Alfréd Schaffer

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Alfréd „Spezi“ Schaffer (* 13. Februar 1893 in Pressburg, Ungarn, Österreich-Ungarn, heute Bratislava, Slowakei; † 30. August 1945 in Prien am Chiemsee) war ein ungarischer Fußballspieler und -trainer.

Schaffer war bei mehreren Vereinen aktiv, so für den FC Basel, MTK Budapest, Sparta Prag und FK Austria Wien. Bemerkenswert für die damalige Zeit war, dass er dabei die Vereine nach Verdienstmöglichkeit aussuchte. Er gilt deshalb als erster professioneller Fußballspieler auf dem europäischen Kontinent.

In Ungarn war er in den Spielzeiten 1917/18 mit 42 Toren sowie in der Spielzeit 1918/19 mit 26 Toren jeweils Torschützenkönig.[1]

In Deutschland spielte er von 1919 bis 1920 beim 1. FC Nürnberg als Mittelstürmer und übernahm dort zugleich das Training. Er machte sich insbesondere durch die Förderung des jungen Hans Kalb verdient, der später als Spielgestalter den Club zu fünf Deutschen Meisterschaften führte und Kapitän der Nationalmannschaft war. 1921 bis 1922 spielte er für den FC Wacker München, mit dem er 1922 die Süddeutsche Meisterschaft gewann und ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft vordrang - dieses wurde allerdings mit 0:4 gegen den Hamburger SV verloren. Im selben Jahr spielte er kurz bei Sparta Prag und wieder bei MTK, für den er bis 1923 in einigen Freundschaftsspielen antrat. 1924 gewann er in Wien mit den "Amateuren", der heutigen Austria Wien, die österreichische Meisterschaft.

In seinen 15 Länderspielen für die ungarische Fußballnationalmannschaft trat er 14 Mal gegen Österreich an. Er erzielte dabei 16 Tore.

Als Trainer war er von 1927 bis 1928 für den FC Wacker München tätig, mit dem er erneut ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft vordrang, das diesmal knapp mit 1:2 gegen Hertha BSC verloren ging. Zudem trainierte er in Deutschland unter anderem auch den 1. FC Nürnberg und den FC Bayern München. Er betreute außerdem die ungarische Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich, die im Finale gegen Italien unterlag. Den AS Rom führte er 1941/42 zur ersten italienischen Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Am 30. August 1945 fand man auf dem Bahnhof von Prien am Chiemsee (75 Kilometer von München entfernt, wo Schaffer den FC Bayern München trainierte) in einem Zug einen Leichnam, dessen Tod ein paar Stunden zuvor eingetreten war. Ein Fußballanhänger identifizierte die Leiche als Alfréd Schaffer. Die Todesursache konnte nicht ermittelt werden. Schaffer wurde in Prien beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heimann, Helmut: Tarzan, Puskás, Hansi Müller. Stelldichein donauschwäbischer Spitzensportler; Oswald Hartmann Verlag, 2001, S. 157 – 170; ISBN 3-925921-49-4