Alexander Wrabetz

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ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Alexander Wrabetz (* 21. März 1960 in Wien) ist Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Österreichischen Rundfunks (ORF), Mitglied des Executive Board der European Broadcasting Union (EBU/UER)[1], SPÖ-Mitglied und ehemaliger Bundesvorsitzender des Verbandes Sozialistischer Studenten Österreichs.

Ausbildung[Bearbeiten]

Wrabetz wuchs in Wien-Döbling in einem politisch der FPÖ nahestehenden Elternhaus auf. Sein Vater war in den 1970er Jahren Anwalt der FPÖ. Von 1970 bis 1978 besuchte Alexander Wrabetz das 2. Bundesgymnasium XIX Wien in Döbling. Während seiner Studienzeit an der Universität Wien von 1978 bis 1983 engagierte sich Wrabetz gemeinsam mit dem heutigen Bundeskanzler Werner Faymann im Umfeld der SPÖ.[2] Für die Nationalratswahl im Jahr 1983 organisierte er den erfolgreichen Vorzugsstimmen-Wahlkampf von Josef Cap, dem heutigen Mediensprecher und Klubobmann der sozialdemokratischen Nationalratsfraktion. Von 1983 bis 1984 war er Bundesvorsitzender des Verbandes Sozialistischer StudentInnen Österreichs. Mit Wrabetz als Vorsitzendem und Spitzenkandidaten gelang dem Verband bei den ÖH-Wahlen 1983 mit 26% der Stimmen das bislang beste Ergebnis seiner Geschichte.[3]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Am Mittwoch, 6. November 2013, enthüllten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und George Pilzer an der Halle 1 der Filmstadt Wien am Rosenhügel eine Gedenktafel zu Ehren des Filmpioniers Oskar Pilzer.

Nach Abschluss des Studiums und der Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften im Jahr 1983 absolvierte Wrabetz sein Gerichtsjahr. Von 1984 bis 1987 arbeitete er in der Girozentrale und Bank der Österreichischen Sparkassen AG. 1987 wechselte er als Assistent des Vorstandes in die Österreichische Industrieverwaltungs-AG (ÖIAG), war ab 1992 Geschäftsführer der Voest Alpine Intertrading GmbH in Linz und danach, von 1995 bis 1998, Vorstandsmitglied der ebenfalls zur ÖIAG gehörenden VAMED in Wien. In mehreren Unternehmen der ÖIAG war er im Aufsichtsrat tätig und weiters ab 1995 Mitglied des ORF-Kuratoriums, dem Vorgängerorgan des heutigen ORF-Stiftungsrates.[4]

Gerhard Weis, Generaldirektor des ORF von 1998 bis 2001, bestellte ihn zum kaufmännischen Direktor des Unternehmens wo ihn Monika Lindner in ihrer Amtsperiode bestätigte. Aufgrund der Auslagerung der ORF-Sendetechnik und deren Verkauf an ein Konsortium mit Beteiligung des Raiffeisen-Konzerns konnte Wrabetz im Jahr 2005 den höchsten operativen Gewinn in der Geschichte des ORF präsentieren.[5]

ORF-Generaldirektor[Bearbeiten]

Als Kandidat für die Wahl zum Generaldirektor wurde Wrabetz von den ORF-Stiftungsräten Huberta Gheneff-Fürst, Peter Fichtenbauer (beide der FPÖ nahestehend), Karl Krammer (der SPÖ nahestehend) und Pius Strobl (den Grünen nahestehend) nominiert. Am 17. August 2006 wurde er im ersten Wahlgang mit 20 von 35 möglichen Stimmen zum Nachfolger von Monika Lindner, die sich ebenfalls um die Position beworben hatte, gewählt. Wrabetz’ Wahl erfolgte durch den großteils politisch besetzten Stiftungsrat des ORF: Für Wrabetz stimmten neben den „Freundeskreisen“ der SPÖ, der Grünen und der FPÖ auch vier von fünf BZÖ-Stiftungsräten sowie zwei der ÖVP zugerechnete Mitglieder des Stiftungsrates. Er hat die Arbeit am 1. Jänner 2007 aufgenommen. Mit Start 10. April 2007 versprach er die „größte Programmreform in der Geschichte des ORF“.

Im April 2011 erklärte er, zur Wiederwahl im August 2011 zu kandidieren. Am Nachmittag des 9. August 2011 wurde er mit 29 von 35 Stimmen wiederbestellt.[6] Damit ist Wrabetz seit 1967 erst der zweite ORF-Chef nach Gerd Bacher, der wiedergewählt wurde. Als einen Schwerpunkt seiner Amtszeit kündigte er die Gründung von ORF III, als Kulturspartensender an.[7]

Am 13. November 2009 startete unter Wrabetz die hauseigene Online-TV-Mediathek. Am 26. Oktober 2011 um 14 Uhr ging der Kulturspartensender ORF III auf Sendung. Nach eigenen Aussagen ist für Alexander Wrabetz der „Einstieg in Smart-TV ein Kernstück der ORF-Strategie.[8]

Im Dezember 2011 ernannte Wrabetz den bisherigen ORF-Stiftungsrat Niko Pelinka zu seinem Büroleiter. Diese Ernennung wurde ohne Ausschreibung ausgesprochen. In der letzten Dezemberwoche wurde bekannt gegeben, dass die Ausschreibung nachgeholt werden soll. Diese Vorgangsweise hat Kritik von verschiedenen Stellen an der Personalpolitik von Generaldirektor Wrabetz hervorgerufen.[9][10][11][12] Die ehemalige Landeshauptfrau Gabi Burgstaller kritisierte dies als SPÖ-Funktionärin als schädigend für den ORF.[13] Am 19. Jänner 2012 zog Pelinka aufgrund der anhaltenden Proteste der ORF-Redakteure seine Bewerbung für die Stelle zurück.[14]

Familie[Bearbeiten]

Alexander Wrabetz ist mit der Allgemein- und Sportmedizinerin Petra Wrabetz verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne (* 1988 und 1991) und eine Tochter (* 1993).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://kundendienst.orf.at/unternehmen/menschen/geschaeftsfuehrung/wrabetz.html
  2. Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! 8.4. 1983, abgerufen am 18. Februar 2013 (Plakat).
  3. http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/aeltere/60_Jahre.pdf
  4. http://kundendienst.orf.at/unternehmen/menschen/geschaeftsfuehrung/wrabetz.html
  5. http://cdn4.vol.at/2006/08/Wrabetz.pdf
  6. Wrabetz wieder GD
  7. http://diepresse.com/home/kultur/medien/647556/ORFWahl_Generaldirektor-Wrabetz-kandidiert-
  8. http://kurier.at/kultur/medien/wrabetz-ueber-weltcup-app-smart-tv-ist-kernstueck-der-orf-strategie/33.055.630
  9. Ausschreibung veranlasst
  10. Unterschriftenaktion gegen Pelinka: Wrabetz unter Druck
  11. Grüner Stiftungsrat sieht Verfahren für ORF
  12. Burgstaller: "Pelinkas Bestellung schädigt ORF"
  13. Burgstaller: "Pelinkas Bestellung schädigt den ORF" in der Presse vom 30. Dezember 2011 abgerufen am 30. Dezember 2011
  14. Jörg Paas: Umstrittener Kandidat zieht Bewerbung zurück. ORF-Journalisten gewinnen Streit um Stellenbesetzung. In: tagesschau.de. 19. Jänner 2012. Abgerufen am 19. Jänner 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander Wrabetz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien