Alexandru Ciutureanu

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Bildhauerarbeiten in der Kaisersteinbrucher Kirche

Alexandru Ciutureanu (* 1951 in Bukarest, Rumänien; † 19. März 2013[1]) war ein rumänischer Bildhauer. Er lebte und arbeitete bis zuletzt in seiner Geburtsstadt.

Ab 1990 war der Künstler über ein Jahrzehnt durch seine vielfältige Tätigkeit mit Kaisersteinbruch verbunden. Seine Werke sind ein wichtiger Bestandteil des heutigen Ortes.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Internationales Künstlersymposium Steinbildhauerei Kaisersteinbruch 1990[Bearbeiten]

Rumänischer Symposiums-Stein

Im Rahmen der 400-Jahr Feier von Kaisersteinbruch gründete der international tätige Österreicher, Bildhauer Christoph E. Exler, ein Künstlersymposium für Steinbildhauerei in Kaisersteinbruch, Burgenland, bis 1921 war das Császárkőbánya in Westungarn.

Es gelang ihm, einen Vertreter Rumäniens: Alexandru Ciutureanu und Ungarns: Ferenc Gyurcsek, zur Arbeit in das einst blühende Steinmetzdorf am Leithagebirge zu rufen. Alexandru hatte anfangs im Gasthof ein einfaches Zimmer, dann nahm ihn die Familie Karl und Herta Vorderdörfler in ihrem Haus auf. Damit begann seine herzliche Integration in Kaisersteinbruch.[2]

In sechswöchiger Tätigkeit sollen Werke zeitgenössischer Kunst aus dem weißen, sehr harten und dichten Leithakalkstein, dem Kaiserstein entstehen. Auf einer stillen Wiese, dieses Gebiet ist mittlerweile gänzlich verbaut – nahe einem zugeschütteten Steinbruch, bearbeitete Alexandru Ciutureanu einen kräftig gedrungen, in sich geschlossenen, behelmten Kopf, ziseliert mit den Symbolen der Dreieinigkeit.

Abgewendet vom Kaserneneingang ruht das Meisterwerk am Dorfeingang. Auf der Südseite, angedeutet das Kreuz der Zisterzienser, im Uhrzeigersinn durch Bogengewölbe zu erreichen. Wie über einen geheimnisvollen Weg in ein ehemals geistiges Zentrum. [3]

Sonnenuhr-Pfeiler

Kaisersteinbrucher Sonnenuhr-Pfeiler mit Kaisersteinreliefs 1992[Bearbeiten]

Unter der Wurzel eines großen Baumes wurde in einem Garten eine steinerne Sonnenuhr ausgegraben und dem Steinmetzmuseum übergeben. Unter der Gesamtplanung und Steinmetzarbeiten von Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh für einen zu errichtenden Sonnenuhr-Pfeiler meißelte Alexandru Ciutureanu drei Kaiserstein-Reliefs.

Kaiserstein ist hier als Bildhauerstein verarbeitet, wenn der Kaiserstein direkt vom Steinbruch kommt, also noch bruchfeucht ist, lässt er sich wunderbar bearbeiten. Lorenzo Mattielli hatte diese Qualität schon bei den Fassadenreliefs beim Stadtpalais des Prinzen Eugen kennengelernt.

Strahlenkranz für den Hochaltar 1993[Bearbeiten]

Für den im Dorotheum ersteigerten „Gottvater in den Wolken“ des Hochaltares gestaltete er einen Strahlenkranz aus Lindenholz. Die 12 Strahlen erforderten ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und Geduld. Für einen kreativen Künstler war das keine angenehme Aufgabe – mit dem Prachtstück eines Strahlenkranzes aus der Werkstätte von Giovanni Giuliani konnte er überzeugt werden.

Kreuzweg in der Kirche 1994/95[Bearbeiten]

14 Kreuzwegstationen aus Bronzeguss mit Steinrahmen von Bildhauer Alexandru Ciutureanu, er schrieb[4], … alles was ich für den Kaisersteinbrucher Kreuzweg gearbeitet habe, befindet sich in der Modellierphase in Plastilin und Gips, danach folgt in der Endphase die Bronze … Ich schicke vier Fotos[5], bitte um eine eilige Antwort, denn die Zeit wartet nicht. Deine Nachricht erhalten[6], ich kann nun meine Arbeit fortsetzen.

Der Bildhauer Alexandru Ciutureanu, rumänisch-orthodoxer Christ über sein Werk .. Ich habe versucht, das Thema so zu interpretieren, dass es seiner Bedeutung in der römisch-katholischen Kirche entspricht. Mich fasziniert das Material (Bronzeguss auf Steinrahmen) und das Licht. Die Kirche wird von der Sonne umkreist. Es ist sehr schön, wie die Strahlen der Sonne in der Kirche auf diese Kreuzweg-Reliefs fallen. Ich habe 47 Figuren in den 14 Stationen geschaffen. Diese Figuren – denke ich – können erzählen, was der Kreuzweg zu erzählen hat.[7]

Die Finanzierung erfolgte zum größten Teil durch private Stifter, zusätzlich einer Subvention von Kulturkontakt Austria.

Ortsstein[Bearbeiten]

Ortsstein, 1997

Da Kaisersteinbruch seit der Zusammenlegung mit Bruckneudorf keine eigenständige Gemeinde ist, verfügt es über kein eigenes Wappen. Der kreative Künstler Alexandru Ciutureanu formte 1997 aus italienischem Bildhauerstein, von einem großen, unbehauenen Kaisersteinblock getragen, einen Ortsstein mit Symbolen zu den 3 Namen des Ortes.[8]

Jahre später erfolgte eine farbliche Fassung durch Ava Pelnöcker aus dem Nachbarort Sommerein.

Europa-Symposium Kaisersteinbruch[Bearbeiten]

Zu Ehren der österreichischen Präsidentschaft in der EU fand am 4. Juli 1998 die Feier des 1. Europa-Symposiums statt, als sichtbares Zeichen wurde ein Brunnen, der Europabrunnen, errichtet. An der „uralten” (Mitte 17. Jahrhundert), sehr langen Steinmauer des ehemaligen Pfarrhofes werden ab nun Europas Länder durch Steinreliefs vertreten sein. Den Anfang setzt das Marmorrelief (weißer Marmor von Ruschita) von Alexandru Ciutureanu mit einer Allegorie der rumänischen Kultur, einer Symbolik des geistigen Schaffens im Laufe der Jahrtausende. Figurative Darstellungen beziehen sich auf präzise vorhandene Kulturgüter.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteilung der Familie
  2. Rückblick des Symposiumsleiters Helmuth Furch
  3. Presseaussendung von Bildhauer Christoph E. Exler am 24. Juni 1990: Das Bundesministerium für Unterricht und Kunst ermöglichte auf Empfehlung der Ministerin Hilde Hawlicek durch einen Förderbetrag aus dem Ostfond diese Arbeit, die durch ihre Kraft und Menschlichkeit berührt.
  4. 26. Januar 1994: Schreiben von Alexandru Ciutureanu an Obmann Helmuth Furch, veröffentlicht in Historisches Lexikon Kaisersteinbruch, S 497-499
  5. 9. Februar 1994: weiteres Schreiben
  6. 18. März 1994: weiteres Schreiben
  7. Ein Kreuzweg für Kaisersteinbruch. In Kirchenzeitung für Burgenland, 30. Juli 1995.
  8. „Wilhelm Amelin”-Symposium 1997 Ortsstein, Bildhauer Alexandru Ciutureanu. In: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch, 8. Jahrgang, Nr. 47, August 1997, S 31-34
  9. Ana Maria Altmann: Gedanken zum "Rumänien"-Stein des Europabrunnens, ein weiteres Kunstwerk von Alexandru Ciutureanu für Kaisersteinbruch. In Mitteilungen 53, März 1999, S 18f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. 2 Bände. Museums- und Kulturverein, Kaisersteinbruch 2002–2004.