Alfred Braun

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Braun bei der Landung des Zeppelins LZ 127 in Staaken, 1928
von rechts: Ernst Heilmann, Friedrich Ebert junior, Alfred Braun, Heinrich Giesecke, Hans Flesch und Kurt Magnus als Häftlinge im KZ Oranienburg, August 1933
Grabstein von Alfred Braun

Alfred Braun (* 3. Mai 1888 in Berlin; † 3. Januar 1978 ebenda) war ein Pionier des deutschen Rundfunks. Braun wurde unter anderem als Rundfunkreporter und Hörspielregisseur berühmt. Er war auch Schauspieler, Regisseur bei Bühne und Film sowie Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Alfred Braun war ein Schüler von Max Reinhardt und erhielt 1907 sein erstes Engagement als Schauspieler am Berliner Schiller-Theater. Ab November 1924 begann Brauns Tätigkeit beim Funk, zunächst als Sprecher, später auch als Regisseur der Funk-Stunde Berlin, dem ersten Radiosender Deutschlands. In die Rundfunkgeschichte eingegangen sind seine Live-Reportagen von der Trauerfeier für Reichsaußenminister Gustav Stresemann (6. Oktober 1929) und der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Thomas Mann (10. Dezember 1929).

Bis 1933 war er Leiter der Schauspielabteilung der Funk-Stunde Berlin. Immer wieder übernahm er selbst auch Filmrollen. Der Machtantritt der Nationalsozialisten beendete 1933 vorläufig Brauns Karriere. Er war zeitweilig inhaftiert und ging nach seiner Entlassung über die Türkei in die Schweiz. Dort arbeitete er als Schauspiellehrer und war in der Spielzeit 1937/38 Regisseur am Stadttheater Basel. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kehrte er nach Deutschland zurück und war 1940 unter Veit Harlan Regieassistent bei dessen antisemitischem Hetzfilm Jud Süß. 1941 fungierte er als Sprecher des Fliegerwerbefilms Himmelsstürmer und verfasste danach für Harlan die Drehbücher zu den Filmen Die goldene Stadt, Opfergang, Immensee und Kolberg.

Nach Kriegsende hatte Alfred Braun Erfolg als Hörspielregisseur und ab 1949 als Filmregisseur, unter anderem 1953 mit dem Zarah-Leander-Film Ave Maria. Seine Inszenierungen haben einen stark gefühlsbetonten Charakter, wie er im bundesdeutschen Film der 1950er Jahre häufig war. In der Filmbiografie Stresemann widmete Braun sich erneut dem Reichsaußenminister Gustav Stresemann.

1954 wurde er zum ersten Intendanten des neugegründeten Sender Freies Berlin gewählt. Alfred Braun liegt auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Charlottenburg begraben. Seine Tochter ist die Schauspielerin Etta Braun (* 1928).

Werke[Bearbeiten]

Tondokumente
  • Stimmen des 20. Jahrhunderts: Der Klang der zwanziger Jahre. Prod.: DHM/DRA, 2004. (Die Audio-CD enthält Brauns Rundfunkreportagen aus dem Jahr 1929.)
  • William Shakespeare: Romeo und Julia mit Klaus Kinski. Regie: Alfred Braun. Prod.: Berliner Rundfunk, 1949.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1912: Jugendstürme – Ein Offiziersroman (Schauspieler)
  • 1916: Das Leid der Liebe (Schauspieler)
  • 1919: Der Sohn der Magd (Schauspieler)
  • 1920: Die Spieler (Schauspieler)
  • 1924: Das sonnige Märchen vom Glück (Schauspieler)
  • 1924: Die Bacchantin (Schauspieler)
  • 1924: Rosenmontag (Schauspieler)
  • 1927: Funkzauber (Schauspieler)
  • 1930: Tingel-Tangel (Schauspieler)
  • 1930: Flachsmann als Erzieher (Schauspieler)
  • 1931: Dann schon lieber Lebertran (Schauspieler)
  • 1932: Spione im Savoy-Hotel (Schauspieler)
  • 1940: Jud Süß (Regieassistent)
  • 1941: Die goldene Stadt (Co-Drehbuch)
  • 1943: Immensee (Co-Drehbuch)
  • 1943: Opfergang (Co-Drehbuch)
  • 1943: Große Freiheit Nr. 7 (Schauspieler)
  • 1944: Augen der Liebe (Zwischen Nacht und Morgen) (Regie und Co-Drehbuch, Erstaufführung: 1951)
  • 1945: Kolberg (Co-Drehbuch)
  • 1945: Der Puppenspieler (Regie und Co-Drehbuch, unvollendet)
  • 1948: Chemie und Liebe (Schauspieler)
  • 1949: Anonyme Briefe (Schauspieler)
  • 1949: Mädchen hinter Gittern (Regie)
  • 1950: Die Treppe (Regie und Schauspieler)
  • 1950: Eine seltene Geliebte / Pikanterie (Regie)
  • 1951: Primanerinnen (Schauspieler)
  • 1951: Wenn die Abendglocken läuten (Regie und Schauspieler)
  • 1952: Tausend rote Rosen blühn (Regie)
  • 1953: Ave Maria (Regie und Schauspieler)
  • 1953: Komm zurück... (Regie)
  • 1956: Stresemann (Regie)
  • 1958: Schwarze Nylons – Heiße Nächte (Regie)
  • 1959: Morgen wirst du um mich weinen (Regie)
  • 1963: Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (Schauspieler)
  • 1967: Der Tod eines Doppelgängers (Idee)

Ehrung[Bearbeiten]

Der Spreekieker

Am Iburger Ufer direkt an der Spree im Ortsteil Berlin-Charlottenburg befindet sich ein Denkmal Der Spreekieker, das von der Künstlerin Gertrud Bergmann stammt und den „ersten Rundfunksprecher“ Deutschlands ehrt. Die Bezeichnung des Denkmals erinnert an eine von Alfred Braun beim SFB betreute Sendung[1], die später auch als Buch veröffentlicht wurde[2].

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfred Braun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in der Berliner Morgenpost von 2008: Zu Besuch beim 'alten Spreekieker'; abgerufen am 8. November 2009
  2. Alfred Braun: Der Spreekieker, Lettner Verlag, 1966