Alfred Huggenberger

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Alfred Huggenberger (* 26. Dezember 1867 in Bewangen bei Bertschikon; † 14. Februar 1960 in Diessenhofen) war ein Schweizer Schriftsteller, der besonders mit seinen Heimatromanen und -erzählungen auch in Deutschland bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Alfred Huggenberger wurde als Sohn eines Bauern im Kanton Zürich nahe der Grenze zum Kanton Thurgau geboren. Mit 29 Jahren übernahm er den elterlichen Hof, der jedoch 1904 durch Brandstiftung abbrannte. Zusammen mit seiner Frau Bertha und der gemeinsamen Tochter zog Huggenberger 1908 ins benachbarte Gerlikon im Kanton Thurgau.

Schon früh begann Alfred Huggenberger mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Seinen literarischen Durchbruch über die Schweizer Grenze hinaus schaffte er 1907 mit dem Buch Hinterm Pflug, unterstützt von namhaften Autoren wie Hermann Hesse, Josef Hofmiller oder Ludwig Thoma. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er von den Nazis für die Propagierung der Blut-und-Boden-Literatur vereinnahmt. Sein Gesamtwerk umfasst über 100 Prosa- und Lyrikbände – teils auf Hochdeutsch, teils auf Schweizerdeutsch –, dazu zahlreiche Theaterstücke. Er zählte zu Lebenszeiten mit Heinrich Federer, Jakob Christoph Heer und Ernst Zahn zu den bekanntesten Schweizer Heimatschriftstellern. Sein Nachlass wird im Staatsarchiv des Kantons Thurgau aufbewahrt und erschlossen.

Bis ins hohe Alter arbeitete Huggenberger in der Landwirtschaft; er starb mit 92 Jahren im ehemaligen Kloster St. Katharinental und wurde auf dem Friedhof in Gachnang bestattet. In Gerlikon, Frauenfeld, Weinfelden und Räterschen sind Strassen nach ihm benannt. Die im Auftrag der Thurgauer Regierung von einer Autorengruppe unter der Leitung der Germanistin Rea Brändle und des Historikers Mario König erarbeitete, wissenschaftlich fundierte Werkbiographie erwähnt kritisch Huggenbergers "deutschenfreundliche Haltung" und die Nähe seines Gedankenguts "zum Völkischen".[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Reiterpoesie, 1890
  • Lieder und Balladen, 1896
  • Hinterm Pflug. Verse eines Bauern, 1907
  • Die Bauern von Steig. Roman, 1913
  • Dorfgenossen. Neue Erzählungen, 1914
  • Die Geschichte des Heinrich Lentz. Roman, 1916
  • Bauernland. Erzählungen, 1919
  • Der Hochzeitsschmaus, 1921
  • Die Frauen von Siebenacker. Roman, 1925
  • Die Schicksalswiese. Roman, 1937
  • Der Ruf der Heimat, 1948
  • Das freundliche Jahr. Erzählungen, 1954
  • Alfred Huggenberger erzählt sein Leben. Hg. von Dino Larese. Huber, Frauenfeld 1958
postume Ausgaben
  • Gedenkausgabe zum 100. Geburtstag. Hg. von Hans Brauchli. 4 Bände, Mühlemann, Weinfelden 1967.
  • Dorf und Acker. Gedichte und Erzählungen. Theaterverlag Elgg, Belp 1992, ISBN 3-909120-10-5.
  • Gedichte – Erzählungen – Schwänke. Eine Auslese aus seinem Werk zum 50. Todestag. Herausgegeben von der Alfred-Huggenberger-Gesellschaft. Theaterverlag Elgg, Belp 2010, ISBN 978-3-909120-19-2. (Digitalisat (PDF-Datei, 1.9 MB.))

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Heinrich Maurer: Alfred Huggenberger. Eine Studie. Mit mehreren Bildbeiträgen. Staackmann, Leipzig 1917.
  • Hans Kägi: Alfred Huggenberger. 1937.
  • Fritz Wartenweiler: Alfred Huggenberger. Volksverlag, Elgg 1967.
  • Verena Bodmer-Gessner: Huggenberger, Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 14 f. (Digitalisat).
  • Rosmary Küng: Alfred Huggenberger. Nachlaßverzeichnis und Bibliografie. Frauenfeld 1977.
  • Christine Schaller: Alfred Huggenberger. Aufarbeitung des Nachlasses. Frauenfeld 1987.
  • Jan Zimmermann: Die Kulturpreise der Stiftung F.V.S. 1935–1945. Darstellung und Dokumentation. Hg. von der Alfred-Toepfer-Stiftung. Christians, Hamburg 2000.
  • W. Schmid: Alfred Huggenberger und die Deutschen. In: Thurgauer Jahrbuch, 78. Jahrgang, Frauenfeld 2003, S. 77–82.
  • Tobias Hoffmann-Allenspach: Alfred Huggenberger. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 2, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 887.
  • Rea Brändle und Mario König: Huggenberger. Die Karriere eines Schriftstellers. Verlag des Historischen Vereins des Kantons Thurgau, Frauenfeld 2012, ISBN 978-3-9522896-8-6. (=Thurgauer Beiträge zur Geschichte; 148/149)[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Tobler: Der Hunger nach Anerkennung machte ihn blind vor den Opfern. In: Tages-Anzeiger, 11. Dezember 2013, Kultur, S. 23.
  2. Details zu Entstehungsgeschichte und Inhalt auf einer Website des Kantons Thurgau und der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, abgerufen am 20. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten]