Alexandre-Marie-Léonor de Saint-Mauris de Montbarrey

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Alexandre Marie Léonor de Saint-Mauris, Graf (später: Fürst) de Montbarrey et de Savigny (* 1732 in Besançon; † 1796) war von 1777 bis 1780 Kriegsminister von Frankreich.

Biografie[Bearbeiten]

Am 9. April 1774 wurde de Montbarrey durch Kaiser Joseph II. in den Reichsfürstenstand erhoben, unter gleichzeitiger Verleihung der Prädikate „Illustrissimus“ und „Consanguineus carissimus“. Der allerchristlichste König, Ludwig XVI., bestätigte diese Standeserhöhung im August 1776. Der Fürst von Montbarrey wurde dann durch ihn zum französischen Kriegsminister ernannt, erregte aber sehr bald das Missfallen von Marie-Antoinette. Er war eine schwächliche Hofschranze, die ihre gesamte Kreativität auf sein Fortkommen am Hofe verwendete. Seine Zeit als Minister blieb ohne jeden bleibenden Eindruck. Er suchte seine Position am Hofe zu bessern, indem er seine Tochter mit dem Sohn des regierenden Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken verheiratet. Diese Ehe war politisch nicht unumstritten in Frankreich und löste auch den Unmut des Hauses Nassau aus, da der saarbrücker Erbprinz zum Zeitpunkt der Heirat erst elf Jahre alt war. 1780, während der französischen Intervention im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, bat er um Entbindung von seinem Amt wegen der anhaltenden Kritik von Finanzminister Jacques Necker. Der Kriegsminister verwendete nicht unbedeutende Mittel des Militärhaushaltes, um die militärische Stärke des Fürstentums Nassau-Saarbrücken zu vergrößern. Unter anderem erlaubten die Zuwendungen dem Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken nicht nur ein Regiment Royal Nassau-Sarrebruck Infanterie aufzustellen, sondern auch ein wesentlich teureres Regiment Royal Nassau-Sarrebruck Cavalery. Nach dem Sturm auf die Bastille zog er sich in sein Schloss in der Nähe von Besancon zurück. 1791 flüchtete er vor der Französischen Revolution zum Mann seiner Tochter, dem Erbprinzen Heinrich von Nassau-Saarbrücken.

De Montbarrey war vom König mit dem Amt des Oberlandvogts (Grand Prévet) im Elsass beliehen worden. In dieser Eigenschaft setzte er sich nach seiner Flucht in Gegnerschaft zu den Kräften der Revolution zugunsten des Erhalts der feudalen Rechte im Elsass ein.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Ruppersberg: Geschichte der Grafschaft Saarbrücken. Bd. 2, Saarbrücken 2. Aufl. 1910 (ND St. Ingbert 1979)
Vorgänger Amt Nachfolger
Claude-Louis, comte de Saint-Germain Kriegsminister von Frankreich
27. September 177719. Dezember 1780
Philippe-Henri de Ségur