Alfred Young

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Alfred Young (* 16. Mai 1873 in Widnes in Lancashire; † 15. Dezember 1940 in Birdbrook in Essex) war ein englischer Mathematiker und Pfarrer, der vor allem durch seine Erfindung der Young-Tableaux in der Darstellungstheorie von Gruppen bekannt ist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Young war der erste Sohn aus zweiter Ehe eines wohlhabenden Liverpooler Kaufmanns und Friedensrichters. 1879 zog die Familie nach Bournemouth, wo er zunächst privat unterrichtet wurde, später in einer Schule bei Bath. Auf Anraten seiner Lehrer, die sein mathematisches Talent entdeckten, beteiligte er sich an den Eingangstests für Cambridge und gewann ein Stipendium am Clare College, in das er 1892 eintrat. Er tat sich in der Rudermannschaft hervor und begann mathematisch zu forschen (so dass er in den in Cambridge sehr wichtigen Tripos-Tests, die eine intensive Vorbereitung erforderten, nur 10. wurde). Seine ersten Arbeiten erschienen 1899 und waren der Invariantentheorie und anderen Sparten der algebraischen Geometrie des 19. Jahrhunderts gewidmet. Nach einer Dozentur ab 1901 am Selwich College wurde er 1905 Fellow am Clare College. 1907 heiratete er, hatte aber zeitlebens keine Kinder. 1908 nahm er die Weihen und wurde Kurator an der Christ Church in Hastings und ab 1910 Pfarrer in Eastbrook nahe Cambridge. Daneben hielt er ab 1926 auch wieder Vorlesungen in Cambridge (wo ihn u.a. Paul Dirac hörte), das ihm auch 1908 für seine mathematischen Arbeiten den Doktor verliehen hatte. 1934 wurde er zum Fellow der Royal Society ernannt.

Young ist vor allem bekannt für seine Erfindung der Young-Tableaux (1900), die aus seiner Arbeit über Invariantentheorie entstanden. Mit diesen Tableaux lassen sich die irreduziblen Darstellungen der symmetrischen Gruppe S(N) und damit auch z.B. der unitären Gruppen U(N) und SU(N) charakterisieren. Die Bedeutung dieser Tableaux wurde schon früh vom damals führenden englischen Gruppentheoretiker William Burnside sowie von Hermann Weyl und Ferdinand Georg Frobenius, der sie bereits 1903 benutzte, erkannt. Die Arbeiten von Frobenius und Issai Schur zur Darstellungstheorie waren Young anfangs noch nicht bekannt (erst Burnside machte ihn darauf aufmerksam), er schlug aber in seinen späteren Arbeiten (seine lange Serie von Artikeln On quantitative substitutional analysis, deren letzte postum 1952 erschien) ab den 1920er Jahren Verbindungen zur deutschen Schule der Darstellungstheorie.

Neben seiner Mathematik war er auch als Erfinder tätig; er patentierte 1918 einen Elektromotor für Pumpen und 1919 einen Generator für hohe Frequenzen.

Weblinks[Bearbeiten]