Alfred Colsman

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Alfred Colsman 1929
Gedenkstein in Werdohl

Alfred Colsman (* 7. Mai 1873 in Werdohl; † 9. Januar 1955 ebenda) war ein deutscher Ingenieur und Manager, der die Entwicklung der Luftschifffahrt beeinflusste.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater Johann Friedrich Colsman besaß in Werdohl eine Fabrik, die verschiedene Produkte aus dem damals neuen Werkstoff Aluminium herstellte. Wie seine Brüder Carl Colsman und Rudolf Colsman bereitete er sich durch ein Studium an der Technischen Hochschule (Berlin-) Charlottenburg und einige Auslandsreisen auf eine spätere Tätigkeit in diesem Unternehmen vor.

1899 heiratete er Helene Berg, eine Tochter des Lüdenscheider Fabrikanten Carl Berg, dessen Unternehmen ebenfalls Aluminium verarbeitete und beispielsweise Konstruktionselemente für die frühen Zeppeline fertigte. Colsman saß ab 1907 im Aufsichtsrat der Firma Berg. Dadurch kam er in engen Kontakt mit Ferdinand Graf von Zeppelin, der ihn im August 1908 als kaufmännischen Direktor der neu zu gründenden Luftschiffbau Zeppelin GmbH nach Friedrichshafen holte.

Als nach dem Unglück von Echterdingen die Volksspende dem Grafen Zeppelin über sechs Millionen Mark an Spenden einbrachte, wurde Colsman als Generaldirektor (Vorstandsvorsitzender) eingesetzt, da die bisherige Organisation des LZ nicht überlebensfähig war. Er schuf durch Gründungen und Übernahmen ein Geflecht von Firmen, zu dem auch die DELAG und die Zahnradfabrik Friedrichshafen GmbH gehörten. Zeitweilig nahm Colsman neben Hugo Eckener in der DELAG die Vorstandstätigkeit wahr.[1]

1910 befand sich Colsman an Bord des Zeppelins LZ 7, der neun Tage nach der Jungfernfahrt am 28. Juni nach Motorenausfall im Unwetter am Limberg bei Bad Iburg im Teutoburger Wald abstürzte. Bei dem Unglück kam niemand zu Schaden.

Um 1930 zog sich Colsman wegen grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten mit Hugo Eckener aus dem Zeppelin-Konzern zurück. Er lebte anschließend wieder in Werdohl, wo er sich auch mit heimatgeschichtlichen Forschungen beschäftigte. In Friedrichshafen sind eine größere Straße sowie einer der Säle im Kultur- und Kongresszentrum Graf-Zeppelin-Haus nach Colsman benannt. Ferner gibt es noch die Colsman-Villa, in der Colsman bis 1931 mit der Familie gelebt hat. In der Stadtgeschichte Friedrichshafens werden Colsman und seine Leistungen wegen seiner Ausgründungen und seines unternehmerischen Weitblickes im Zeppelin-Konzern noch vor den Verdiensten Eckeners gewürdigt.

Im Frühjahr 1945 wirkte er an der kampflosen Übergabe seiner Heimatstadt an die US-Armee mit und wurde kurzzeitig als Bürgermeister von Werdohl eingesetzt. Nach dem Krieg engagierte er sich in der FDP, für die er bei der Bundestagswahl 1949 erfolglos kandidierte.

Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Luftschiff voraus! 1933.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Braun: Aufstieg und Niedergang der Luftschifffahrt - Eine wirtschaftshistorische Analyse. eurotrans-Verlag, Regensburg 2007, ISBN 3-936400-22-9, S. 150.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tanja Bessler-Worbs: Alfred Colsman (1873–1955). Veteran des Luftschiffbaus.. In: Karl-Peter Ellerbrock, Tanja Bessler-Worbs: Industriepioniere, Wirtschaftsbürger und Manager. Historische Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Märkischen Südwestfalen. (Kleine Schriften, Heft 32) Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte e. V., Dortmund 2007, ISBN 978-3-87023-288-7, S. 154–158
  • Rudolf Kaefer: Alfred Colsman. Ein ungewöhnlicher Unternehmer. 1873–1955. Friedrichshafen 2001, ISBN 978-3-88812-188-3.
  • Horst-Oskar Swientek: Colsman, Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 330 f. (Digitalisat).
  • Alfred Colsman, Internationales Biographisches Archiv 07/1955 vom 7. Februar 1955, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]