Alexander Rahr

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Alexander Rahr

Alexander Rahr (* 2. März 1959 in Taipeh, Republik China) ist ein deutscher Osteuropa-Historiker, Politologe und Publizist. Er ist Autor mehrerer Bücher über den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Leben[Bearbeiten]

Rahrs Vater war der Journalist und Kirchenhistoriker Gleb Rahr. Alexander Rahr studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Rahr war Mitarbeiter des Forschungsprojekts „Sowjetelite“ des Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und internationale Studien (BIOst). Er war Analytiker in den Think Tanks von Radio Liberty und Rand Corporation. Achtzehn Jahre arbeitete er für die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und war zuletzt Leiter des Berthold Beitz-Zentrums - Kompetenzzentrum für Russland, Ukraine, Belarus und Zentralasien. Rahr sitzt im Lenkungsausschuss des Petersburger Dialogs. Dort ist er auch Mitkoordinator des Arbeitskreises Zukunftswerkstatt. Er ist Forschungsdirektor des Deutsch-Russischen Forums. Seit Juni 2012 ist er Senior Advisor der Wintershall Holding GmbH und berät den Präsidenten der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer AHK.

Rahr war an der Seite Hans-Dietrich Genschers seit 2011 wesentlich an der Erwirkung einer Amnestie für den ehemaligen Oligarchen und Kremlkritiker Michail Chodorkowski beteiligt, im Dezember 2013 erfolgte Chodorkowskis Freilassung.[1]

Er ist Autor zahlreicher Bücher über Russland, wie beispielsweise Biographien über Michail Gorbatschow (1985) und Wladimir Putin (2000). Er ist Mitglied des russischen Clubs Waldai und des ukrainischen Netzwerkes Yalta European Strategy (YES).

Im Zusammenhang mit der Krimkrise 2014 wurde Rahr als Lobbyist und als "Einflussagent des Kreml" bezeichnet.[2]

„Er gilt als der Russlandexperte, bisher auch im Auswärtigen Amt. Er ist sehr gefragt. Was fast niemand weiß, ebenso wie Schröder, ist er bezahlter Lobbyist – nämlich Berater einer Gasfirma, die in Russland mit Gazprom kooperiert.“

– Heiner Hoffmann, Ulrich Neumann, Report Mainz, Südwestrundfunk, 25. März 2014[3]

Rahr selbst sieht sich mehr in einer Brückenfunktion zwischen Deutschland und Europa auf der einen Seite sowie Russland auf der anderen.[4] Er wünscht sich Fortschritte bei der Demokratisierung Russlands – und einen geduldigeren Westen, der versteht, dass Russland in der demokratischen Entwicklung 40 Jahre hinter dem Westen liege. Rahr betont jedoch, dass Deutschland und Europa ihre eigenen Interessen stärker als bisher wahrnehmen sollten, unabhängig von den Wünschen Washingtons. Kritische Stimmen gegenüber der russischen Politik führt Rahr hierbei darauf zurück, dass der Westen sich nie mit der Rückkehr Putins abgefunden habe.[5]

2003 wurde Rahr das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er ist Ehrenprofessor der Moskauer Diplomatenschule und der Higher School of Economics, Moskau.

Rahr ist verheiratet mit Anna geb. Galperina und hat einen Sohn und eine Tochter.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander Rahr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Im ,Adlon' haben wir Wodka getrunken“, Interview mit Alexander Rahr, Die Welt, 21. Dezember 2013.
  2. Deutscher Putin-Unterstützer gibt den Russland-Experten, Die Welt vom 20. April 2014
  3. Heiner Hoffmann, Ulrich Neumann: Die dubiosen Aktivitäten des Altkanzlers im Sinne Putins. Hrsg.: Report Mainz, Südwestrundfunk, 25. März 2014, abgerufen am 27. März 2014.
  4. Russland-Experte Rahr: "Deutschlands Ostpolitik hat die Balance verloren" Interview mit Alexander Rahr auf Spiegel online vom 18. März 2013.
  5. "Die Meinungsmacher" in Der Spiegel vom 26. Mai 2014, S. 80, 82 (online)