Alfred Ludwig von Degenfeld

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Alfred Ludwig von Degenfeld

Alfred Emil Ludwig Philipp Freiherr von Degenfeld (* 9. Februar 1816 in Gernsbach; † 16. November 1888 in Karlsruhe) war ein badischer Generalleutnant und Abgeordneter im Reichstag.

Karriere bis 1870[Bearbeiten]

Alfred von Degenfeld trat 1833 in das 3. Badische Infanterieregiment ein, wurde 1836 Offizier und stieg bis 1865 zum Oberst und Regimentskommandeur auf. Am Krieg 1866 nahm von Degenfeld mit seinem Regiment als Teil der Badischen Division unter dem Kommando von Prinz Wilhelm an dem erfolgreichen Gefecht bei Hundheim in Hundheim am 23. Juli 1866, dem Gefecht bei Werbach am 24. Juli 1866 und am nächsten Tag am Gefecht von Gernsheim (alle Teil des Mainfeldzuges) teil. 1868 erfolgte die Beförderung zum Generalmajor und Kommandeur der 2. Infanteriebrigade.

Einsatz im Deutsch-Französischen Krieg[Bearbeiten]

Im Deutsch-Französischen Krieg gehörte von Degenfeld mit seiner Brigade (2. Badische) zur Badischen Division im XIV. Korps unter General August von Werder. Vom 16. August bis 27. September 1870 war die Brigade ein Teil der Belagerungstruppen von Straßburg. Am 1. Oktober 1870 wurde er in die Vogesen kommandiert, um die sich dort sammelnden Franc-tireur zu zerstreuen. Insgesamt wurden für diese Kämpfe vom XIV. Korps vier Brigaden eingesetzt. Alle diese Einheiten erhielten Verstärkungen durch zusätzliche Artillerie und selbstständige Kavallerieverbände, um selbstständig vorgehen zu können.

Der Krieg gegen die Vogesenarmee unter Giuseppe Garibaldi führte zu mehreren kleineren Gefechten, da die nicht ausgebildeten und nicht einheitlich geführten französischen Freiwilligen es vermieden, sich einem geschlossenen Verband deutscher Truppen in offener Schlacht gegenüberzustellen. Orte mit nennenswerten Gefechten waren unter anderem Raon l’Etape, Nompatelize, St. Die, Etuz am Oignon, Pasques in der Nähe von Dijon, und vereint mit der Brigade des Prinzen Wilhelm von Baden, bei Nuits gegen die Division des französischen General Camille Crémer.

Er nahm hier am Gefecht bei Villersexel teil und konnte sich danach zusammen mit den weiteren deutschen Verbänden erfolgreich absetzen und beim Marsch auf Belfort einen Vorsprung von zwei Tagen herausholen, in denen eine Verteidigungsstellung an der Lisaine errichtet wurde.

In der Schlacht an der Lisaine befehligte von Degenfeld vom 15. bis 17. Januar 1871 den rechten Flügel der deutschen Stellung bei Frahier. Er musste am 16. Januar den Ort Chenebier räumen, als die Ostarmee versuchte, seine Stellung zu umfassen. General von Degenfeld konnte hierbei seine Stellung gegen zahlenmäßig weit überlegene Gegner über einen Zeitraum von ca. zehn Stunden halten. Am nächsten Tag gelang einer weiteren badischen Brigade (Keller) im Gegenstoß die alte Stellung an der Lisaine zurückzuerobern.

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1871 trat von Degenfeld als Kommandeur der jetzt als 56. Infanteriebrigade bezeichneten Truppen in die preußische Armee ein. Er schied jedoch mit Wirkung vom 18. Oktober 1871 als Generalleutnant aus dem aktiven Dienst aus. Von 1887 bis zu seinem Tod 1888 war er Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Großherzogtum Baden 7 (Offenburg - Oberkirch - Kehl).[1]

Alfred Ludwig Freiherr von Degenfeld starb am 16. November 1888 in Karlsruhe.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 253

Weblinks[Bearbeiten]