Alfhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Alfhausen
Alfhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alfhausen hervorgehoben
52.5019444444447.951388888888938Koordinaten: 52° 30′ N, 7° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Bersenbrück
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 39 km²
Einwohner: 3812 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49594
Vorwahl: 05464
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 001
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bremer Tor 8
49594 Alfhausen
Webpräsenz: www.alfhausen.de
Bürgermeister: Klaus Wübbolding (CDU)
Lage der Gemeinde Alfhausen im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild

Alfhausen ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Bersenbrück im Landkreis Osnabrück, Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Alfhausen liegt etwa 27 km (Luftlinie) nördlich von Osnabrück zwischen den Südost-Ausläufern der Ankumer Höhe im Westen und dem Alfsee im Südosten. Eine schnelle Erreichbarkeit wird auch durch den nur ca. 10 km entfernten Autobahnanschluss Neuenkirchen-Vörden der BundesautobahnA 1 gegeben. Alfhausen liegt direkt an der Bundesstraße B 68 zwischen Bersenbrück im Norden und Bramsche / Hesepe im Süden.

Klima[Bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Alfhausen 8,5–9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 51 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 7 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind: Alfhausen, Heeke, Thiene und Wallen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Alfhausen grenzt (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) an: Bersenbrück, Rieste, Bramsche und Ankum.

Geschichte[Bearbeiten]

Das wehrhafte Kirchdorf Alfhausen „im sagenumwobenen Giersfeld, zu Füßen des Heiligenberges“ (104,3 m) wurde 977 erstmals in einer Urkunde des Kaisers Otto II. vom 29. Oktober 977 als Alfhuson erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Heeke, Thiene und Wallen eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Alfhausen seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Alfhausen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [3] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Februar 1971 eingegliedert wurden.[2]

Jahr Einwohner
1961 2592
1970 2524
1987 2471
1990 2551
1995 3512
2000 3535
2005 3807
2010 3801
2011 3800

Namensdeutung[Bearbeiten]

Der althochdeutsche Ortsname Alfhuson ist vermutlich von einem der zahlreichen mit „Alf“ beginnenden Rufnamen abgeleitet (es gab auch einen Kurznamen Alf). Alfhausen würde somit bedeuten: Das Haus, in dem Alf wohnt. Es ist davon auszugehen, dass der Ort nach dem Haupthof der Umgebung benannt wurde, der einst einem Alf gehörte. Die Vermutung, dass Alf im Plattdeutschen die Zahl 11 bedeute und der Ortsname somit „Elf Häuser“, ist ortskundlich unhaltbar.[4]

Die Alkensage[Bearbeiten]

In alter Zeit standen dort, wo jetzt das Dorf Alfhausen liegt, nur zwölf Häuser, deren Bewohner nach Merzen zur Kirche mussten. Eins von den Häusern lag weit ab in der Heide bei den alten Hünengräbern auf dem Giersfeld. Es hieß „der Krug“, weil die Kirchleute sich bei einem Kruge Bier von ihrem langen Wege zu erholen pflegten. Der Wirt – Alke hieß er – dachte mehr an seinen Verdienst als an den lieben Gott. Er nötigte die Leute zum Trinken und sagte immer sie kämen noch früh genug zur Messe. So kamen sie selten zur rechten Zeit. Endlich traf ihn Gottes Strafgericht. Als er wieder Kirchleute bei sich hatte, fluchte er, sein Haus sollte im Boden versinken, wenn sie nicht noch Zeit genug hätten. Da versank sein Haus und Hof und er mit ihnen.

An ihrer Stelle entstanden zwei tiefe Kuhlen, der „Alkenkrug“. Die Leute aber nannten die übrig gebliebenen elf Häuser Alfhausen, als wollten sie das untergegangene für immer aus ihrer Gemeinschaft ausschließen und bauten sich eine eigene Kirche. An der Stelle aber, wo der Wirt mit seinem Hause unterging, treibt Alke noch jetzt zur nächtlichen Stunde sein Unwesen. Wenn jemand dreimal um den Alkenkrug herumgeht und Alke mit seinem Namen ruft, dann kommt er als feuriges Rad und reißt ihn mit sich in den Abgrund.

Als nun einst der Bauer Grumfeld mit etlichen Freunden beim Biere saß und sie darauf zu sprechen kamen, wer das beste und schnellste Pferd habe, da verschwor sich Grumfeld bei Donner, Wetter und schwerer Not, er wolle in der nächsten Nacht auf seinem Schimmel zum Alkenkrug reiten und Alke zum Wettstreit herausfordern. Die anderen nahmen ihn beim Wort und wetteten um neun Pfund Silber, dass er das nicht fertig bringe. Er nahm die Wette an und machte sich zum Ritt bereit. Er putzte sein Pferd, führte es zum Alkenkrug und zeigt ihm, was es in der Nacht zu tun habe. Das kluge Tier begriff alles und kam in schnellem Lauf mit seinem Herrn zurück. Der zeigt ihm, dass er das große Tor in der Nacht offen lasse wollte und gab ihm das Beste, was er hatte, zu fressen. Vor allem aber betete er dreimal in heiliger Andacht zum Vater, Sohn und heiligen Geist, dass sie ihm seine Sünden vergeben, seine Seele bewahren und ihn aus der Gefahr erretten möchten.

So kam Mitternacht heran; Grumfeld ritt zur Alkenkuhle, hat an ihren Rand. Es war eine stille, sternenklare Nacht. Kein Laut, nicht einmal ein Fuchs oder eine Eule ließen sich hören. Der Schimmel stand und rührte kein Glied. Grumfeld betet still vor sich hin. Da hörte er die zwölfte Stunde schlagen, erst von Ueffeln, dann von Merzen und zuletzt von Alfhausen. Beim letzten Schlag rief er mit lauter Stimme: „Alke, kumm! Geihst Du mit?“ Da antwortet eine Stimme in Grabeston: „Töf! Den eennen Schoh will ik noch antücken, den ännern anrücken, dann will ik die Düwel woll kriegen!“

In demselben Augenblick gab der Bauer seinem Pferde die Sporen, und in rasendem Lauf jagte das Tier dem Hofe zu, Alke als feuriges Rad hinterher. Näher und näher kam das feurige Ungetüm. Da setzte der Schimmel über die Tür auf die Diele, gerade in dem Augenblick, als es den Reiter packen wollte.

Grumfeld war gerettet und hatte seine Wette gewonnen, aber sein Pferd verloren. Es war tot zusammengebrochen. An der Herdstätte dankte Grumfeld seinem Herrgott und gelobte, ihn nicht wieder zu versuchen.

Das Wahrzeichen des glühenden Rades sah man am anderen Morgen am Türpfosten: Er war schwarz verkohlt.

Religionen[Bearbeiten]

Der Großteil der Bevölkerung ist römisch-katholisch. Jedoch finden sich auch andere Religionsgemeinschaften in dem Ort.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 15 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen. Bürgermeister ist Klaus Wübboldung (CDU). Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Alfhausen: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP BLA1 Einzel-
bewerber
Sonstige Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 59,2 9 10,6 1 2,7 0 27,5 5 100 15 78,4
2001–2006 52,7 8 8,2 1 1,0 0 38,0 6 100 15 68,0
2006–2011 62,8 10 7,7 1 1,8 0 2,1 0 25,6 4 100 15 54,1
2011–2016 59,55 9 10,86 2 4,48 1 1,07 0 24,02 3 100 15 53,5
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[5], Landkreis Osnabrück[6][7].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.
1 Bürgerliste Alfhausen

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Johanneskirche in Alfhausen

Musik[Bearbeiten]

Alfhausen ist die Geburtsstätte zahlreicher Musikgruppen, unter anderem der Groovin' Goblins.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die frisch renovierte römisch-katholische Pfarrkirche St. Johannis aus dem 13. Jahrhundert ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Ortes, mit ihrer Ausstattung aus teilweise gotischer Zeit, wie z. B. der Bentheimer Taufstein oder auch die Strahlenmadonna aus dem Jahre 1517. Des Weiteren gibt es im alten Ortskern noch einige gut erhaltene Gebäude aus dem 16. Jahrhundert.

Der ab 1971 als Hochwasser-Rückhaltebecken für die Hase künstlich angelegte Alfsee erlangte seinen Namen durch die Nähe zur Gemeinde Alfhausen. Als ein beliebtes Ausflugsziel für Ferienreisende und Ausflügler hat der See in den letzten Jahren an großer Bedeutung gewonnen. Dieses Rückhaltebecken wurde in den 1990er Jahren um ein zweites Rückhaltebecken erweitert, um zusätzliche Auffangflächen zu erhalten.

Heeker Klause

Im Mittelpunkt des Ortsteiles Heeke steht die Heeker Klause (erbaut 1818), die 1970 renoviert und eingeweiht wurde. Noch heute wird die Klause für Maiandachten und das jährliche Bittamt genutzt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Verschiedene steinzeitliche Gräber sind im Grenzgebiet zum Ort Ankum Giersfeld zu besichtigen.

Sport[Bearbeiten]

In der Gemeinde werden verschiedene Sportarten angeboten: Fußball, Judo, Radsport, Volleyball, Sportschießen, Reiten und Angeln.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Alfhausen liegt an der B 68 und der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück. Der Bahnhof in Alfhausen wurde vor einigen Jahren stillgelegt, die nächsten Bahnhöfe sind Bersenbrück im Norden und Bramsche (Hesepe) im Süden. Der Haltepunkt in Rieste an der Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe ist etwa 6 km entfernt. Durch die naheliegende A 1 – Hansalinie – Abfahrt Osnabrück-Nord, Neuenkirchen-Vörden bzw. Holdorf ist Alfhausen per PKW zu erreichen. Es gibt Busverbindungen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück von Alfhausen nach Rieste und Bersenbrück.

Sonstiges[Bearbeiten]

Durch die Popularität der Fernsehfigur Alf wurden während der 80er und 90er Jahre häufig die Ortsschilder von Alfhausen gestohlen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 253.
  3. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  4. Wilhelm Fangmeyer: Deutung von Ortsnamen im Osnabrücker Land. In: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land, 1982. S. 78.
  5. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  6. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (PDF; 528 kB)
  7. Landkreis Osnabrück, Die Kommunalwahl Osnabrücker Land vom 10. September 2006; Amtliche Endergebnisse (PDF; 3,4 MB)