Alexandre Istrati

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alexandre Istrati (* 9. März 1915 in Dorohoi, Rumänien; † 28. Oktober 1991 in Paris) war ein rumänisch-französischer Maler und Vertreter des Informel.

Leben[Bearbeiten]

Istrati begann mit neun Jahren zu malen. In den Jahren 1932 bis 1937 absolvierte er ein Jurastudium an der Universität von Bukarest, das er 1937 mit dem „diploma de licență“ (BA) abschloss. Parallel dazu studierte er Malerei bei Camil Ressu und erhielt 1938 das Diplom an der Kunstakademie von Bukarest, wo er bis 1947 als Professor unterrichtete. 1939 heiratete er die ebenfalls rumänische Malerin Natalia Dumitresco, eine Schülerin von Franz Sirató an derselben Akademie. Von 1941 bis 1946 stellte er seine Arbeiten vor allem in Bukarest aus.

Istrati und Dumitresco erhielten durch Vermittlung des französischen Instituts von Bukarest vom französischen Staat ein Stipendium für ein weiteres Studium[1], daher konnten er und seine Frau im Jahr 1947 nach Paris ziehen, wo sie am 9. Oktober am Gare de Lyon ankamen.

Über Georges Théodorescu, einen rumänischen Stipendiaten für Bildhauerei, lernte das Ehepaar den Bildhauer Constantin Brâncuși am 19. Oktober 1947 kennen. Auf seinen Vorschlag hin bezogen sie ein Atelier neben dem seinen in der Impasse Ronsin. In der Zeit ihrer Studien bei André Lhote und an der École des Beaux-Arts besuchten sie den Bildhauer jeden Sonntag. Die freundschaftliche Zusammenarbeit hatte Bestand bis zu seinem Tod im Jahr 1957. Sie wurden seine Alleinerben und erbauten 1958 auf einem ihnen hinterlassenen Grundstück ein eigenes Atelier. Im Jahr 1965 erhielten Istrati und seine Frau die französische Staatsbürgerschaft.

Grabstein auf dem Cimetière Montparnasse von Constantin Brâncuși, Natalia Dumitresco und Alexandre Istrati

Als Universalerben Brâncușis übergab das Ehepaar die Werke seines Ateliers dem französischen Staat. Istrati plante mit seiner Frau zusammen eine Rekonstruktion des Atelier Brâncuși im Centre Georges Pompidou, das 1977 eingeweiht wurde.[2] Zusammen mit Pontus Hultén verfassten sie eine Biografie über ihren Freund Brâncuși, die 1986 veröffentlicht wurde.

Das Ehepaar Natalia Dumitresco und Alexandre Istrati hat, wie auch Constantin Brâncuși, seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Montparnasse gefunden. Ein gemeinsamer Grabstein trägt ihre drei Namen.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1939: Salonul Oficial, Bukarest
  • 1953: Prix Kandinsky, Paris
  • 1957: Lissone, Mailand
  • 1957: Carnegie, Pittsburgh

Literatur[Bearbeiten]

  • Pontus Hulten, Natalia Dumitresco, Alexandre Istrati: Brancusi, Klett-Cotta, Stuttgart 1986, ISBN 3-608-76226-4
  • 20 Œuvres de Natalia Dumitresco 1915–1997; 18 Œuvres de Alexandre Istrati, 1915–1991. Drouot Richelieu, 6. Juli 1999

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pontus Hulten, Natalia Dumitresco, Alexandre Istrati: Brancusi, Klett-Cotta, Stuttgart 1986, S. 239
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKatalog Centre Georges Pompidou, Paris 1981, Katalog Musée des Arts Décoratifs, Paris 1987: Alexandre Istrati. galeriehilt.ch, abgerufen am 16. Oktober 2009.
  3. Foto des Grabsteins