Alexander Rich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alexander Rich (* 15. November 1924 in Hartford (Connecticut)) ist ein US-amerikanischer Chemiker, Molekularbiologe und Biophysiker.

Rich studierte Chemie und Medizin an der Harvard University (Bachelor 1947), wo er 1949 seinen M. D. Abschluss an der Harvard Medical School machte. Als Post-Doktorand war er 1949 bis 1954 bei Linus Pauling am Caltech, 1955/56 beim Cavendish Laboratory in Cambridge und ab 1954 bei den National Institutes of Health (NIH), wo er die Abteilung Physikalische Chemie leitete. Seit 1958 ist er Professor für Biophysik am Massachusetts Institute of Technology, seit 1974 als William Thompson Sedgwick Professor of Biophysics.

Rich bestimmte die dreidimensionale Struktur der RNA Doppelhelix, führte als Erster RNA-DNA Hybridisierung aus und entdeckte als Erster DNA in Organellen. Er bestimmte die dreidimensionale Struktur der t-RNA.

Rich ist der Entdecker der Polysomen (1963) und der Z-DNA (linkshändige Helix-Wicklung statt der üblicheren B-Form). 1979 stellte seine Gruppe am MIT (mit Andrew Wang) ein Z-DNA Kristall her[1], die erste DNA, die überhaupt in Form eines einzelnen Kristalls hergestellt wurde. 2005 stellte er mit seiner Gruppe eine Kristallform der Verbindung von B und Z DNA her (Nature, Band 437, 2005, S. 1183). Auch zur biologischen Bedeutung der Z-DNA konnte Rich beitragen. 2003 entdeckte er[2], dass ein Protein (E3L), das für die Pathogenität des Pockenvirus wichtig ist (es verhindert, dass sich vom Virus befallene Zellen selbst vernichten), so ähnlich wirkt wie ein Protein, das an Z-DNA anbindet. Rich arbeitete danach darauf aufbauend an einem Medikament, das gegen den Pockenvirus wirkt.

Rich zeichnet für über 600 Veröffentlichungen (2010).

1969 bis 1980 war er im Biologen Team der Viking-Marssonde. 1974 erhielt er den Skylab Achievement Award der NASA.

1987 gründete er die Pharmafirma Alkermes und ist auch an anderen Biotechnologie- und Pharmafirmen beteiligt. Er ist im wissenschaftlichen Rat von US Genomics Inc.

1995 erhielt er die National Medal of Science und die Linus Pauling Medal der American Chemical Society. 2008 erhielt er den Welch Award in Chemistry. 1976 erhielt er den Theodor von Karman Award, 1977 den Presidents Award der New York Academy of Sciences, 1983 den Lewis Rosenstiel Award, 1980 die Jabotinsky Medal, 2001 den William Procter Prize for Scientific Achievement und 2000 den Bower Award and Prize for Achievement in Science des Franklin Institute. 2001 erhielt er die Lomonossow-Goldmedaille und 2002 den Passano Award. Er ist Ehrendoktor der FU Berlin, der ETH Zürich, des Weizmann Instituts und der Staatlichen Universität Rio de Janeiro. Er ist Mitglied der National Academy of Sciences, der American Academy of Arts and Sciences, der American Philosophical Society, der American Chemical Society, auswärtiges Mitglied der französischen und russischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Institute of Medicine. 1963 war er Guggenheim Fellow.

Er ist auch in Abrüstung aktiv und war 1977 bis 1982 im Rat der Pugwash-Konferenz.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wang, G. J. Quigley, F. J. Kolpak, J. L. Crawford, J. H. van Boom, G. Van der Marel, Rich: Molecular structure of a left-handed double helical DNA fragment at atomic resolution, Nature, Band 282, 1979, S. 680–686
  2. Y. G. Kim, M. Muralinath, T. Brandt, M. Pearcy, K. Hauns, K. Lowenhaupt, B. L. Jacobs, Rich: A role for Z-DNA binding in vaccinia virus pathogenesis, Proc Natl Acad Sci USA, Band 100, 2003, S. 6974–6979, Kim, Lowenhaupt, D. B. Oh, K. K. Kim, Rich Evidence that vaccinia virulence factor E3L binds to Z-DNA in vivo: Implications for development of a therapy for poxvirus infection, Proc Natl Acad Sci USA, Band 101, 2004, S. 1514–1518. Siehe Virus researches close on the secret life of DNA, 2003, Arizona State University