Alfons II. (Aragón)

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Alfons II. von Aragonien
Alfons II. von Aragonien. So stellte man sich im 17. Jahrhundert Alfons II. vor.
Familiengruft im Kloster Poblet

Alfons II. von Aragón, genannt der Keusche (el Cast) (* 25. März 1157 in Huesca[1] (Aragonien, Spanien); † 25. April 1196[2] in Perpignan) war König von Aragonien und als Alfons I. auch seit 1166 Graf von Provence[3]; sowie Graf von Barcelona, Girona, Osona, Besalu, Cerdagne, Tarragona und Roussillon; Marquis von Lérida und Tortosa, Graf des Gevaudan, Vicomte von Millau und Carlat.

Leben[Bearbeiten]

Als zweiter Sohn nach dem als Kind verstorbenen Peter geboren, wurde er nach seinem Vater auf den Namen Raimund getauft. Auf Betreiben seiner Mutter wurde er nach dem Tod des Kronprinzen in Alfons umbenannt.

Alfons war beliebt als Beschützer der ständischen Freiheiten und Gönner der Trobadors. Alfons dichtete selbst, in einer Kanzone feiert er das Glück der Liebe.

Im Jahr 1172 eroberte er von Navarra aus die Grafschaft Roussillon und erwarb auch einen Teil der Provence durch Erbrecht.[4] Er gewann Saragossa zurück, eroberte Caspe und gründete die Stadt Teruel.

Alfons konnte sich aus der Lehnsoberhoheit des kastilischen Königs lösen und vereinbarte mit ihm die beiderseitigen Interessenssphären im maurischen Spanien, wobei er sich das Königreich Valencia sicherte, das er lange bekriegte.

Der König galt als eifriger Förderer des Dritten Standes, der in Aragonien - als einem der ersten europäischen Länder - große politische Bedeutung erlangte.

Alfons II. wurde im Monestir de Santa Maria de Poblet in der Familiengruft der klösterlichen Kirche beigesetzt. Körperteile wurden mutmaßlich auch in der Kirche des Klosters Santa Maria de Vilabertran bestattet; dort befindet sich eine Grabplatte des Königs mit der Inschrift: Teil der Überbleibsel, die am wichtigsten sind.

Familie[Bearbeiten]

Alfons war ein Sohn von Raimund Berengar IV. von Barcelona und dessen Frau Petronella von Aragón, der Tochter König Ramiros von Aragonien. Er heiratete am 18. Januar 1174 in Saragossa Sancha (1155/7–1208), die Tochter des König Alfons VII. von Kastilien und dessen zweiter Gemahlin Richeza von Polen.[5] Mit Sancha hatte er folgende Kinder:

  1. ∞ 1198 König Emmerich von Ungarn
  2. ∞ 1210 Kaiser Friedrich II.
  • Alfons II. (1180–1209), Graf der Provence
  • Sancho († jung)
  • Eleonore (1182–1226) ∞ ca. 1202 Graf Raimund VI. von Toulouse
  • Raimund Berengar († jung)
  • Sancha (1186–1242) ∞ 1211 (gesch. 1241) Graf Raimund VII. von Toulouse
  • Ferdinand (1190–1249), Abt von Monte Aragón
  • Dulcia (*1192), Nonne

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Alfonso II el Casto, hijo de Petronila y Ramón Berenguer IV, nació en Huesca en 1157;". Cfr. Josefina Mateu Ibars, María Dolores Mateu Ibars, Colectánea paleográfica de la Corona de Aragon: Siglo IX-XVIII, Universitat Barcelona, 1980, p. 546. ISBN 84-7528-694-1, ISBN 978-84-7528-694-5.
  2. Matz, Klaus-Jürgen: Regententabellen zur Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1980, S., 52
  3. Lomax, Derek W.: Die Reconquista. Die Wiedereroberung Spaniens durch das Christentum. Aus dem Englischen von Holger Fliessbach. München: Heyne, 1980, S. 148
  4. Munoz, José Angel Sesma: La Corana de Aragón. Zaragoza: CAI, 2000, S. 59f
  5. Urbieto Ateta, Antonio: Historia de Aragon. Creación y desarollo de la Corona de Aragón. Zaragoza: Anubar, 1987, S. 202

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfons II. von Aragón – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Petronella König von Aragon
Aragon Arms.svg

1162–1196
Peter II.
Raimund Berengar IV. Graf von Barcelona
1162–1196
Peter II.
Dulcia II. Graf von Provence
1167–1196
Raimund Berengar IV.