Alexander Nikuradse

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Alexander Nikuradse (Aleksandre Nikuradze; ალექსანდრე ნიკურაძე, auch bekannt unter seinem Pseudonym A. Sanders[1]) (* 10. Oktober 1900 in Samtredia; † 13. Juni 1981 in München) war ein in Georgien geborener deutscher Physiker und Geopolitiker.

Leben[Bearbeiten]

Alexander Nikuradse war der Bruder des Strömungswissenschaftlers Johann Nikuradse. Alexander Nikuradse wurde von der georgischen Regierung nach Berlin geschickt, um dort sein Studium abzuschließen. Nikuradse blieb in Berlin und erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft, nachdem die Rote Armee 1921 Georgien eingenommen hatte. Nikuradse war ein zuverlässiger Gegner der sowjetischen Herrschaft in Georgien. Er beteiligte sich aktiv in der georgischen Migrantengemeinde und hatte enge Beziehungen zur NSDAP. Seit ihrer gemeinsamen Tage als Migranten in München, in den frühen 1920ern, pflegte er eine freundschaftliche Beziehung zu Alfred Rosenberg, dessen Vorstellungen über den Kaukasus in großen Teilen durch Nikuradses Einfluss entstanden sind[2].

Er machte Lobbyarbeit für ein unabhängiges Georgien und warb für eine deutsche Unterstützung der antisowjetischen georgischen Emigration. Nikuradse wurde von den geopolitischen Theorien von Karl Haushofer beeinflusst, er plante das ehrgeizige Projekt eines deutschen Protektorates einer kaukasischen Konföderation, in der die Georgier eine führende Rolle spielen sollten. Ab 1941 leitete Alexander Nikuradse die "Kontinentaleuropäische Forschung" des Einsatzstabs Reichsleiter Rosenberg (ERR), die ab Ende 1943 im oberpfälzischen Schwarzenfeld untergebracht war.[3] Das Institut wurde am 1. April 1947 von der bayerischen Regierung unter Hans Ehard mit vier Planstellen übernommen und an die TH München angegliedert[4]. Bis zum 8. März 1954 leitete Nikuradses das Institut weiter welches sich bis kurz vor Kriegsende im Passionistenkloster Schwarzenfeld befand[5]. Ab 22. Februar 1955 wurde es als Alexander Nikuradse privates Institut zur Untersuchung von »Atomkernstrahlen« und verwandten Forschungen an einem anderen Ort fortgeführt [6]. Als Physiker beschäftigte er sich hauptsächlich mit Angewandter Physik, im Besonderen mit der Untersuchung von dielektrischen Materialien und den Theorien der Elektronen und Ionen. Ende der 1950er arbeitet er für die Zentralstelle für Luftfahrtdokumentation und Information (ZLDI) im Institut für Elektronen- und Ionenforschung, München, Flughafen Riem.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • A. Sanders (1938), Um die Gestaltung Europas. München: Hoheneichen-Verlag.
  • A. Sanders (1942), Kaukasien, Nordkaukasien, Aserbeidschan, Armenien, Georgien, geschichtlicher Umriß. München: Hoheneichen-Verlag.
  • A. Sanders (1942), Osteuropa in kontinentaleuropaeischer Schau. München: Hoheneichen-Verlag.
  • A. Sanders (1942), Um das Erbe Großbritanniens. Zur Wandlung der politischen Struktur der Übersee. München: Hoheneichen-Verlag.
  • Alexander Nikuradse (1952), Naturwissenschaft und Technik im Leben der Völker. Oldenbourg, München.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexander Dallin: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1958, S. 100.
  2. Dallin, Alexander (1981), German Rule in Russia, 1941-1945: A Study of Occupation Policies, p. 89. Westview Press, ISBN 0865311021.
  3. 3.2.3 ERR NS 8/262: Kontinentaleuropäische Forschung. - Prof. Dr. Nikuradse: Auftrag in Paris (unter P abgelegt), 1944 (abgerufen am 25. Mai 2014)
  4. Hans Joseph Mader: Die Temperaturabhängigkeit der Charakteristiken dampfgefüllter Geiger-Müller-Zählrohr, Institut für Elektronen- und Ionenforschung an der Technischen Hochschule München, Springer Verlag, München, 1954
  5. Deutsch-Amerikanerin Hedy Arata besucht Schwarzenfeld Befreier bringen die große Liebe mit . Magazin - Oberpfalznetz
  6. http://www.buch-und-kunstverlag.de/zeitung/1238409-128-P3,1,0.html (Link nicht abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]