Alfred Sohn-Rethel

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Alfred Sohn-Rethel (* 4. Januar 1899 in Neuilly-sur-Seine bei Paris; † 6. April 1990 in Bremen) war Nationalökonom und Sozialphilosoph.

Biografie[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Sohn-Rethel stammte aus einer Familie von Malern mit großbürgerlicher Verwandtschaft. Damit er nicht auch noch zu einem Maler werden würde, sollte er in einem amusischen Haushalt aufwachsen – bei dem der Familie befreundeten Düsseldorfer Stahlindustriellen Ernst Poensgen – und später Wirtschafts- oder Naturwissenschaften studieren. Zu Weihnachten 1915 wünschte er sich von Pflegevater Poensgen die drei Bände des Kapitals, die er auch tatsächlich erhielt und dann äußerst gründlich zu studieren begann.

Sohn-Rethel war sowohl Urenkel des Historienmalers Alfred Rethel (1816–1859) als auch Urenkel des Malers Karl Ferdinand Sohn (1805–1867) und Ur-Urenkel des Miniaturmalers August Grahl (1791–1868) und von Elisabeth, geb. Oppenheim (1813–1904). Sohn-Rethels gleichnamiger Vater (1875–1958), Sohn des Malers Karl Rudolf Sohn (1845–1908) und der Else Rethel (1853–1933), Tochter von Alfred Rethel, kann als Maler ebenso wie dessen ebenfalls als Kunstmaler tätige Brüder Otto Sohn-Rethel (1877–1949) und Karli Sohn-Rethel (1882–1966) stilistisch der traditionalistischen Pariser Salonmalerei des 19. Jahrhunderts zugeordnet werden. Sohn-Rethels Mutter Anna Michels (1874–1957) kam aus dem jüdischen Elternhaus Oppenheim und verfügte über Beziehungen zu einflussreichen Kreisen in Industrie und Hochfinanz. Sein jüngerer Bruder Hans-Joachim Sohn-Rethel war Maler und Kabarettist.

In erster Ehe war Sohn-Rethel seit 1920 mit Tilla Henninger (1893–1945) verheiratet. Der Ehe entstammte die Tochter Brigit (1921–1995), die mit dem Maler Hans Potthof (1911-2003) und später mit dem Briten Peter Wright verheiratet war.[1] Tilla Henninger wollte Sohn-Rethel von der Schweiz aus ins französische Zwischenexil nachkommen, doch scheiterten ihre Bemühungen um ein Visum.

Im britischen Exil ging Sohn-Rethel eine Ehe mit Joan M. Levi ein, aus der die Kinder Ann und Martin entstammen.[2] Joan Levi arbeitete als Krankenschwester im Queen Elisabeth-Hospital in Birmingham in der Nachbehandlung von Krebskrankheiten.[3] Ihr zuliebe blieb er in Großbritannien, wo er private Nachhilfestunden in Französisch gab und als Lehrer arbeitete.

1984 heirateten Sohn-Rethel und Bettina Wassmann ; in Bremen tätig als Buchhändlerin und Verlegerin.[4]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Sohn-Rethel wurde 1928 in Heidelberg beim austromarxistischen Ökonom Emil Lederer in Nationalökonomie promoviert. In seiner Dissertation kritisiert er die Theorie des Grenznutzens als eine »petitio principii«, da diese Richtung den Zahl-Begriff stillschweigend voraussetzt. Seine theoretischen Fragestellungen und Theorieansätze sowie sein geistiger Hintergrund weisen eine Verwandtschaft mit dem Denken der Kritischen Theorie auf. 1924 lernte er auf der Insel Capri Adorno und Kracauer kennen. Schon in Heidelberg war er seit 1920 mit Ernst Bloch befreundet und seit 1921 mit Walter Benjamin bekannt. Von da an stand er zeitlebens in Kontakt mit den Vertretern der Frankfurter Schule, insbesondere mit Adorno. Es kam aber wegen Horkheimers Bedenken einer etwaigen zu spekulativen Gesellschaftskritik zu keiner festen Zusammenarbeit.

Durch Vermittlung von Poensgen gelangte er im September 1931 zu einer wissenschaftlichen Hilfstätigkeit beim Mitteleuropäischen Wirtschaftstag (MWT). Der MWT war ein Interessenverband der wirtschaftlich führenden Unternehmen, Banken und Verbände Deutschlands. Dort konnte Sohn-Rethel – für Soziologen ein seltener Fall – von 1931 bis 1936 unerkannt „in der Höhle des Löwen“ und aus nächster Nähe, „im zweiten Rang Mitte“, das machtpolitische Geschehen beobachten und ebenso kenntnisreich wie differenziert nach Branchen analysieren. Gleichzeitig hielt er Kontakt zu linkssozialistischen Widerstandsgruppen wie »Neu Beginnen« oder »Roter Stoßtrupp«.

1937 emigrierte Sohn-Rethel über die Schweiz und Paris nach England. Dort verfasste er wirtschaftspolitische Analysen für den Kreis um Churchill, der sich gerne über die Arbeiten von deutschen Emigranten informierte, um sich gegenüber Chamberlains Appeasement-Politik rechtfertigen zu können. In den 1950er-Jahren lernte er in Birmingham den Altphilologen und Marxisten George Derwent Thomson kennen, der in theoretischen Fragen sein wichtigster Gesprächspartner in dieser Zeit war. Thomson machte ihn unter anderem mit der Philosophie des Parmenides bekannt. Während Thomson den parmenideischen Substanzbegriff (το εόν) „als Reflex oder Projektion der Substanz des Warenwertes“ gleichsetzte,[5] ist dieser Seinsbegriff für Sohn-Rethel die erste philosophische Kategorie, die durch das Münzgeld entstanden ist, da dies als materiell konstant und unveränderlich gedacht wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er in die Kommunistische Partei Großbritanniens ein. Er war zwar bald ernüchtert angesichts ihres Dogmatismus, hielt ihr aber dennoch bis zu seinem Umzug in die Bundesrepublik Deutschland 1972 die Treue. Erst spät im Leben erfuhr er seine Entdeckung und Würdigung durch die 68er-Bewegung. Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld machte anlässlich des Begräbnisses von Adorno 1969 die Bekanntschaft von Sohn-Rethel. Auf dessen Zuraten verfasste Sohn-Rethel sein opus magnum Geistige und körperliche Arbeit, womit er im undogmatischen Teil der Studentenbewegung großen Anklang fand. Besonders Hans-Jürgen Krahl und Oskar Negt waren sehr von seiner materialistischen Erkenntnistheorie beeindruckt. Auf Fürsprache und Vermittlung von Negt erhielt Sohn-Rethel 1972 bis 1976 eine Gastprofessur am mathematischen Fachbereich der Universität Bremen. 1978 folgte eine ordentliche Professur, die er bis Mitte der 1980er Jahre innehatte. In der industriesoziologischen Forschung der 1970er und 1980er Jahre hatte er mit seinem Subsumtionstheorem einen großen Einfluss vor allem beim Institut für Sozialforschung (IfS) und beim ISF München.

Theorien[Bearbeiten]

Sohn-Rethels zeitlebens beharrlich verfolgtes Ziel war die Verbindung der Erkenntniskritik Immanuel Kants mit der „Kritik der Politischen Ökonomie“ von Karl Marx zu einer materialistischen Erkenntnistheorie und Erkenntniskritik. In der «Realabstraktion des Warentausches» sah Sohn-Rethel die entscheidende Bedingung für den Erwerb formal-abstrakten Denkens. Sämtliche kantschen Kategorien waren für ihn im Warentausch immanent enthalten: Raum, Zeit, Quantität, Qualität, Substanz, Akzidenz, Bewegung, Wert usw. Nach Sohn-Rethel entstand das formal-abstrakte Denken, das zuerst in Form der ionischen Naturphilosophie in der Kulturgeschichte auftauchte, durch die lydische Erfindung des Münzgeldes (vgl. u. a. Warenform und Denkform, 1978; Das Geld, die bare Münze des Apriori, 1990). Durch die Notwendigkeit, beim münzgeldvermittelten Warentausch von jeder empirischen Qualität zu abstrahieren, wurden die Menschen unbewusst dazu angeleitet, in formal-abstrakten Kategorien und Formen zu denken. Seine erkenntnistheoretische Konzeption fand in den 1970er und 1980er Jahren eine starke Beachtung bei westeuropäischen Intellektuellen. In den Altertumswissenschaften wird die Theorie Sohn-Rethels deutlich weniger rezipiert als jene an Eric A. Havelock anschließenden Theorien, die im phonetischen Alphabet eine Hauptbedingung der Entwicklung des Denkens im antiken Griechenland sehen. Sohn-Rethels Ansatz wurde allerdings von Rudolf Wolfgang Müller 1977 in Geld und Geist in differenzierter Form aufgegriffen und weiterentwickelt. Der englische Altertumswissenschaftler Richard Seaford hat ein Buch mit dem Titel Money and the Early Greek Mind vorgelegt, in dem er sich positiv auf Sohn-Rethel und Müller bezieht[6]. Ebenso dem Erklärungsansatz Sohn-Rethels verpflichtet weiß sich die ökonomietheoretische und soziologische Aufarbeitung der Verkehrsökonomie und ökonomischen Rationalität im postmykenischen Mittelmeerraum von Othmar Franz Fett in Der undenkbare Dritte. Vorsokratische Anfänge des eurogenen Naturverhältnisses[7]. Im Widerspruch zu Thomson, Sohn-Rethel und Müller kommt Tobias Reichardt 2003 in seiner Untersuchung der Marxschen Theorie der Antike jedoch zu dem Schluss, dass die Ökonomie der Antike die von Marx beschriebenen Grenzen zum Kapitalismus nicht überschreiten konnte.[8]

In soziologischer Hinsicht machte ihn seine Unterscheidung von Markt- und Zeitökonomie in der Industriesoziologie bekannt. Getreu der marxschen These, wonach alle Ökonomie in Zeit mündet, steht für ihn das zeitökonomische „Theorem der reellen Subsumtion“ im Gegensatz zur Marktökonomie. Denn der Zeitimperativ beschränke sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern erstrecke sich universal auf alle gesellschaftlichen Erscheinungsformen. Subsumtion im engeren Sinne bedeute „die Scheidung der geistigen Potenzen des Produktionsprozesses von der Handarbeit.“[9] Allgemein stehe die Subsumtion für „die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft Arbeit durch die bewusste Organisation von Arbeitsteilung und Kooperation und die gezielte Nutzung von Naturwissenschaft und Technik unter der Kontrolle des Kapitals für die Produktion des relativen Mehrwerts.“[10]

Darüber hinaus analysierte er wirtschaftspolitische Zusammenhänge, insbesondere beim politischen Aufstieg des „Deutschen Faschismus“ (Nationalsozialismus). Hier legte er vor allem Wert auf die Unterscheidung zwischen dem wirtschaftlich prosperierenden „Brüning-Lager“ (Elektro-, Chemie-, Maschinenbauindustrie, Großbanken) und den defizitären Industriezweigen (Stahl-, Montan-, Bau- und Betonindustrie – mit Ausnahme von Krupp), die er der Harzburger Front zuordnete. Erst die Zustimmung des I.G. Farben-Generalrats Anfang Dezember 1932 zum Programm der „Agrarkartellierung“, einem Interessenkompromiss von Industrie und Großagrariern, habe den Weg zur Diktatur freigemacht. Sohn-Rethel griff dabei auch Überlegungen von Eugen Schmalenbach auf, der 1928 in einem Vortrag die These aufgestellt hatte, dass deutsche Unternehmen wegen steigender Fixkosten besondere Probleme hätten, die letztlich eine staatliche Intervention erforderlich machen würde. Schmalenbach stellte einen Widerspruch zwischen „technischer Rationalität“ und „ökonomischer Rationalität“ fest (bei Sohn-Rethel dann Widerspruch zwischen „Produktionslogik“ und „Verkaufslogik“). Sohn-Rethel folgerte daraus, es gäbe bei Fehlen einer sozialen Revolution „keine andere Alternative, als die kapitalistische Produktion unabhängig vom Markt, d. h. zur Erzeugung nicht mehr marktgängiger Produkte nach rein betriebsökonomischen Notwendigkeiten weiterzuführen. Das ist die ökonomische Definition des Faschismus.“[11]

Diese Thesen fanden zum Teil Eingang in die marxistisch orientierte Geschichtswissenschaft. Der Historiker Reinhard Neebe kritisiert dagegen in seiner Studie Großindustrie, Staat und NSDAP 1930–1933, Sohn-Rethel würde aufgrund seiner persönlichen Involviertheit die Rolle des MWT in den frühen dreißiger Jahren weitgehend überzeichnen.[12] Der Bielefelder Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler urteilt in seiner Deutschen Gesellschaftsgeschichte, die „neomarxistische Debatte der 1960/70er Jahre“, in die er auch Sohn-Rethel einreiht, habe „theoretisch wie empirisch nichts von Bestand erbracht“.[13] In neueren Arbeiten zur deutschen Wirtschaftsgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus wird Sohn-Rethel selten rezipiert.[14]

Werkausgaben[Bearbeiten]

  • Die politischen Büros der deutschen Großindustrie. In: Blick in die Welt 1948 (15), S. 20–22, 1948.
  • Geistige und körperliche Arbeit. Zur Theorie gesellschaftlicher Synthesis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.
  • Die soziale Rekonsolidierung des Kapitalismus. Erstmals anonym erschienen in: Deutsche Führerbriefe. Nr. 72 und 73, Berlin 16. und 20. Sept. 1932 → online.
  • Ein Kommentar nach 38 Jahren. In: Kursbuch. 21. September 1970, S. 17–35, 1970 → Ausschnitt: siehe letzten Abschnitt: „Die Bestinformierten in Deutschland“ (Version vom 19. August 2008 im Internet Archive)
  • Ökonomie und Klassenstruktur des deutschen Faschismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973.
  • Warenform und Denkform. Mit zwei Anhängen [incl. Dissertation]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978.
  • Soziologische Theorie der Erkenntnis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-11218-X.
  • Das Ideal des Kaputten. Über neapolitanische Technik. In: L’invitation au voyage zu Alfred Sohn-Rethel. Bettina Wassmann, Bremen 1979, ISBN 3-9800243-0-X.
  • Produktionslogik gegen Aneignungslogik. In: Peter Löw-Beer: Industrie und Glück. Der Alternativ-Plan von Lucas Aerospace. S. 195–210, Wagenbach, Berlin 1981
  • Sigurds Ratten. Wassmann, Bremen 1985 → Audio-Datei O-Ton ASR.
  • Alfred Sohn-Rethel, Stefan Breuer, Bodo von Greiff: Differenzen im Paradigmakern der Kritischen Theorie, Teil II. In: Leviathan 14 (2), S. 308–320, 1986.
  • Geistige und körperliche Arbeit. Zur Epistemologie der abendländischen Geschichte. Revidierte und ergänzte Neuauflage, VCH, Weinheim 1989, ISBN 3-05-003970-1.
  • Das Geld, die bare Münze des Apriori. Wagenbach, Berlin 1990, ISBN 978-3-8031-5127-8.
  • Theodor W. Adorno und Alfred Sohn-Rethel. Briefwechsel 1936-1969. Herausgegeben von Christoph Gödde, edition text + kritik, München 1991, ISBN 3-88377-403-0.
  • Industrie und Nationalsozialismus. Aufzeichnungen aus dem »Mitteleuropäischen Wirtschaftstag«. Herausgegeben und eingeleitet von Carl Freytag, Wagenbach, Berlin 1992
  • Von der Analytik des Wirtschaftens zur Theorie der Volkswirtschaft. Frühe Schriften. Hg. von Oliver Schlaudt und Carl Freytag, Ca Ira, Freiburg 2012, ISBN 978-3-86259-109-1.

Literatur[Bearbeiten]

chronologisch

  • Margret Boveri: Erinnerte Mutmaßungen. In: Neue Deutsche Hefte. Beiträge zur europäischen Gegenwart. 16, S. 205–208, 1969.
  • Michael Springer: Sohn-Rethel schlägt Habermas. In: Neues Forum. Österreichisches Monatsblatt für kulturelle Freiheit. Nov./Dez. 1971, S. 38–41, 1971.
  • Harun Farocki: Nicht nur die Zeit, auch die Erinnerung steht stille. In: Filmkritik, 22 (263), S. 562–606; darin: Meine Existenz war da ziemlich im Hinterzimmer. Ein Gespräch mit Alfred Sohn-Rethel, 1974, über die Quellenlage der antikapitalistischen Forschung. S. 580–582, 1978.
  • Heinz D. Dombrowski, Ulrich Krause, Paul Roos (Hrsg.), Symposium Warenform – Denkform. Zur Erkenntnistheorie Sohn-Rethels. Campus, Frankfurt am Main 1978.
  • Bettina Wassmann, Joachim Müller (Hrsg.): L’invitation au voyage. Festschrift für Alfred Sohn-Rethel. Wassmann, Bremen 1979.
  • Rudi Schmiede: Abstrakte Arbeit und Automation. Zum Verhältnis von Industriesoziologie und Gesellschaftstheorie. In: Leviathan 11 (1), S. 55–78, 1983.
  • Karl-Siegbert Rehberg: Sohn-Rethel, Alfred. In: Wilhelm Bernsdorf und Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon. Bd. 2, S. 803–805, Enke, Stuttgart 1984.
  • Oskar Negt: Laudatio für Alfred Sohn-Rethel. In: Leviathan 16 (2), S. 140ff., 1988.
  • Joachim Bergmann: „Reelle Subsumtion“ als arbeitssoziologische Kategorie. In: Wilhelm Schumm (Hrsg.): Zur Entwicklungsdynamik des modernen Kapitalismus. Beiträge zur Gesellschaftstheorie, Industriesoziologie und Gewerkschaftsforschung. Symposium für Gerhard Brandt. S. 39–49, Campus, Frankfurt am Main 1989.
  • »Einige Unterbrechungen waren wirklich unnötig«. Gespräch mit Alfred Sohn-Rethel in: Mathias Greffrath: Die Zerstörung einer Zukunft. Gespräche mit emigrierten Sozialwissenschaftlern. S. 213–262, Campus, Frankfurt am Main 1989.
  • Stefan Berkholz: Ein Marxist in der Höhle der Kapitalisten. Ein Besuch bei dem Sozialphilosophen Alfred Sohn-Rethel. In: Die Zeit, Nr. 48/1989, S. 66; sowie viele weitere Artikel in der ZEIT.
  • Carl Freytag: Linkes Profilierungselend und linke Streitkultur. Zu einer Attacke auf Alfred Sohn-Rethel. In: Freibeuter. Vierteljahreszeitschrift für Kultur und Politik 11 (44), S. 14–22, 1990.
  • Carl Freytag: Alfred Sohn-Rethel. Geistige und körperliche Arbeit. In: Walter Jens (Hrsg.): Kindlers neues Literatur Lexikon. Bd. 15, S. 681–682, Kindler, München 1991.
  • Carl Freytag: »Kann man leben von seinem Genie?« Alfred Sohn-Rethel in Heidelberg. In: Reinhard Blomert, Hans Ulrich Eßlinger und Norbert Giovannini (Hrsg.): Heidelberger Sozial- und Staatswissenschaften. Das Institut für Sozial- und Staatswissenschaften zwischen 1918 und 1958, S. 329–347. Metropolis, Marburg 1997.
  • Karim Akerma: Der Gewinn des Symbolischen. Zur Ableitung von Naturtheorie aus dem gesellschaftlichen Sein in der Tradition kritischer Theorie seit Marx, S. 125–177. Lit Verlag, Hamburg 1992, ISBN 978-3-89473-251-6. Kapitel 7: A. Sohn-Rethel. Geldwirtschaft und Naturtheorie.
  • Martin Seckendorf: Besprechung von „Alfred Sohn-Rethel, Industrie und Nationalsozialismus“. In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 8 (2), S. 102–105, 1999.
  • Martin Seckendorf: Entwicklungshilfeorganisation oder Generalstab des deutschen Kapitals? Bedeutung und Grenzen des "Mitteleuropäischen Wirtschaftstages". In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 8 (3), S. 10–33, 1999.
  • Theodor W. Adorno und Max Horkheimer: Briefwechsel 1927–1969. Bd. 1: 1927–1937, hrsg. von Christoph Gödde und Henri Lonitz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-58362-X
  • Axel Paul: Sohn-Rethel auf dem Zauberberg. Über phantastische Ideen, intellektuelle Isolation und den Abstieg der Philosophie zur Wissenschaft. In: Ulrich Bröckling, Axel T. Paul, Stefan Kaufmann (Hrsg.): Vernunft – Entwicklung – Leben. Schlüsselbegriffe der Moderne, Fink, München 2004, S. 73–96. (PDF (Version vom 29. September 2007 im Internet Archive))
  • Rudolf Heinz, Jochen Hörisch (Hrsg.): Geld und Geltung. Zu Alfred Sohn-Rethels soziologischer Erkenntnistheorie. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, ISBN 978-3-8260-3151-9, → Auszug.
  • Tobias Reichardt: Aporien der soziologischen Erkenntnistheorie Alfred Sohn-Rethels. In: Ingo Elbe, Tobias Reichardt, Dieter Wolf (Hrsg.): Gesellschaftliche Praxis und ihre wissenschaftliche Darstellung. Beiträge zur Kapital-Diskussion, Wissenschaftliche Mitteilungen, Heft 6, Argument Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88619-655-5.
  • Jochen Hörisch: Die Geburt der Abstraktion aus dem Ungeist des Geldes. Hinweise auf Alfred Sohn-Rethels Geld- und Geltungstheorie. In: Anette Kehnel (Hrsg.): Geist und Geld. Wirtschaft und Kultur im Gespräch (Band 1), Frankfurt am Main 2009.
  • Carl Freytag: Sohn-Rethel, Alfred Carl Eduard. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 542 f. (Digitalisat).

Film[Bearbeiten]

  • Geboren 1898 [sic], Alfred Sohn-Rethel, Sozialphilosoph. BR Deutschland 1988, Fernseh-Dokumentarfilm, 60 Min., Buch und Regie: Günther Hörmann, NDR-Hamburg, Erstsendung: 3. Juli 1988, Eintrag auf Filmportal.de
    „Dokumentarisches Porträt eines Menschen, für den Denken Leben ist: Alfred Sohn-Rethel.“

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Beiträge von Sohn-Rethel[Bearbeiten]

Beiträge über Sohn-Rethel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Freytag: Beobachter im Reich der Mitte. In: Alfred Sohn-Rethel: Industrie und Nationalsozialismus. Aufzeichnungen aus dem »Mitteleuropäischen Wirtschaftstag«. Hrsg. und eingeleitet von C. Freytag. Wagenbach, Berlin 1992, 7-34, S. 29.
  2. Rüdiger Hentschel: Ein Korrespondent aus Ost-Berlin. Zum Briefwechsel Alfred Sohn-Rethel – Ekkehard Schwarzkopf 1964–1972, in: Rudolf Heinz und Jochen Hörisch (Hrsg.), Geld und Geltung, Zu Alfred Sohn-Rethels Erkenntnistheorie, Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, 34–49, S. 45, Fn. 4.
  3. Hentschel 2005, 35, Fn. 7.
  4. Gabriele Goettle: „Hand- und Kopfarbeit. Besuch bei der Buchhändlerin Bettina Wassmann“, die tageszeitung, 31. Oktober 2005.
  5. George Thomson: Die ersten Philosophen, Berlin 1980, 254, zitiert in Carl Freytag: Himmlisches Feuer – unwissende Nacht. Sohn-Rethel, die Vorsokratiker und der Warentausch, in: Rudolf Heinz und Jochen Hörisch (Hrsg.), Geld und Geltung, Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, 86–96, S. 89.
  6.  Richard Seaford: Money and the Early Greek Mind: Homer, Philosophy, Tragedy. 1. Auflage. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2004, ISBN 0-521-53992-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  Othmar Franz Fett: Der undenkbare Dritte. Vorsokratische Anfänge des eurogenen Naturverhältnisses. edition diskord, Perspektiven Band 18, Tübingen 2000, ISBN 3-89295-693-6.
  8. Tobias Reichardt, Recht und Rationalität im frühen Griechenland, Königshausen und Neumann, Würzburg 2003, S. 203f., auch: Tobias Reichardt: Marx über die Gesellschaft der klassischen Antike (29 Seiten pdf; 203 kB), Beiträge zu Marx-Engels-Forschung Neue Folge, 2004, S. 194–222.
  9. MEW 23, 446.
  10. Bergmann 1989
  11. Vgl. Roman Köster: Die Schmalenbachkontroverse während der Weltwirtschaftskrise. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1 (2009), S. 229–244
  12. Reinhard Neebe, Großindustrie, Staat und NSDAP 1930–1933. Paul Silverberg und der Reichsverband der Deutschen Industrie in der Krise der Weimarer Republik, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981, S. 260f, Anm. 3
  13. Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949, C.H. Beck, München 2003, S. 1080.
  14. Vgl. Hans-Erich Volkmann: Die NS-Wirtschaft in Vorbereitung des Krieges. In: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 1: Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik, hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1979, S. 177–368
    Avraham Barkai: Das Wirtschaftssystem des Nationalsozialismus. Ideologie, Theorie, Politik 1933–1945, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1988
    Harold James: Deutschland in der Weltwirtschaftskrise 1924–1936. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1988
    J. Adam Tooze: Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus. Siedler, München 2007, Neuaufl. Bundeszentrale für politische Bildung u. ö.
    Roman Köster: Die Schmalenbachkontroverse während der Weltwirtschaftskrise. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1 (2009), S. 229–244.