Alfonso d’Avalos

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Portrait des Alfonso d'Avalos (und eines Pagen) von Titian, c. 1533.
Portrait von Anthonis Mor, 1530er Jahre
Titian: Ansprache des Marqués del Vasto an seine Soldaten, um 1540
Von "Promptuarii Iconum Insigniorum"

Alfonso (III.) d’Avalos, auch bekannt als Alfonso de Ávalos y de Aquino, oder Alonso de Ávalos (in Spanisch) und als Alfonso d’Avalos d’Aquino d’Aragona (in Italienisch) (* 25. Februar 1502 in Ischia; † 31. März 1546 in Vigevano, Provinz Mailand) war ein italienischer Adeliger aus der ursprünglich spanischen Adelsfamilie Avalos und einer der bedeutendsten Feldherren von Kaiser Karl V. . Zwischen 1538 und 1546 war er Gouverneur von Mailand. Im Jahr 1529 wurde er Herr von Ischia und Procida.

Herkunft[Bearbeiten]

Alfonso war ein Sohn von Inigo/Innico II. d’Avalos d’Aquino, 1. Marchese del Vasto, Conte di Monteodorisio († 30. September 1503) und dessen Gemahlin, Laura Sanseverino, aus dem Haus der Pricipi di Bisignano. Er war ein Neffe von Ferdinando Francesco d’Avalos (1489/90–1525), der Gouverneur des Herzogtums Mailand und Vizekönig von Sizilien war, erbte 1525 dessen Titel und folgte ihm als Kommandant der kaiserlichen Truppen nach. Er selbst trug die Titel Principe di Francavilla, Principe di Montesarchio, Marchese del Vasto, Marchese di Pescara und Conte di Monteodorisio, war Grande von Spanien, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und seit 1536 Kaiserlicher Generalkapitän.

Militärische Karriere[Bearbeiten]

Alfonso trat unter seinem Onkel Fernando Francesco in den Militärdienst ein und kämpfte gegen Franzosen und Venezianer. Er nahm an verschiedenen Feldzügen Kaiser Karls V. teil. So unter anderem an der Schlacht bei Pavia am 24. Februar 1525, wo er die kaiserlichen Musketiere kommandierte. In den Jahren 1526–1528 kämpfte er unter Hugo de Moncada (1527 Vizekönig von Neapel) und wurde 1528 vom genuesischen Admiral Andrea Doria gefangen genommen, der damals im Dienst von König Franz I. von Frankreich stand. Im Jahr 1532 nahm er in der Armee von Kaiser Karl V. in Österreich an dessen Kriegszug gegen die Truppen des Sultans der Osmanen, Süleyman I. des Prächtigen teil, als dieser einen zweiten (vergeblichen) Versuch unternahm, Wien zu erobern. Im Jahr 1535 diente er beim Tunisfeldzug des Kaisers als Kommandant der spanischen Veteranen, war im Auftrag des Kaisers Gastgeber des vertriebenen tunesischen Königs, Muley Hassan, kommandierte beim Angriff auf Tunis als Generalkapitän die Vorhut und war der Erste, der in die Stadt eindringen konnte. Im Jahr 1538 wurde er als Nachfolger von Marino Caracciolo zum dritten Gouverneur im Herzogtum Mailand ernannt und bewährte sich dort bis 1546 auch als Förderer der Schriftsteller und Musiker.

1538 vertrat er Spanien als Botschafter bei der Inthronisierung des neuen Dogen von Venedig, Pietro Lando.

Während der Italienkriege zwischen dem Haus Österreich und Frankreich kommandierte er das kaiserliche Heer in den Jahren 1542–1546, wobei es ihm im August 1543 gelang, Nizza von der Belagerung durch eine französisch-ottomanische Streitmacht unter Khair ad-Din Barbarossa und François de Bourbon, Comte d’Enghien zu befreien. In der Schlacht von Ceresole wurde er jedoch am 11. April 1544 von den französischen Truppen, die unter dem Kommando seines früheren Gegners, François de Bourbon standen, in einer offenen Feldschlacht besiegt. Wenig später, am 2. Juni 1544, gelang es ihm jedoch, in der Schlacht bei Serravalle eine Armee italienischer Söldner zu besiegen, die in französischen Diensten standen und von Piero Strozzi und Giovanni Francesco Orsini, Conte di Pitigliano kommandiert wurden.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Alfonso vermählte sich am 26. November 1523 mit Maria d’Aragona (1503, † 9. November 1568 in Neapel), einer Tochter des Fernando d’Aragona, Duca di Montalto (der ein außerehelicher Sohn von König Ferdinand I. von Neapel [1458–1494] war) und dessen Gemahlin, Castellana Folch de Cardona, Tochter des Ramón de Cardona 1502 1. Duca di Soma, Vizekönig von Neapel (1509–1522) und Vizekönig von Sizilien (1507–1509). Auf Grund dieser Vermählung nahm er den Familiennamen d’Avalos, d’Aquino d’Aragona an.

Kinder:

  • Innico d’Avalos d’Aquino d’Aragona († 1600), Kardinal
  • Gionanni d’Avalos d’Aquino d’Aragona ∞ eine Orsini
  • Beatrice d’Avalos d’Aquino d’Aragona ∞ Alfonso de Guevara
  • Cesare d’Avalos d’Aquino d’Aragona ∞ Lucrezia del Tufo
  • Carlo d’Avalos d’Aquino d’Aragona, 1. Principe di Montesarchio ∞ Sveva Gesualdo
  • Francesco Fernando d’Avalos d’Aquino d’Aragona, Principe di Francavilla etc.∞ Isabella Gonzaga

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Oman, Charles (1937). A History of the Art of War in the Sixteenth Century. Londres: Methuen & Co.
  • Gran Enciclopedia de España, 22 volumes, 11,052 pages, (1991), vol 3, page 1,109 ISBN 84-87544-01-0
  • Jean-Pierre Vittu et Mika ben Miled “ Histoire des derniers rois de Tunis d´après Marmol et Vermeyen », 2007, Carthage-Tunisie, ISBN 978-9973-704-05-4
  • Genealogisches Handbuch der fürstlichen Häuser, Band XV. S. 538 f.

Bildliche Darstellungen[Bearbeiten]

  • Porträts von Tizian aus 1533 (mit Pagen) und 1540 (Ansprache des Alfonso d’Avalos).
  • Auf den von Jan Cornelisz Vermeyen 1535 – während der Schlacht – entworfenen Kartons vom Tunisfeldzug ist Alfonso auf Karton 8 – und den davon gefertigten Tapisserien – beim Kauf zweier christlicher Sklavinnen abgebildet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfonso d'Avalos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Marino Caracciolo Gouverneur von Mailand
1538–1546
Ferrante I. Gonzaga