten maßgeblich die Entwicklung von Jagdflugzeugen bei der Consolidated Vultee Aircraft Corporation. Als erstes entstand hier die Convair XF-92 als Prototyp. Aus dieser wurden die Convair F-102 und als Folgemuster die Convair F-106 als erfolgreiche Jagdflugzeuge in Serie gebaut. Ebenfalls aus der Auslegung als Deltaflügel entstand der überschallschnelle strategische Bomber Convair B-58. Diese Flugzeuge stellten allesamt eine Reihe von Luftfahrtrekorden auf, die zum Teil noch heute Bestand haben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bill Yenne: Convair Deltas, Specialty Press, 2009, ISBN 978-1-58007-118-5, S. 13.