Alfredo Foni

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Alfredo Foni (* 20. Januar 1911 in Udine, Italien; † 28. Januar 1985[1] in Lugano, Schweiz) war ein italienischer Fußballspieler und -trainer.

Als Aktiver wurde er mit der „Squadra Azzurra“ 1936 Olympiasieger und 1938 Weltmeister.

Karriere[Bearbeiten]

Spieler, 1924–1944[Bearbeiten]

Mit Juventus Turin feierte der Verteidiger Alfredo Foni in den Jahren 1931 bis 1935 den fünfmaligen Gewinn des Meistertitels in Folge (Quinquennio d'Oro) in der seit der Runde 1929/30 bestehenden Nationalliga Serie A in Italien. Im Pokal erlebte er 1938 und 1942 den Triumph des Sieges. Mit seinem Vereinskollegen Pietro Rava bildete er über Jahre das beste Verteidigerpaar in der italienischen Liga. Sein Debüt in der Länderelf feierte Foni beim Olympischen Fußballturnier 1936 in Berlin. Am 3. August 1936, beim 1:0 Sieg gegen die USA, schickte ihn Vittorio Pozzo, der Trainer des Weltmeisterteams von 1934, das erste Mal in der Nationalmannschaft auf das Feld. Am 15. August verteidigte er auch im siegreichen 2:1 Spiel nach Verlängerung gegen Österreich und wurde damit Mitglied in der Elf des Olympiasiegers. Es war sein viertes Länderspiel. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich war er in den Spielen gegen Frankreich, Brasilien und in dem Finale am 19. Juni gegen Ungarn beim 4:2 Erfolg im Einsatz. An der Seite der Superstars Giuseppe Meazza und Silvio Piola feierte er die Titelverteidigung Italiens. Zweimal trat er auch gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft an. Jeweils mit 3:2 Toren wurden die Mannschaften von Otto Nerz (26. März 1933 in Florenz) und Sepp Herberger (5. Mai 1940 in Mailand) besiegt. Mit dem Spiel am 19. April 1942 in Mailand gegen Spanien, mit einem 4:0 Sieg, beendete Alfredo Foni nach 23 Einsätzen in der Nationalmannschaft seine titelgeschmückte Karriere. Bei Juventus Turin war er noch zwei weitere Jahre als Aktiver im Einsatz.

Trainer[Bearbeiten]

Bis 1954 hatte er die Stationen AC Venezia, FC Chiasso, Sampdoria Genua, FC Bologna, AS Rom und Inter Mailand als Vereinstrainer absolviert. Mit Inter gewann er in den Jahren 1953 und 1954 zweimal den „Scudetto“, die Meisterschaft. Der schwedische Nationalstürmer Lennart Skoglund war die treibende Kraft in seinem Erfolgsteam. Nach dem Ausscheiden gegen die Schweiz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 bereits in den Gruppenspielen (Entscheidungsspiel am 23. Juni 1954 mit 1:4 Toren verloren) übernahm Foni mit dem 2:0 Sieg am 5. Dezember 1954 in Rom gegen Argentinien das Traineramt der „Squadra Azzura“. Er verfehlte aber die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1958 in Schweden. Am 15. Januar 1958 verlor Foni mit seinem Team das entscheidende Spiel in Belfast mit 1:2 Toren gegen Nordirland. Auch der Einsatz der „Oriundi“ Juan Schiaffino und Alcides Ghiggia, beide waren Mitglieder des Weltmeisterteams 1950 von Uruguay, hatte nicht den benötigten Auswärtssieg gegen die Nordiren gebracht. Die Klasse von Harry Gregg im Tor, Danny Blanchflower und Jimmy Mc Ilroy im Mittelfeld und dem torgefährlichen Linksaußen Peter Jones Mc Parland war aktueller und befähigte das Team von der Insel, dann auch in Schweden im Juni 1958 ein gutes WM-Turnier zu spielen. Gegen die deutsche Nationalelf gelang Alfredo Foni im Jahr 1955 zweimal ein 2:1 Erfolg. Am 30. März 1955 in Stuttgart und am 18. Dezember in Rom. Mit der 2:3 Niederlage am 23. März 1958 in Wien gegen Österreich war das Kapitel Coach der „Squadra Azzura“ beendet. Die zweite Tätigkeit als Nationaltrainer begann Foni 1964 in der Schweiz. Nach erfolgreicher Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England brachte das Turnier für die Eidgenossen in Sheffield selbst drei Niederlagen gegen Deutschland, Spanien und Argentinien und damit die Heimreise nach den Gruppenspielen. Da die nächsten vier Spiele gegen Belgien, Rumänien, Mexiko und die Tschechoslowakei auch nur Niederlagen einbrachten und damit die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 1968 gefährdet war, löste der ehemalige schweizerische Nationaltorwart Erwin Ballabio im Mai 1967 Alfredo Foni ab. Da auch dem engagierten Ballabio nicht die Qualifikation für die Europameisterschaft 1968 und der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 gelang, ist der geringe sportliche Erfolg der Schweizer sicherlich nicht vorrangig dem Können des ehemaligen Weltmeisters Foni zuzuschreiben.

Quellen[Bearbeiten]

  • Fussball Lexikon, Copress Verlag, 2004, ISBN 3-7679-0829-8
  • Das große europäische Fußballbuch, Band 1 und 2, Nuttelmann, Jade, 1999, ISBN 3-930814-02-1
  • WM-Enzyklopädie 1930-2006, AGON, 2002, ISBN 3-89784-205-X
  • Die Stars des Sports von A-Z, Carl Habel, 1970, Buch-Nr. 3036 0980

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfredo Foni im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)